26. August 2020 / 17:18 Uhr

Gosens, Baumann, Neuhaus: Die Neulinge der deutschen Nationalmannschaft im Kurz-Porträt

Gosens, Baumann, Neuhaus: Die Neulinge der deutschen Nationalmannschaft im Kurz-Porträt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Robin Gosens, Oliver Baumann und Florian Neuhaus sind die Neulinge im DFB-Team.
Robin Gosens, Oliver Baumann und Florian Neuhaus sind die Neulinge im DFB-Team. © imago images/Buzzi/Moritz Müller/Uwe Kraft/Montage
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Drei Neue für die Nations League: Bundestrainer Joachim Löw hat mit Robin Gosens, Oliver Baumann und Florian Neuhaus gleich drei Spieler für die kommenden Länderspiele gegen Spanien und die Schweiz nominiert, die über keine Erfahrung in der A-Nationalmannschaft verfügen. Der SPORTBUZZER stellt die DFB-Neulinge vor.

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Robin Gosens, Oliver Baumann oder Florian Neuhaus: Einer von ihnen kann der 107. Debütant in der Amtszeit von Bundestrainer Joachim Löw werden. Für die Nations-League-Spiele gegen Spanien (3. September) und die Schweiz (6. September) hat Löw in Abwesenheit von vier Bayern- (Neuer, Kimmich, Goretzka und Gnabry) sowie zwei Leipzig-Profis (Halstenberg und Klostermann) gleich drei Neulinge für die A-Nationalmannschaft nominiert - auch, um sie unter Wettkampfbedingungen zu testen und ihnen die DFB-Philosophie "einzuschleifen", wie der Bundestrainer sagte. Der SPORTBUZZER stellt die drei neuen DFB-Profis in Kurzporträts vor.

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Gosens sollte schon im Frühjahr nominiert werden

Robin Gosens: Der 26-Jährige vom italienischen Erstligisten Atalanta Bergamo ist ein DFB-Spätstarter. Der gebürtige Emmericher spielte in seiner Jugend nie für eine deutsche Auswahlmannschaft und flog als Legionär in der öffentlichen Wahrnehmung lange unter dem Radar. Erst mit seiner Top-Saison beim Liga-Dritten aus Bergamo machte Gosens, der seine Profi-Karriere 2014 beim holländischen Zweitligisten FC Dordrecht begann und später bei Heracles Almolo in der 1. Liga fortsetzte, auf sich aufmerksam. "Er ist ein Spieler, den wir in der letzten Saison immer wieder beobachtet haben", meinte Löw nach der Nominierung am Dienstag. "Er hat eine sehr gute Saison gespielt, hat es verdient."

Seit 2017 spielt der Linksverteidiger bei Atalanta (kam für 900.000 Euro von Almelo). 2019/20 erwischte Gosens eine Sahne-Spielzeit. Der unangefochtene Stammspieler absolvierte 43 Partien (10 Tore) und erreichte als Highlight das Viertelfinale der Champions League, in dem der Neu-Nationalspieler dem späteren Finalisten Paris St. Germain mit 1:2 unterlag. Als Liga-Dritter qualifizierte sich Gosens mit den Italienern erneut direkt für die kommende Champions-League-Saison. "Ich glaube, dass ich seit drei Jahren bei einem ambitionierten Verein konstant auf hohem Niveau unterwegs bin – und das in keiner Eierliga", sagte Gosens im April im SPORTBUZZER-Interview.

Schon im März sollte der Abwehrspieler für die Nationalmannschaft nominiert werden - die Länderspiele gegen Italien und Spanien wurden wegen der Corona-Pandemie allerdings abgesagt, die EM ins kommende Jahr verschoben. Er habe "nun ein Jahr mehr Zeit zu beweisen, dass ich ein Spieler für die Nationalmannschaft bin", sagte Gosens, der von zahlreichen Top-Klubs umworben wird, im Interview.

