17. März 2022 / 14:33 Uhr

Deschamps hat ein Einsehen: RB Leipzigs Nkunku in Frankreichs Nationalelf berufen

Deschamps hat ein Einsehen: RB Leipzigs Nkunku in Frankreichs Nationalelf berufen

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Nkunku
Christopher Nkunku ist ab sofort Nationalspieler. © Getty Images
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Zwischenzeitlich konnte man den Eindruck gewinnen, Frankreichs Nationaltrainer sei nicht in der Lage, die Telefonnummer von Christopher Nkunku ausfindig zu machen. Denn trotz hervorragender Leistungen schaffte RB Leipzigs Topscorer den Sprung in die Equipe Tricolore nicht. Bis jetzt.

Leipzig. Er hat es endlich geschafft! Nach 26 Toren und 15 Vorlagen in 38 Partien, Gala-Auftritten in Serie und höchst berechtigtem Lob von allen Seiten wurde RB Leipzigs Christopher Nkunku erstmals überhaupt in die französische Nationalelf berufen. Der 24-Jährige steht im Aufgebot der Equipe Tricolore für die in der kommenden Woche anstehenden Partien gegen die Elfenbeinküste und Südafrika. Das gab Frankreichs Fußballverband am Donnerstag bekannt.

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Für viele Experten galt Nkunkus Nominierung als längst überfällig. Erst im November hatte Nationalcoach Didier Deschamps betont, Leipzigs offensiven Mittelfeldspieler stets im Auge zu haben. "Seit Wochen macht er sehr interessante Dinge." Auf eine Berufung verzichtete der Trainer dennoch zu diesem Zeitpunkt, meinte aber: "Er ist einer der ernsthaften Kandidaten für die Zukunft. Ich kann ihn nur ermutigen, die sehr guten Dinge, die er aktuell tut, auch weiterhin zu tun." Das tat Nkunku, lieferte mit dem Bundesligisten vor und nach dem Trainerwechsel von Jesse Marsch zu Domenico Tedesco weiter ab und wird nun dafür belohnt.

RB gratulierte seinem Topscorer der laufenden Saison umgehend via Twitter. Wie wichtig Nkunku für das Team ist, betonte Tedesco zuletzt nach dem Sieg im DFB-Pokal-Viertelfinale in Hannover. "Christo opfert sich auf. Man sieht ja im Fernsehen immer nur die Tore oder die Vorlagen und wenn er mal jongliert oder einen Hackentrick auspackt, aber er ist wesentlich mehr: Er arbeitet, er sprintet, er ist im Gegenpressing sehr gut und dann hat er natürlich gewisse Qualitäten im Offensivbereich", so der Coach. "Sein Abschluss ist sehr gut mit links, mit rechts, er ist schnell, hat einen guten ersten Kontakt."

Bemerkenswert: Bis zum Donnerstag war Nkunku, dessen Marktwert zuletzt mit 55 Millionen Euro angegeben wurde, weltweit der wertvollste Kicker ohne Zugehörigkeit zu einer Nationalmannschaft.