05. Juni 2021 / 09:22 Uhr

Toba greift daneben: Bei DM in Dortmund landen künftige Vinnhorster ganz vorn

Toba greift daneben: Bei DM in Dortmund landen künftige Vinnhorster ganz vorn

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Gemischte Gefühle bei Andreas Toba nach der DM: Das Missgeschick am Reck ärgert ihn, Bronze ist trotzdem eine Medaille. 
Gemischte Gefühle bei Andreas Toba nach der DM: Das Missgeschick am Reck ärgert ihn, Bronze ist trotzdem eine Medaille.  © IMAGO/Laci Perenyi/privat
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Weil er am Reck stürzte, als er volles Risiko ging, hat sich Turn-Ass Andreas Toba bei der deutschen Meisterschaft in Dortmund am Ende mit Bronze begnügen müssen. Vor ihm landeten Lukas Dauser und Nils Dunkel, die in der nächsten Bundesligasaison beide für den TuS Vinnhorst starten.

Andreas Toba hat kurz gerudert mit den Armen nach seinem gelungenen Sprung. Die Bewegung ging fließend über in den Jubel. Es sah sehr gut aus für den TKH-Turner bei der deutschen Meisterschaft in der Dortmunder Westfalenhalle, nach vier Disziplinen führte er in der Mehrkampfwertung. Dann zog Barrenspezialist Lukas Dauser jedoch vorbei, und nun musste Toba am Reck auf Risiko gehen.

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Der Vizeeuropameister am Königsgerät griff jedoch einmal daneben und stürzte – ihm blieb mit 80,20 Punkten Bronze. Für die Spiele in Tokio ist er nun qualifiziert. Der Unterhachinger Dauser sicherte sich den Titel mit 82,75 Punkten vor dem Erfurter Nils Dunkel (80,40). Beide werden in der nächsten Bundesligasaison für den TuS Vinnhorst starten.

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Toba war zunächst vorsichtig, machte am Boden keine Fehler und überzeugte zudem am Pauschenpferd und den Ringen, in denen er das Gerätefinale erreichte. Es folgte der sehr gute Sprung und eine Barrenübung, die ebenfalls für das Finale taugte. Am Barren jedoch zog Dauser vorbei. Im April hatte er bei den Europameisterschaften in Basel Bronze am Barren gewonnen. Und seine Übung mit dem Tageshöchstwert von 15,250 Zählern bedeutete den entscheidenden Aufschwung. Dauser zog um einen Zähler an Toba vorbei.

Toba geht alles oder nichts

„Da haben wir entschieden, das Maximum zu geben und zu versuchen, alles oder nichts“, sagte Marius Toba, Vater und Betreuer. Beim zweiten Flugelement bekam sein Sohn den Holm nicht zu fassen und stürzte. Das kostete 1,8 Punkte, damit war nicht nur er, sondern zugleich die Entscheidung gefallen – wenngleich Toba die Übung dann fortsetzte und sauber beendete. „Das kann passieren an diesem Gerät. Hauptsache, Andreas ist nicht verletzt“, betonte der Vater und stellte ferner fest, sein Sohn sei schon recht müde gewesen.

„Der Wettkampf war insgesamt okay, aber das war schon ärgerlich“, sagte Andreas Toba. „Ich bin noch nicht wieder so fit wie bei der EM.“

Dauser schrie die Freude über seinen zweiten Meistertitel nach 2017 heraus, klopfte sich einmal aufs Herz und legte, eine Faust ballend, noch einen Brüller nach. „Ich habe mich vor allem darüber gefreut, einen echt guten Wettkampf geturnt zu haben“, sagte der Sieger. „Dass das auch noch für Gold gereicht hat, ist echt eine coole Sache.“ Auf ihn darf man sich in Vinnhorst ebenso freuen wie auf den zweitplatzierten Dunkel.


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Glenn Trebing vom TKH (er ist für Vinnhorst in der Bundesliga startberechtigt) belegte nach wechselhaften Leistungen Rang sechs. Er darf aber weiter von der Olympiateilnahme träumen. Am nächsten Wochenende steht der zweite und finale Quali-Wettkampf in München an, die DM zählte als erster Teil.

Stark an den Ringen: Glenn Trebing

Trebing überzeugte an seinem Spezialgerät, dem Pauschenpferd nicht, zudem patzte er am Reck und am Boden. Dafür war er an den Ringen stark und erreichte am Reck mit der drittbesten Leistung von 14,150 Punkten sogar das Finale.

Der Hallenser Nick Klessing (79,90) wurde Vierter vor dem Berliner Philipp Herder (79,800), der ebenfalls im Herbst in Vinnhorst für den TuS an die Geräte gehen wird. Der Aufschwung des Vereins scheint angesichts dieses Klassements kaum zu stoppen zu sein.

Bei den Frauen belegten Franziska Roeder (44,0 Punkte) und Finja Säfken (43,250) vom VfL Eintracht Hannover im Mehrkampf die Plätze 19 und 23. Vom Niedersächsischen Turnerbund präsentierte sich die 18-Jährige Karina Schönmaier als 14. stark, sie erreichte obendrein das Sprungfinale.