05. Oktober 2018 / 20:32 Uhr

Deshalb ist RB Leipzig wieder auf Champions-League-Kurs

Deshalb ist RB Leipzig wieder auf Champions-League-Kurs

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
Ralf Rangnick kündigt weitere Transfers an.
Ralf Rangnick kann wieder lachen: Im letzten Spiel war enorme Spielfreude spürbar. © Archiv
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Trainer Rangnick geht mit ansteigender Formkurve in die Offensive, gibt einen Platz unter den ersten vier Teams als Saisonziel aus. Mit einem Heimsieg am Sonntag gegen Nürnberg würde RB Leipzig einen Zwei-Punkte-Schnitt erreichen und sich automatisch in den Sphären der Champions-League-Teilnahme bewegen.

Leipzig. Dass die Zeiten im Profifußballgeschäft schnelllebig sind, ist allseits bekannt. Wie fix sich allerdings die Zeichen bei RB Leipzig innerhalb von zwei Wochen geändert haben, kam bei der Vielzahl der Baustellen doch überraschend. Ein Blick zurück: Am 20. September wird der Bundesligist im eigenen Stadion beim Konzernduell in der Europa League vom FC Salzburg (2:3-Niederlage) an den Hörnern durch die Manege gezogen. Trainer Ralf Rangnick sagt: „Das Gefühl will keiner mehr erleben, egal gegen welchen Gegner. Dass man eine Halbzeit lang vorgeführt wird und gar nicht mehr weiß, was geschieht.“ Die aktuelle Lage in der Liga damals: Ein Sieg aus drei Spielen, katastrophale Abwehrleistungen, ein Platz im unteren Mittelfeld der Tabelle.

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Rosenborg Trondheim - RB Leipzig (1:3) Zur Galerie
Rosenborg Trondheim - RB Leipzig (1:3) ©

In den vergangenen 14 Tagen hat sich viel verändert. RB verteidigt als Mannschaft, setzt den Kontrahenten mit seinem berüchtigten Pressing unter Druck, lässt kaum Chancen zu, kassiert weniger Gegentore. Der positive Knackpunkt: Die Abkehr von der großen Rotation in der englischen Bundesligawoche. Sie brachte Stabilität, zahlte sich aus: sieben Punkte von neun möglichen – erstmals auf einem internationalen Startplatz. Nach der Auftaktniederlage mit vier Gegentoren in Dortmund blieb RB Leipzig in den folgenden fünf Bundesliga-Spielen ungeschlagen – so eine Serie gab es für die Rasenballer vergangenen Saison im Fußball-Oberhaus zu keinem Zeitpunkt

Der Verzicht auf die große Rotation und der Erfolg eines immer mehr eingespielten Teams führten dazu, dass bei Fußballern die plötzlich vermehrt auf der Bank saßen, neuer Ehrgeiz entfacht wurde: Siehe am Donnerstagabend in der Euro-League-Gruppenphase gegen Trondheim. Da wollten sich unter anderem Bruma oder Jean-Kevin Augustin wieder für höhere Aufgaben anbieten. Beim 3:1-Erfolg gegen die harmlosen Norweger war enorme Spielfreude spürbar. Der RB-Coach bescheinigte: „Es haben sich viele aufgedrängt.“

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Ein anderer Grund für die steigend Leistungskurve: „Es gibt keinen Spieler, der momentan noch weit weg ist von der eigenen Topform“, sagt Rangnick. Das war vor ein paar Wochen noch anders, hinkten Leistungsträger aufgrund von alten Verletzungen oder nicht eingehaltenen Trainingsplänen ihrem Niveau hinterher. Der 60-Jährige lobt seine medizinische Abteilung: „Es ist nicht selbstverständlich, dass wir nach so vielen Spielen alle zur Verfügung haben.“ Bisher gibt es keinen langfristigen Ausfall.

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Gegen Nürnberg hat der Coach am Sonntag, Anpfiff um 18 Uhr, trotz zahlreichen englischen Wochen Luxusprobleme – muss sogar zwei Akteure aus dem Kader streichen. Kevin Kampl (Erkältung) und Dayot Upamecano (muskuläre Beschwerden) sollen am Samstag komplett einsteigen. Emil Forsberg trainierte nach Adduktorenproblemen am Freitag wieder mit der Mannschaft.

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Vor der nächsten Länderspielpause kommt also der Aufsteiger FCN nach Leipzig, der bereits acht Punkte aus den ersten sechs Spielen holte. Ex-RB-Spieler Federico Palacios kündigte im LVZ-Interview an: „Wir wollen hier etwas holen, sind keine Mannschaft, die sich hinten rein stellt.“ Rangnick meint anerkennend: „Die machen es bisher gut. Mit sicherlich im Vergleich zu anderen, bescheideneren, finanziellen Mitteln.“

Doch RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff fordert von seinem Team: „Gegen Nürnberg wollen wir den nächsten Schritt machen, dann haben wir einen Zwei-Punkte-Schnitt.“ Das bedeutet automatisch – Kurs auf die Champions League. Auch Trainer Rangnick formuliert die Ziele nach den Erfolgen den vergangenen Tage offensiver: „Wenn wir am Sonntag gewinnen ist es relativ egal, wie die anderen spielen. Mit einem Zweier-Punkteschnitt bist du mit ganz großer Wahrscheinlichkeit, wenn du es über eine gesamte Saison schaffst, unter den ersten Vieren. Einen dieser Plätze wollen wir am Ende sehr gerne haben.“

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