01. März 2021 / 22:27 Uhr

Derbysieg! Kyereh schießt St. Pauli ins Glück – HSV stürzt auf Platz vier ab

Derbysieg! Kyereh schießt St. Pauli ins Glück – HSV stürzt auf Platz vier ab

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Daniel-Kofi Kyereh und der FC St. Pauli schlugen den HSV um Trainer Daniel Thioune (kl. Foto) im Stadtderby.
Daniel-Kofi Kyereh und der FC St. Pauli schlugen den HSV um Trainer Daniel Thioune (kl. Foto) im Stadtderby. © IMAGO/Getty
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Der Hamburger SV musste am Montag im Stadtderby gegen den FC St. Pauli eine bittere Pleite hinnehmen. Die Mannschaft von Daniel Thioune verlor durch einen späten Treffer von Daniel-Kofi Kyereh und verpasste damit die Rückkehr an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga.

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St. Pauli feiert Daniel-Kofi Kyereh! Mit einem satten Rechtsschuss in der 88. Minute ist der Stürmer im 98. Hamburger Stadtduell zum Derbyhelden geworden. Während die Kiezkicker durch das späte 1:0 (0:0) gegen den HSV bereits den fünften Sieg in Serie feiern konnten und zum Abschluss des 23. Spieltags der 2. Bundesliga auf den elften Tabellenplatz kletterten, stürzte der HSV durch das vierte sieglose Spiel nacheinander vom ersten auf den vierten Platz ab und droht den geplanten Wiederaufstieg erneut zu verspielen. Nach einer Tätlichkeit sah HSV-Kapitän Tim Leibold (90.+5) zu allem Überfluss noch die Rote Karte.

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Die Partie begann mit einem HSV-Highlight: Sonny Kittel setzte bereits nach wenigen Augenblicken einen satten Freistoß aus 30 Metern direkt ans Lattenkreuz (1.), den Nachschuss musste St. Paulis Keeper Dejan Stojanovic parieren. Die Gäste aus dem Volkspark begannen besser, Kittel prüfte Stojanovic erneut per Freistoß (12.), diesmal klärte der Keeper stark. Der HSV bestimmte die Anfangsphase, der aufgerückte Gideon Jung traf nach einer Kittel-Flanke die Latte (21.). St. Paulis Trainer Timo Schultz musste in einer insgesamt fairen Partie noch in der ersten halben Stunde reagieren und seinen Kapitän Philipp Ziereis runternehmen, der nach einer frühen Gelben Karte vor einem Platzverweis stand. Für ihn kam bereits nach 28 Minuten Tore Reginiussen.

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Da war St. Pauli längst voll im nun hochinteressanten Spiel angekommen. Nach ersten Warnschüssen von Rodrigo Zalazar und Guido Burgstaller (beide 17.) hatte der Österreicher die bis dato beste Chance der Hausherren, er scheiterte allerdings nach starker Zalazar-Hereingabe am gut reagierenden HSV-Torwart Sven Ulreich (23.). St. Pauli war nun für den Rest der ersten Hälfte die deutlich bessere Mannschaft und ließ den HSV kaum mehr zur Entfaltung kommen. Besonders gut drauf: Wolfsburg-Leihgabe Omar Marmoush, der die Abwehr der Gäste immer wieder vor Probleme stellte, aber bei seinen Abschlüssen nicht zielstrebig genug war.

Videobeweis rettet HSV kurz nach der Pause

Auch nach der Pause blieb St. Pauli unweit der legendären und seit Monaten wegen des Corona-Lockdowns praktisch verwaisten Reeperbahn besser. Nun wurde es richtig brenzlig für den HSV, der nach 52 Minuten großes Glück hatte, nicht in Rückstand und personelle Unterzahl zu geraten: Nachdem Ulreich eine Ohlsson-Flanke nicht festmachen konnte, legte Jung im Strafraum den einschussbereiten Zalazar. Schiedsrichter Deniz Aytekin zeigte auf den Punkt - wurde jedoch vom Videoreferee in die sogenannte Review Area gebeten. Der Unparteiische nahm den Strafstoß Augenblicke später zurück - weil Jung bei näherer Betrachtung doch den Ball gespielt hatte. Eine strittige Entscheidung, die den bereits verwarnten HSV-Verteidiger wohl auch vor dem Platzverweis bewahrte (52.).

Vom HSV kam offensiv nun auch wieder etwas, nach einem harmlosen Abschluss von David Kinsombi konnten die Thioune-Elf sogar über das vermeintliche 1:0 jubeln - jedoch nur kurz, denn der bis dahin blasse Torjäger Simon Terodde hatte den Ball vor seinem Abschluss an den Arm bekommen (64.). Auch sein Gegenüber, der zuletzt extrem treffsichere Burgstaller, hatte schon den Torschrei auf den Lippen, scheiterte jedoch zwei Mal am stark reagierenden Ulreich (69.). Die Schlussphase konnte nicht mehr mit dem Niveau der ersten 70 Minuten mithalten - wartete aber noch mit der spielentscheidenden Aktion per Lucky Punch auf: Der vom starken Zalazar bediente Luca-Milan Zander spielte zu Kyereh, der mit einem wunderbaren Schuss von der rechten Strafraumseite das 1:0 erzielen konnte (88.). Dem HSV blieb der Frust - zumal Kapitän Leibold nach einer unnötigen Tätlichkeit gegen Burgstaller noch Rot sah (90.+5).