07. Juli 2019 / 18:57 Uhr

Deshalb wechselt Benjamin Bellot zur BSG Chemie Leipzig

Deshalb wechselt Benjamin Bellot zur BSG Chemie Leipzig

Matthias Roth
Leipziger Volkszeitung
Torhüter Benjamin Bellot steht künftig bei Regionalligist BSG Chemie Leipzig zwischen den Pfosten. 
Torhüter Benjamin Bellot steht künftig bei Regionalligist BSG Chemie Leipzig zwischen den Pfosten. 
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Es sieht wie ein sportlicher Rückschritt aus. Benjamin Bellot steigt für die BSG Chemie Leipzig drei Ligen ab. Im SPORTBUZZER erklärt er seinen Plan dahinter.

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Leipzig. Diese Personalie überraschte am vergangenen Wochenende. Die BSG Chemie Leipzig verpflichtet Benjamin Bellot und landete damit einen Transfercoup. Der 28-Jährige stand in den vergangenen beiden Jahren bei Bröndby Kopenhagen unter Vertrag. Davor spielte er seit 2009 für RB Leipzig. Bellot kehrt damit aber zu seinen Wurzeln zurück. Im Nachwuchs trug er bereits viereinhalb Jahre das Trikot des FC Sachsen. „Mit Benny bekommen wir einen unheimlich erfahrenen Keeper mit einer Leutzscher Vergangenheit“, freut sich der sportliche Leiter von Chemie, Andy Müller-Papra.

Tochter kommt in den Kindergarten

Vierte deutsche Liga statt dänisches Oberhaus: Was auf den ersten Blick wie ein sportlicher Rückschritt aussieht, fühlt sich für Bellot richtig an. „Ich wollte mit meiner Familie wieder nach Hause und bei Chemie stimmt für mich das Gesamtpaket“, sagt der Keeper. Die Tochter ist jetzt im Kindergartenalter und soll in Leipzig eine Einrichtung besuchen. Außerdem kümmert sich der Schlussmann auch um die Karriere nach seiner aktiven Zeit als Fußballer. Im vergangenen Jahr beendete er sein Sportmanagement-Studium und schaut sich nun auch nach einem Einstieg ins Berufsleben um.

Onkel fädelt den Deal ein

„Es waren viele kleine Dinge die meine Entscheidung beeinflusst haben“, so Bellot. Dazu gehört auch sein Onkel Harald. Er arbeitet als Torwarttrainer bei der BSG, hat mit seinem Neffen schon einmal im Nachwuchs betreut und vor einigen Wochen den Transfer für den Verein angeschoben. Keeper Bellot ist mit Blick auf die Marktlage ehrlich: „Die Anfragen hielten sich in Grenzen.“ Bei zwei Jahren im Ausland gerate ein Spieler schnell aus dem Blickfeld. „Und auf Krampf irgendwo unterschreiben wollte ich auch nicht“, sagt er.

Von Dänemark schon im Winter verabschiedet

Bereits im Winter hatte Bellot für sich entschieden, dass in Dänemark Schluss ist. „Es ist ein tolles Land, mit netten Menschen“, sagt er. Sportlich sei es für ihn aber bei Bröndby nicht rund gelaufen. In der ersten Mannschaft brachte es der Leipziger nur auf sechs Spiele. Daneben stehen 19 Einsätze im Reserveteam.

Kampf um die Nummer eins

Bei Chemie will Bellot nun noch einmal durchstarten. Einen Bonus, weil er aus einer höheren Liga kommt, erwartet er nicht. „Ich kann die Füße nicht hochlegen und muss weiter meine Leistung bringen“, blickt der Keeper auf das Duell mit Julien Latendresse-Levesque um die Nummer eins im Kasten entgegen.

Am Sonntag gab er eine erste Visitenkarte ab und spielte in der zweiten Halbzeit beim Test in Martinroda. Seinen Kasten hielt Bellot da sauber.

Kontakt nach Leipzig nie abgerissen

In den kommenden Tag und Wochen will er sich nicht nur im Training quälen, sondern auch in Leipzig wieder richtig ankommen. Ganz abgerissen ist der Kontakt nach Leutzsch aber nie. Alte Weggefährten und Freunde wie Benny Schmidt oder Sven Schlüchtermann berichteten ihm regelmäßig, was bei der BSG los ist. Auch zu RB hat Bellot noch Kontakt. „Mit Yussi Poulsen habe ich mich in Kopenhagen getroffen“, berichtet der Keeper. Die Mannschaft habe sich in den vergangenen beiden Jahren allerdings sehr verändert. Viele der alten Gefährten seien heute nicht mehr da.

Die Fans der BSG haben am kommenden Mittwoch die Chance Benjamin Bellot live zu erleben. Dann testet Chemie ab 19 Uhr auswärts beim HFC Colditz.

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