08. Dezember 2018 / 06:00 Uhr

Schalke-Star Alessandro Schöpf warnt BVB: "In einem Derby zählt nicht, was vorher war"

Schalke-Star Alessandro Schöpf warnt BVB: "In einem Derby zählt nicht, was vorher war"

Andreas Kötter
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Alessandro Schöpf hat sich bei Schalke 04 zum Stammspieler gemausert. Im Derby hofft er auf die erste Niederlage von Borussia Dortmund.
Alessandro Schöpf hat sich bei Schalke 04 zum Stammspieler gemausert. Im Derby hofft er auf die erste Niederlage von Borussia Dortmund. © imago/Montage
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Der Österreicher Alessandro Schöpf ist Stammspieler bei S04 und aus der Mannschaft von Domenico Tedesco nicht wegzudenken. Im SPORTBUZZER spricht der 24-Jährige über das Derby gegen Borussia Dortmund, den Unmut der S04-Fans nach dem Spiel gegen Porto und das Derby-Feeling aus Sicht eines Österreichers.

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In seinem dritten Jahr hat es Alessandro Schöpf zum Stammspieler auf Schalke geschafft. Vor dem Derby gegen Borussia Dortmund am Samstag um 15.30 Uhr (hier im Liveticker) spricht der 24-jährige Österreicher im SPORTBUZZER über den ungeschlagenen Gegner und die besondere Gefühlslage dieser Tage im Ruhrpott.

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SPORTBUZZER: Herr Schöpf, zwischen Dortmund und Schalke liegen nach 13 Spieltagen 19 Punkte. Dabei stand Schalke 04 vergangene Saison vor dem BVB.

Alessandro Schöpf: Wenn man die ersten fünf Spiele verliert, sind maximal 15 Punkte bereits verloren. Hätten wir nur sieben oder acht davon geholt – was für uns eigentlich immer machbar sein sollte –, hätten wir als Sechster vor dem Derby eine ganz andere Ausgangsposition. Stattdessen laufen wir den Erwartungen punktemäßig noch immer hinterher. Ich bin aber sicher, dass die Punkte von ganz allein kommen, wenn wir so weitermachen wie in den vergangenen Wochen. Von den letzten zehn Partien haben wir nur zwei verloren.

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Wie bewerten Sie aktuell den BVB?

Das ist eine Topmannschaft, die vor allem in der Offensive individuell sehr stark besetzt ist und im direkten Vergleich mit uns deutlich mehr als das Doppelte an Treffern erzielt hat. Vor allem Marco Reus sticht mit seiner Präsenz noch einmal heraus. Und Jadon Sancho ist im Eins-gegen-eins sensationell.

Der BVB hat auch die zweitbeste Abwehr der Liga. Das war eigentlich die Paradedisziplin Ihrer Mannschaft...

Stimmt. Auch jetzt geht es uns zunächst darum, defensiv sicher zu stehen und die Spieler, die ich genannt habe, möglichst aus dem Spiel zu nehmen. Selbstverständlich wollen wir dann über Mentalität und Kampf aber auch dazu kommen, unseren Fußball zu spielen und selbst Möglichkeiten zu kreieren.

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Allerdings ist das bisher kaum einem Gegner gegen den BVB überzeugend gelungen.

Dortmund ist ungeschlagener Tabellenführer, da ist die Favoritenrolle momentan klar verteilt. Umso mehr wird es Zeit, dass die Dortmunder endlich auch einmal verlieren. In einem Derby zählt nicht, was vorher war. Wir wollen jetzt zeigen, dass wir auch mit einer solchen Klasse-, aktuell vielleicht sogar Weltklasse-Mannschaft mithalten können. Rufen wir unser Leistungsvermögen zu hundert Prozent ab, können wir, zumal vor heimischer Kulisse, auch den BVB schlagen.

"Für mich war verständlich, dass unsere Fans in Porto gepfiffen haben"

Die Schalker Fans waren beim Champions League-Auftritt in Porto unzufrieden mit dem Auftreten der Elf im Spiel und auch danach, als sich einige Ihrer Mitspieler nicht verabschiedet haben. Kann das nachwirken?

Nein. Für mich war verständlich, dass unsere Fans in Porto gepfiffen haben. Das war kein gutes Spiel von uns und gerade, was Mentalität und Kampf betrifft, viel zu wenig. Wir haben das klar angesprochen und gegen Hoffenheim eine gute Reaktion gezeigt. Dort hätten wir gewinnen können, vielleicht sogar gewinnen müssen. Diese Reaktion war wichtig vor dem Spiel gegen den BVB.

Revierderby: Schalke will BVB 'die erste Niederlage beibringen'

Schauen Sie sich zur Motivation noch mal die Derbys der Vorsaison, den 2:0-Sieg auf Schalke und das 4:4 nach 0:4-Rückstand in Dortmund an?

Natürlich denkt man in den Tagen vor einem Derby daran, wie es in der Vorsaison war. Wir haben damals sehr viele positive Momente erleben dürfen, die Derbys waren ganz besondere Highlights. Und obwohl wir das eine gewonnen haben, wird vor allem das andere, das 4:4, wegen seiner Dramaturgie wohl jedem unvergesslich bleiben. Dieses fantastische Gefühl wollen wir übertragen auf das Spiel am Sonnabend.

Erleben Sie dieses besondere Gefühl eines Ruhrderbys auch als Österreicher?


Natürlich erlebt man in diesen Tagen große Anspannung und die Vorfreude zunächst bei den Fans, aber man spürt diese Brisanz auch selbst. Jeder, der dieses Derby mal gespielt hat, weiß genau, was hier auf dem Spiel steht.

"Tor zum 2:1 über den BVB? Ich hätte nichts dagegen"

Im Juni haben Sie Österreich zum ersten Sieg über Deutschland seit 1986 geschossen. Würden Sie dieses Tor tauschen gegen den Siegtreffer im Derby?

Das ist eine gemeine Frage! (lacht) Nein. Tauschen würde ich nicht. Aber Sie können mir glauben, dass ich wirklich nichts dagegen hätte, wenn ich auch am Sonnabend das Tor zu einem 2:1 über den BVB erzielen würde.


Hier abstimmen: Wer gewinnt das Derby?

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