21. September 2019 / 00:03 Uhr

Derby-Wahnsinn: Aus 0:3 mach 3:3 – SV Warnemünde gleicht spät aus 

Derby-Wahnsinn: Aus 0:3 mach 3:3 – SV Warnemünde gleicht spät aus 

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
Maximilian Buchman, der hier die Warnemünder Verteidiger Paul Schröder (l.) und Paul Kuchel (v.) gegen sich, traf für den FC Förderkader zum zwischenzeitlichen 2:0.
Maximilian Buchman, der hier die Warnemünder Verteidiger Paul Schröder (l.) und Paul Kuchel (v.) gegen sich, traf für den FC Förderkader zum zwischenzeitlichen 2:0. © Johannes Weber
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Gegen den FC Förderkader René Schneider zeigt der Neuling zwei völlig verschiedene Gesichter. Auch dank einer taktischen Umstellung von Trainer Eckerhard Pasch drehen die Warnemünder im zweiten Durchgang auf und erkämpfen sich einen Punkt. 

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Mehr Dramatik in einem Derby geht wohl kaum. Nach einer verkorksten ersten Hälfte deutete vieles auf die vierte Niederlage im sechsten Ligaspiel für den SV Warnemünde hin. Der Verbandsliga-Aufsteiger lag im Lokalduell daheim gegen den FC Förderkader René Schneider mit 0:3 hinten. Nach dem Seitenwechsel legte der SVW den Schalter um, blies zur Aufholjagd und erkämpfte noch ein 3:3 (0:3). Am Ende hätten die Warnemünder sogar als Sieger vom Platz gehen können.

Dramatisches Derby

„Dieses Derby hatte alles zu bieten, was du als neutraler Zuschauer sehen will. Es war hochdramatisch", schwärmte SVW-Trainer Eckerhard Pasch von einer packenden Partie. Auch sein Gegenüber Förderkader-Coach Stephan Malorny sprach von einem rassigen Duell. „Das war Werbung für die Verbandsliga - ein mitreißendes Spiel mit zwei unterschiedlichen Hälften", sagte der 61-Jährige.

Bilder aus der Verbandsliga: SV Warnemünde - FC Förderkader

Marc Benduhn (am Ball) wurde zu Beginn der zweiten Hälfte vom Sturm auf die rechte Mittelfeldseite beordert.  Zur Galerie
Marc Benduhn (am Ball) wurde zu Beginn der zweiten Hälfte vom Sturm auf die rechte Mittelfeldseite beordert.  ©
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Beim Förderkader war die Hoffnung nach dem ersten Saisonsieg im sechsten Ligaspiel groß, besonders nach dem ersten 45 Minuten. Neuzugang Ramdoun Ramdoun (gekommen vom SV Hafen Rostock) netzte nach nicht mal einer Zeigerumdrehung für die Gäste zum 1:0 ein. Die Schneider-Kicker überzeugten in Durchgang eins mit Aggressivität in den Zweikämpfen und einer effektiven Chancenverwertung. „Dass der Förderkader so präsent auftrat, hat uns ein wenig überrascht. Zudem brachten uns zwei bis drei Entscheidungen des Schiris aus dem Rhythmus", meinte Pasch.

Förderkader dominiert Halbzeit eins

Seine Elf verlor vor dem Gegentreffer zum 0:2 den Ball im Mittelfeld. Der Förderkader schaltete schnell um und versenkte das Spielgerät durch Maximilian Buchman in die rot-weißen Maschen. Kurz vor dem Pausenpfiff fällte der schon vorverwarnte SVW-Verteidiger Hannes Hojenski seinen Gegenspieler Jonah Grest im eigenen Strafraum, es gab Elfmeter. Yannick Weder verwandelte sicher zum 3:0 für die Rostocker.

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Mit einer Menge Wut im Bauch stapften die Warnemünder in der Pause Richtung Kabine. Eckerhard Pasch schien gegenüber seinen Schützlingen die passenden Worte gefunden zu haben. Die Hausherren kamen wie verwandelt aus der Kabine. Ein Grund, dass der SVW nach dem Wiederanpfiff ein anderes Gesicht zeigte, war auch die taktische Umstellung des Coaches von Dreier- auf Viererkette. Dadurch opferte Pasch mit Marc Benduhn einen Stürmer, stellte ihn auf die rechte Mittelfeldseite. „Er hat immer wieder gefährliche Flanken geschlagen", lobte der Pasch.

Gäste nach dem 1:3 von der Rolle

Eine Szene, die die Partie nachhaltig verändern sollte, war die Entstehung zum 1:3 für die Warnemünder. Bei einer Defensivaktion überließ Förderkader-Verteidiger Bjarne Böhm den Ball nicht seinem Keeper Philipp Fleischer, sondern köpfte das Spielgerät in Richtung eigenes leeres Tor. Das anschließende Laufduell gegen den lauernden SVW-Kapitän und Torschützen Martin Ahrens verlor der Abwehrmann.

„Nach diesem Gegentor war es so, als wenn wir eine Giftpille geschluckt hätten. Wir kamen nicht mehr in die Zweikämpfe und schlugen die Bälle nur noch hinten heraus", haderte Stephan Malorny. Seine Schützlinge standen in der restlichen Spielzeit mächtig unter Druck, da ein Warnemünder Angriff nach dem anderen auf das Förderkader-Tor rollte. Danny Koop (56.) verkürzte für auf 2:3 für die Gastgeber, die danach noch mehrmals Pfosten und Latte trafen. Es dauerte bis zur dritten Minute der Nachspielzeit, ehe Ahrens den SVW mit seinem Tor zum 3:3 jubeln ließ.

Beide Trainer sprechen von „verdientem Remis"

„Es war schon ein wenig verwunderlich, dass der Ausgleich nach den vielen brenzligen Situationen gegen uns erst so spät fällt. Am können wir fast noch froh über den einen Punkt sein", so Malorny, der jedoch von einem gerechten Remis sprach. „Man muss den Hut ziehen, dass die Warnemünder sich mit Leidenschaft zurückgekämpft haben. Wir haben keine gute zweite Halbzeit gespielt."

Auch Eckerhard Pasch bewertete das Unentschieden nach Betrachtung der beiden unterschiedlichen Hälften als verdient. Er sah von seiner Mannschaft die erhoffte Reaktion auf die überraschende 0:2-Niederlage in der Vorwoche beim SV 90 Görmin. Mit nun sieben Punkten verbesserte sich der SVW für mindestens eine Nacht auf Rang neun. Der Förderkader steht nach jeweils drei Remis und Niederlagen mit drei Zählern vorerst auf Rang 14.

SV Warnemünde: Becksmann - Kuchel, Hojenski (80. Peters), Schröder - Stein, Schäfer, Apitz, Koop, Scheller - Ahrens, Benduhn.
FC Förderkader: Fleischer - Behn, Marten, Böhm, Jankowski - Weder (74. Gildemeister) - Buchman, Tarra (84. Hopfmann), Baaske, Ramdoun (56. Pagels) - Grest.
Tore: 0:1 Ramdoun (1.), 0:2 Buchman (25.), 0:3 Weder (45., Foulelfmeter), 1:3 Ahrens (50.), 2:3 Koop (56.), 3:3 Ahrens (90. +2).
Schiedsrichter: Jan-Arne Seep.
Zuschauer: 90.

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