07. Juni 2021 / 07:43 Uhr

Titel und Ticket nach Tokio: Imke Onnen zittert unnötig um Nominierung für Olympia

Titel und Ticket nach Tokio: Imke Onnen zittert unnötig um Nominierung für Olympia

Matthias Abromeit
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Imke Onnen wird in Braunschweig deutsche Meisterin und kann sich jetzt voll auf die Olympischen Spiele konzentrieren.
Imke Onnen wird in Braunschweig deutsche Meisterin und kann sich jetzt voll auf die Olympischen Spiele konzentrieren. © IMAGO/Beautiful Sports
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Mit 1,87 Metern hat Hochspringerin Imke Onnen sich in Braunschweig den deutschen Meistertitel gesichert. Die vermeintliche Olympianorm von 1,92 Metern verpasste sie aber. Egal, denn die Richtlinie war im Vorfeld geändert worden, wovon die 26-Jährige wiederum nichts wusste. Ende gut, alles gut.

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Erst ein ungläubiger Blick, dann wenige Sekunden später Jubelsprünge und Freudentränen. „Ich mache jetzt deine Olympianominierung fertig“ – mit dieser Aussage bei der deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Braunschweig machte Bundestrainer Tamas Kiss Hannovers Hochsprung-Ass Imke Onnen (Hannover 96) glücklich. Mit 1,87 Metern hatte sie sich nur wenige Minuten zuvor den Meister-Titel vor Lea Halmans (SV Saar/1,84) geholt.

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Aber danach riss Onnen ihre nächste Höhe von 1,92 Metern – der vermeintliche Leistungsnachweis für dieses Jahr – dreimal knapp. „Dass die Bundestrainer vor der Meisterschaft die Richtlinien geändert hatten, wusste ich nur gerüchteweise“, sagte Trainerin Astrid Fredebold Onnen.

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So war allen – außer Familie Onnen – schon vorher klar, dass die Meisterin nominiert werden würde, wenn denn die Qualifikationsnorm auch in den vergangenen Jahren geschafft wurde. Onnen hatte mit ihren 1,94 Metern schon im Kader für 2020 gestanden. Für die in dieses Jahr verschobenen Spiele war sie noch in Wartestellung.

So schauten Bundestrainer und Onnen nach ihrer ersten Enttäuschung über die knapp gerissenen 1,92 Meter einander ungläubig an. Onnen weil sie es nicht fassen konnte, Kiss weil „er gar nicht wusste, dass Imke die neuen Richtlinien noch gar nicht kannte“, sagte die Trainerin.

„Ich bin total happy und vor Freude in Tränen ausgebrochen. Ich hatte die ganze Zeit diese Zahl im Kopf und den Druck gespürt“, sagte Imke Onnen. Der Druck ist nun weg. Jetzt liegt der Fokus auf dem Training und der Korrektur des noch immer unkonstanten Anlaufs. „Aber drauf hat Imke die 1,92 Meter schon jetzt“, ist sich Fredebold-Onnen sicher.