10. Dezember 2021 / 21:43 Uhr

DeSousa-Doppelpack reicht nicht! Grizzlys verlieren Geisterspiel in Straubing 2:5

DeSousa-Doppelpack reicht nicht! Grizzlys verlieren Geisterspiel in Straubing 2:5

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Drin ist er: Andreas Eder guckt dem Puck hinterher, der abgefeuert von Marcel Brandt (nicht im Bild) hinter Wolfsburg-Goalie Chet Pickard zum zwischenzeitlichen 4:2 für Straubing im Netz landet.
Drin ist er: Andreas Eder guckt dem Puck hinterher, der abgefeuert von Marcel Brandt (nicht im Bild) hinter Wolfsburg-Goalie Chet Pickard zum zwischenzeitlichen 4:2 für Straubing im Netz landet. © Harry Schindler
Anzeige

Nächstes Geisterspiel, nächster Sieg? Nein. Die Grizzlys legten nach dem Erfolg in Mannheim nicht nach und mussten sich am Freitagabend mit 2:5 (1:3, 1:1, 0:1) bei den Straubing Tigers geschlagen geben. Die Gastgeber erwischten einen Sahne-Start in das Spiel - und waren gefährlicher im Powerplay.

Kein Erfolg im zweiten Geisterspiel in Folge: Nach dem furiosen 7:3 in Mannheim mussten sich die Grizzlys am Freitagabend mit 2:5 (1:3, 1:1, 0:1) in Straubing geschlagen geben. Die Tigers erwischten einen Sahne-Start ins erste Drittel und nutzten im Gegensatz zum Team von Coach Mike Stewart ihre Überzahl-Möglichkeiten. Die Grizzlys ließen zudem zu viele Chancen ungenutzt, da half auch der Doppelpack von DEL-Topscorer Chris DeSousa, der seine einmonatige Tor-Durststrecke beendete, nichts.

Anzeige

Das Personal

Stewart nahm zwei Änderungen in seinem Aufgebot vor: Wechselten sich sonst in der Abwehr immer Armin Wurm und Janik Möser ab, so bildeten die beiden in Straubing mal ein Verteidiger-Paar, für Möser nahm Ryan Button auf der Tribüne Platz. Zudem ersetzte Chet Pickard Dustin Strahlmeier im Tor. Außerdem gab Luis Schinko nach langer Verletzungspause sein Debüt für die Wolfsburger. Weil mit Verteidiger Steven Raabe ein U23-Akteur krankheitsbedingt ausfiel, war ein Platz im Line-Up für den Youngster frei, Schinko war der 13. Angreifer, bestritt damit sein erstes DEL-Spiel überhaupt. Valentin Busch stand wie schon zuletzt als überzähliger Spieler nicht im Kader.

Mehr zu den Grizzlys Wolfsburg

Straubing erwischt starken Start

In Mannheim hatten die Grizzlys noch das erste Drittel dominiert, in Straubing waren zunächst die Tigers am Drücker. Die Wolfsburger hatten kaum Chancen, setzten sich quasi gar nicht im gegnerischen Drittel fest, die Gastgeber hingegen waren druckvoller. Und nutzen ihre Chancen. War beim ersten Tor von Marcel Brandt noch Glück dabei, weil der von Sebastian Furchner geblockte Schuss genau auf seiner Kelle landete, so waren die weiteren zwei Treffer Sonntagsschüsse in den Knick. Das 1:3 kassierten die Grizzlys in 3:4-Unterzahl, nachdem zunächst Björn Krupp und Travis St. Denis aneinandergeraten waren und auf der Strafbank Platz nehmen mussten. Beim Vier-gegen-vier musste dann noch Wurm wegen Haltens raus.

Anzeige

Der zwischenzeitliche Ausgleich zum 1:1 durch DeSousa, der damit seine sechs Spiele andauernde Treffer-Durststrecke beendete (letztes Tor zuvor am 7. November beim 3:2 gegen Bietigheim), kam zu dem Zeitpunkt aus dem Nichts - der Schuss war zudem abgefälscht. Den Druck der Gastgeber konnte aber auch der Ausgleich nicht stoppen. Straubing war zunächst nicht anzumerken, dass das von Corona gebeutelte Team aus einer fast zweiwöchigen Spielpause kam (bis dato letztes Duell: 1:8 in Ingolstadt am 28. November). Die gute Nachricht für die Grizzlys nach dem ersten Drittel: Nachdem DeSousa über gleich zwei Schläger stolperte und unglücklich hingefallen war, musste er kurz behandelt werden, kehrte aber rasch danach aufs Eis zurück.

Grizzlys belohnen sich nicht

Auch begünstigt durch Überzahl-Situationen kamen die Grizzlys deutlich besser ins Mittel-Drittel - und DeSousa fand seine Torjäger-Qualitäten wieder, verkürzte nach nicht mal dreieinhalb Minuten im zweiten Abschnitt. Wolfsburg machte sich im Anschluss das Leben selbst schwer, kassierte das zweite Tor im Penalty-Kill. Brandt schnürte ebenfalls einen Doppelpack, stellte so den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her.

In der Folge kamen die Grizzlys im Gegensatz zum ersten Abschnitt aber mal zu guten Abschlüssen, setzten die Tigers phasenweise auch unter Druck. Doch die Effizienz ging Stewarts Team mal wieder ab: Darren Archibald, Gerrit Fauser, Jan Nijenhuis, Spencer Machacek, DeSousa, Trevor Mingoia - sie alle vergaben aus aussichtsreichen Positionen. Zweimal scheiterten die Wolfsburger dabei am Aluminium. Und Wolfsburg nutze einfach seine Überzahl-Situationen nicht - im Gegensatz zu Straubing. DeSousa forderte daher in der Drittelpause am Magentasport-Mikro: "Wir müssen aus unserem Powerplay mehr Kapital schlagen."