Der DFB-Kader für die Nations-League-Spiele gegen Spanien und die Schweiz

Am 3. September trifft die Nationalmannschaft in der Nations League in Stuttgart auf Spanien, drei Tage später geht es in Basel gegen die Schweiz. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt den Kader von Bundestrainer Löw für die Partien – mitsamt drei DFB-Neulingen! Zur Galerie
Am 3. September trifft die Nationalmannschaft in der Nations League in Stuttgart auf Spanien, drei Tage später geht es in Basel gegen die Schweiz. Der SPORTBUZZER zeigt den Kader von Bundestrainer Löw für die Partien – mitsamt drei DFB-Neulingen! ©

Neuhaus erfüllt sich Kindheitstraum

Florian Neuhaus: Der ehemalige (Jugend-)Spieler von 1860 München war schon in den Medien, als er noch keinen Profi-Vertrag besaß. Sein Siegtreffer aus gut 50 Metern zum 2:1 gegen Borussia Dortmund bescherte den Münchnern die deutsche A-Jugend-Meisterschaft - und ihm die Ehre, das Tor des Monats Mai 2016 in der Wahl der ARD-Sportschau erzielt zu haben. Nun, drei Jahre nach seinem ablösefreien Wechsel zu Borussia Mönchengladbach, hat sich der zentrale Mittelfeldspieler (17 Einsätze für die DFB-U21) zum deutschen Nationalspieler entwickelt.Joachim Löw bezeichnete ihn auf der Nominierungs-PK als "intelligenten Spieler", der sich die Einladung für die A-Nationalmannschaft "verdient" habe.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache pro Neuhaus. In der vergangenen Saison war der 23-Jährige klarer Stammspieler bei den Fohlen. In 30 Einsätzen schoss er vier Tore und gab zwei Vorlagen. Im Aufbauspiel ist der quirlige, zweikampfstarke Neuhaus für die Gladbacher unersetzlich. "Ich hoffe, dass er an der EM teilnimmt. Wäre ich Bundestrainer, würde ich ihn hundert Mal anrufen", sagte Mitspieler Marcus Thuram noch im Februar. Dies hat Löw nun offenbar zumindest einmal getan. Und für Neuhaus geht ein Herzenswunsch in Erfüllung: Als "Traum von jedem Kleinkind" bezeichnete der Gladbacher eine Nominierung für das DFB-Team einst.

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Beachtlich viele Spieler aus dem Nachwuchs von 1860 München haben in den letzten Jahren den Sprung zum Profi geschafft. Der <b>SPORT</b>BUZZER stellt die Bekanntesten vor! Zur Galerie
Beachtlich viele Spieler aus dem Nachwuchs von 1860 München haben in den letzten Jahren den Sprung zum Profi geschafft. Der SPORTBUZZER stellt die Bekanntesten vor! ©

Baumann glänzt mit konstant guten Leistungen

Oliver Baumann: "Die Nominierung ist für mich eine große Ehre", sagte der Torwart der TSG Hoffenheim direkt nach der Berufung durch Löw. Der 30-Jährige wird für seine konstanten Leistungen in der Bundesliga (wechselte 2014 von Jugendklub Freiburg nach Hoffenheim) seit Jahren geschätzt. Durch die Verletzung von Marc-André ter Stegen und das Schonen von Bayern-Keeper Manuel Neuer ist Baumann nun dritter Keeper des DFB-Teams. "Ich freue mich sehr, und bin glücklich, weil ich darauf viele Jahre hingearbeitet habe", meinte Baumann.

Der Torwart-Routinier gehörte zwischen 2010 und 2013, als er noch beim SC Freiburg spielte, der deutschen U21-Auswahl an, war aber bis jetzt noch nie fürs A-Team nominiert worden. Seit 2014 stand der gebürtige Breisacher bei den Kraichgauern in 198 Erstliga-Spielen zwischen den Pfosten - als Nachfolger von Tim Wiese und dem heutigen Wolfsburg-Keeper Koen Casteels. In der Kategorie "gehaltene Torschüsse" war Baumann in der abgelaufenen Bundesliga-Saison mit insgesamt 102 der beste deutsche Keeper im DFL-Ranking - vor DFB-Kapitän Manuel Neuer (84). "Oliver Baumann hat die erfolgreiche Entwicklung der TSG in den vergangenen Jahren entscheidend mitgeprägt. Er ist für mich einer der stärksten Torhüter der Liga und darüber hinaus durch seine herausragende Einstellung und seinen Charakter ein Gewinn für jedes Team“, kommentierte TSG-Sportchef Alexander Rosen den Aufstieg Baumanns.