25. Juli 2021 / 19:07 Uhr

Deutsche Beach-Elite im Sand von KW

Deutsche Beach-Elite im Sand von KW

Oliver Schwandt
Märkische Allgemeine Zeitung
Für den routinierten Netzhoppers-Spieler Dirk Westphal (l.) und seinen Partner Cody Kessel vom deutschen Hallen-Meister BR Volleys war das Turnier bereits nach der Vorrunde beendet. 
Für den routinierten Netzhoppers-Spieler Dirk Westphal (l.) und seinen Partner Cody Kessel vom deutschen Hallen-Meister BR Volleys war das Turnier bereits nach der Vorrunde beendet.  © Oliver Schwandt
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Beach-Volleyball: Top-Teams aus dem gesamten Bundesgebiet gehen bei Qualifikationsturnier an den Start.

„Es war schon ein ziemlich großer Arbeitsaufwand, die zahlreichen Vorbereitungen für das Beach-Qualifikationsturnier auf der Netzhoppers-Anlage auszurichten“, sagt Mario Wersinger, der schon seit sehr vielen Jahren der Vorsitzende des Netzhoppers-Fanclub „Netzinos“ ist. Insgesamt sechs Tage waren 15 Mitglieder der „Netzinos“ nach ihrer Arbeit am Abend damit beschäftigt, drei gemietete Tribünen für den Centercourt aufzubauen. „Hinzu kamen noch Tätigkeiten wie Rasen mähen, Bäume schneiden und Unkrautbeseitigung auf den Spielflächen“, berichtete Jenny Wersinger vom Fanclub, „wir wollten ja auch, dass sich die Spieler auf unserer Beach-Anlage so richtig wohl fühlten.“

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In der Herrenkonkurrenz kämpften insgesamt 16 Teams um den Turniersieg und um weitere Zähler im Kampf um die Endrundenteilnahme in Timmendorf (Schleswig-Holstein). Die Deutschen Beach-Volleyball Meisterschaften finden in diesem Jahr vom 30. August bis zum 2. September am Strand der schönen Ostseegemeinde statt. Mit dabei in KW waren unter anderem die Deutschen Beach-Meister von 2019, die Brüder Bennet und David Poniewaz vom FC Schüttorf 06, die in der Setzliste auf zwei dotiert waren. Auf dem ersten Rang standen Alexander Walkenhorst, Bruder von Olympiasiegerin Kira Walkenhorst, und Sven Winter von DJK TuSA 06 Düsseldorf. Auch im Dahmeland sehr bekannte Gesichter wie Ex-Netzhoppers-Akteur Paul Sprung (PSV Neustrelitz) oder Netzhoppers-Routinier Dirk Westphal (Hauptstadt Beacher) sowie Jonathan Erdmann und Theo Timmermann, die im Trikot der Netzhoppers in diesem Jahr an der deutschen Beachtour teilnehmen, jubelten die Fans zu.

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Schieden beim eigenen Turnier im Achtelfinale aus: Jonathan Erdmann (l.) und Theo Timmermann von den Netzhoppers Energiequelle KW.
Schieden beim eigenen Turnier im Viertelfinale aus: Jonathan Erdmann (l.) und Theo Timmermann von den Netzhoppers Energiequelle KW. © Oliver Schwandt

Für Westphal, der zusammen mit Cody Kessel vom Deutschen Meister BR Volleys in dieser Saison die Beachtour spielt, war das Heimturnier bereits nach der Gruppenphase beendet. Nach zwei Niederlagen gegen Philipp Arne Bergmann und Yannick Harms (Rattenfänger Beach-Team TC Hameln – 18:21, 14:21) und Jonas Reinhardt/Milan Sievers (Sportraum Beachteam) war das Turnier für die zwei erstklassigen Hallen-Volleyballspieler vorzeitig vorbei. Westphal wusste nach dem Ausscheiden ganz genau, warum reine Beach-Spieler denen aus der Halle immer einen Schritt voraus sind. „Durch den Sanduntergrund ist das Timing beim Absprung ganz anders, als es auf Parkett der Fall ist. Man kann beim Beachvolleyball auch nicht die Techniken anwenden, die man sonst in der Halle einsetzt. Beach-Volleyballspieler sind reine Spezialisten, die auch im Winter nur auf Sand trainieren. Aus diesen Gründen ist es für uns Hallenspieler nicht so einfach, das Top-Niveau der Beachakteure zu erreichen“, sagt der ehemalige 78-fache Hallennationalspieler. Trotzdem hatten er und Kessel sich schon mehr für das Turnier in Königs Wusterhausen ausgerechnet.

Mario Wersinger, Vorsitzender des Fanclubs „Netzinos“, vor einer der drei extra für das Beach-Turnier errichteten Tribünen. 
Mario Wersinger, Vorsitzender des Fanclubs „Netzinos“, vor einer der drei extra für das Beach-Turnier errichteten Tribünen. © Oliver Schwandt

Dirk Westphal (Netzhoppers): "Wir müssen in Berlin Fünfter werden"

„Wir wollten schon einen einstelligen Rang erreichen, um ein paar wichtige Punkte für das Endrunden-Turnier in Timmendorf einzufahren. Leider ist unser Problem, das wir zu wenige Zähler in der Rangliste haben, da Cody mit null Punkten in die Saison gestartet ist. Aus diesem Grund bekommen wir es in den Vorrunden der jeweiligen Turniere immer mit erstklassigen Beach-Teams zu tun“, so Westphal weiter. Die nächste Gelegenheit, ein paar Qualifikationspunkte einzufahren, haben Westphal und Kessel bereits am kommenden Wochenende (30. Juli - 1. August) in Berlin, wenn sie beim Qualifikationsturnier in der Hauptstadt noch ein paar Zähler auf dem Weg nach Timmendorf einfahren wollen. „Ein fünfter Platz muss schon herausspringen, wollen wir sicher an der Ostsee mit dabei sein“, sagt der 35-jährige Netzhoppers-Akteur.

Für seinen Bundesliga-Teamkollegen Theo Timmermann und Ex-Netzhoppers-Akteur Jonathan Erdmann lief es bei der Beach-Veranstaltung im Dahmeland etwas besser. Durch einen 2:0-Erfolg (21:14, 21:18) gegen Simon Kulzer/Momme Lorenz (Kieler TV) und einer 0:2-Niederlage gegen das Top-Duo Poniewaz schafften beide den Sprung ins Achtelfinale. In diesem setzten sie sich in einem sehr spannenden Match mit 2:0-Sätzen (21:18, 21:13) gegen Scott Kendrick (Berliner Volleyballverein) und Paul Sprung durch. Im anschließenden Viertelfinale mussten sich Erdmann/Timmermann gegen die an vier gesetzten Paul Becker (United Volleys Frankfurt) und Armin Dollinger (Beach4U) mit 1:2-Sätzen (13:21, 21:14, 9:15) geschlagen geben. „Wir sind ins Turnier gegangen, ohne uns vorher eine Platzierung auszurechnen. Ich denke, mit dem Erreichen des Viertelfinales können wir ganz gut leben. Wir sind jedenfalls weiterhin gut im Rennen um ein Ticket für Timmendorf“, sagte Timmermann nach dem verlorenen Match.

Das Endspiel bei den Herren gewannen Paul Becker und Armin Dollinger gegen die Brüder Poniewaz nach einem sehr harten Duell, das lange Zeit auf Augenhöhe geführt wurde, mit 2:1-Sätzen. In die Rekordbücher dürfte es der zweite Durchgang geschafft haben, der mit 43:41 an Becker/Dollinger ging.