21. April 2020 / 18:16 Uhr

Deutliches Ergebnis: Göttinger Vereine plädieren für Abbruch der Fußballsaison 2019/20

Deutliches Ergebnis: Göttinger Vereine plädieren für Abbruch der Fußballsaison 2019/20

Jan-Philipp Brömsen
Göttinger Tageblatt
Fußball mit Zuschauern, wie hier Anfang März beim Landesligaderby SVG gegen Hainberg, wünschen sich viele Fans. Die Vereine haben in einer Abstimmung des Kreises mehrheitlich für einen Abbruch der Saison ausgesprochen.
Fußball mit Zuschauern, wie hier Anfang März beim Landesligaderby SVG gegen Hainberg, wünschen sich viele Fans. Die Vereine haben sich in einer Abstimmung des Kreises mehrheitlich für einen Abbruch der Saison ausgesprochen. © Pförtner
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Das Abtimmungsergebnis ist eindeutig: Rund zwei Drittel der Vereine im NFV-Kreis Göttingen-Osterode haben für einen Abbruch der Fußballsaison 2019/20 votiert. Somit ähnelt das Ergebnis dem aus dem Kreis Northeim-Einbeck. Eine Entscheidung des Verbandes wird noch in dieser Woche erwartet.

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Das Ergebnis ist eindeutig: Die Fußballvereine im Kreis Göttingen-Osterode sind der Aufforderung der Verbandsspitze im Niedersächsischen Fußballverband (NFV) gefolgt und haben abgestimmt. 66 Prozent der Klubs sprachen sich für einen Abbruch der laufenden Saison 2019/2020 aus, nur 34 Prozent von ihnen stimmten für eine Fortsetzung im September. Das ergab die Auswertung von Reinhard Plüschke, Schriftführer des NFV-Kreises, am Mittwochnachmittag.

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58 von 85 angeschriebenen Vereinen hatten ihr Votum abgegeben. Schriftführer Plüschke nahm die entsprechende Auswertung der E-Mails vor. „Wir hatten alle Vereine um Abstimmung gebeten, die eine Mannschaft im Spielbetrieb haben. Mehr als 30 Prozent haben sich nicht gemeldet“, sagt Plüschke, der betont, dass noch viele Fragen offen blieben. „Viele haben Argumente für oder gegen eine Fortführung genannt, aber waren bei der Entscheidung letztlich unentschlossen“, so der Kreis-Schriftführer. Insgesamt sei die Auswertung keinesfalls leicht gewesen. Plüschke merkt an, dass es „taktisch unklug“ gewesen sei, die Vereine erst nach dem Verbandsvorschlag zu befragen.

„Ergebnis war zu erwarten“

„Das Ergebnis war zu erwarten. Nach den Gesprächen, die ich in den vergangenen Tage geführt habe, konnte man davon ausgehen, dass die Meinung eher zu einem Abbruch tendiert“, sagt Kreisvorsitzender Hans-Dieter Dethlefs. Somit sei das Ergebnis ähnlich wie auch im Nachbarkreis Northeim-Einbeck ausgefallen. Dethlefs rechnet noch in dieser Woche mit einer weiteren Konferenz mit dem NFV – dort solle eine Entscheidung getroffen werden.

Einen anderen Weg zur Ermittlung der Abstimmung hat der NFV-Kreis Northeim-Einbeck gewählt. An einer Videokonferenz am Montagabend nahmen mehr als 30 Vereine teil. In der von Stephan Schamuhn (Vorsitzender Jugendausschuss), Heinz Schwingel (Vorsitzender Spielausschuss) und Bernd Anders (Kreisvorsitzender) moderierten virtuellen Sitzung wurde das Ergebnis der NFV-Konferenz vom vergangenen Freitag thematisiert.


Das Votum der Vereine war insgesamt eindeutig: Die Vereine mit Herrenmannschaften stimmten mit 63 Prozent für einen Abbruch der Saison 2019/20, 37 Prozent votierten für eine Fortsetzung im September. Im Bereich der Jugendmannschaften war das Ergebnis noch deutlicher. Mehr als 70 Prozent der Vereine stimmten für einen Abbruch. „Im Herrenbereich fehlen uns noch neun Mannschaften. Diese werde ich noch abfragen“, sagte Schwingel während der gut einstündigen Videokonferenz.

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Abstimmung per Videokonferenz

Doch bevor die Vereine, ähnlich wie beim Eurovision Song Contest, nach und nach ihre Meinung äußern durften, leitete Anders die virtuelle Sitzung ein. „Wir sind dem Aufruf der Verbandsspitze gefolgt und holen die Meinung unserer Vereine ein. Ich freue mich, dass es so kurzfristig mit einer Videokonferenz geklappt hat“, so Anders. Der Vorsitzende wies in seiner Einleitung darauf hin, dass die NFV-Satzung einen Abbruch der Saison nicht hergebe und vor allem juristische Hintergründe für eine Fortsetzung sprächen.

Schwingel lobte in der anschließenden Abfrage das große Interesse der Vereine und führte zusammen mit Schamuhn kurzweilig durch die Konferenz. Fragen der Vereine kamen wenige auf, oder konnten nicht direkt von den Moderatoren beantwortet werden. „Ein sehr harmonischer Verlauf. Da muss man auch einmal die Vereine loben“, betonte Schamuhn.

Haftungsfragen als Grund

„Das Ergebnis hat mich nicht überrascht. Auch ich hatte vor der Konferenz mit dem NFV die Meinung vertreten, dass ein Abbruch sinnvoller sei. Mit dem jetzigen Hintergrundwissen, insbesondere was Haftungsfragen angeht, plädiere ich eher für eine Fortsetzung“, sagte Anders im Nachgang. Der Einbecker stimmt der oftmals geäußerten Kritik zu, dass die Vereine besser hätten informiert werden müssen. Anders wird das Ergebnis des Kreises am Mittwochmorgen an den Verband weiterleiten. Dass eine sofortige Entscheidung getroffen wird, glaubt er jedoch nicht. „Sicherlich wird es diese Woche eine Konferenz und auch eine Abstimmung geben“, vermutet der Kreisvorsitzende.