Grizzlys kommen nicht mehr ran

Die nächste Chance auf Besserung ergab sich direkt zum Start ins letzte Drittel, die Grizzlys starteten mit noch anderthalb Minuten Überzahl auf der Uhr. Doch auch die blieben ungenutzt - so wie weitere gute Möglichkeiten der Wolfsburger in der Folge. Der Puck wollte einfach nicht über die Linie. Und dann hätte Brandt auf der anderen Seite fast seinen Hattrick perfekt gemacht, setzte die Scheibe aber an den Pfosten. Beide Mannschaften spielten mit hohem Tempo, fuhren viele Checks zu Ende.

Auch eine Überzahl knapp sieben Minuten vor Schluss ließ Wolfsburg ungenutzt - im Gegenteil: Pickard, der einige starke Saves im gesamten Spiel zeigte, verhinderte sogar den nächsten Gegentreffer. Die Wolfsburger machten es aber nicht noch mal spannend, auch nachdem der Goalie das Eis für einen zusätzlichen Feldspieler verlassen hatte, fand der Puck nicht den Weg in den Straubinger Kasten. Dafür aber in den Wolfsburger: Connolly schoss ins leere Tor, schnürte ebenfalls einen Doppelpack.

Viel Zeit, sich auszuruhen, haben die Grizzlys aber nicht. Am Sonntag (14 Uhr) geht's direkt weiter gegen Bremerhaven. Dann wird Kapitän Sebastian Furchner aller Voraussicht nach sein 1100. DEL-Spiel absolvieren.


Stewart kritisiert schwaches erstes Drittel

Coach Stewart legte nach dem Spiel direkt den Finger in die Wunde, war mit dem Start der Grizzlys in die Partie nicht zufrieden. "Du kannst dir in den ersten 20 Minuten auswärts nicht 16 Schüsse und drei Tore gegen dich erlauben. Das macht unsere Arbeit verdammt schwer", monierte der Trainer. "Wir haben aber den Rest der Partie mehr als ordentlich gespielt. Haben uns einige Top-Chancen herausgearbeitet. Aber die Scheibe wollte einfach nicht rein."

So setzt Stewart auf den Lern-Effekt. Gerade nach dem Wahnsinns-Spiel in Mannheim hat die Niederlage in Straubing die Grizzlys ein wenig auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. "Das ist eine gute Lektion für uns", so der Trainer. "Die Liga ist ausgeglichen, jeder kann jeden schlagen. Und um zu gewinnen, musst du 60 Minuten mit Fokus spielen. Wir hätten heute mehr Konstanz gebraucht."

Und auch trotz der Niederlage sprach Stewart dem Team ein Lob für dessen Einsatz in den Dritteln Nummer 2 und 3 aus: "Wir waren dran, die Jungs haben nie aufgegeben, haben gezeigt, dass sie zurückkommen können." Problematisch waren nur die ersten 20 Minuten: "Da haben wir gesehen, was passieren kann, wenn wir nicht gut aus der Kabine kommen."

Statistik

  • Tigers: Karhunen - Brandt, Daschner; Schopper, Scheid; Manning, Lampl - Leier, Balisy, St. Denis; Tuomie, Eder, Valenti; Mouillierat, Connolly, Akeson; Samanski, Brunnhuber, Mulock
  • Grizzlys: Pickard - Bittner, Melchiori; Wurm, Möser; Krupp, Murray - Machacek, Fauser, Mingoia; Furchner, Hungerecker, Reichel; Nijenhuis, Festerling, Rech; Enlund, DeSousa, Archibald; Schinko.
  • Schiedsrichter: Kohlmüller / MacFarlane.
  • Zuschauer: keine. - Strafminuten: Tigers 10 / Grizzlys 8.
  • Tore: 1:0 (4:25) Brandt (Brunnhuber/Mulock), 1:1 (7:40) DeSousa (Möser/Enlund), 2:1 (8:38) Akeson (Connolly/Daschner), 3:1 (15:15) Connolly (Akeson/Eder - 5:4), 3:2 (23:38) DeSousa (Reichel), 4:2 (28:37) Brandt (Balisy/Leier - 5:4), 5:2 (57:47) Connolly.

Corona-Teststation am Sonntag an der Wolfsburger Eis-Arena

An der Eis-Arena der Grizzlys Wolfsburg wird es vor dem Heimspiel am Sonntag (14 Uhr) gegen Bremerhaven eine Corona-Teststation geben. Diese befindet sich direkt vor dem Fantreff und wird zusammen mit der DLRG Vorsfelde betrieben. Ein Test ist nur mit vorheriger Terminbuchung auf der Webseite vorsfelde.dlrg.de/testzentrum möglich, getestet wird ab zwei Stunden vor Spielbeginn. Durch die 2G-plus-Regel bei Grizzlys-Heimspielen dürfen nur geimpfte oder genese Zuschauer mit negativem Corona-Test in die Halle. Wer bereits eine Booster-Impfung hat, muss sich nicht zusätzlich testen lassen. Weil die Testergebnisse nur elektronisch übermittelt werden können, müssen Fans vor dem Testen die ePassGo-App auf ihr Smartphone laden und diese einrichten.