28. Juli 2019 / 17:54 Uhr

Deutsche Wasserballer um Schenkel und Real "zurück in der Weltspitze"

Deutsche Wasserballer um Schenkel und Real "zurück in der Weltspitze"

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Waspo-98-Spieler Julian Real (Mitte) und Torwart Moritz Schenkel (rechts) zählen zu den Gewinnern in Gwangju. 
Die Waspo-98-Spieler Julian Real (Mitte) und Torwart Moritz Schenkel (rechts) zählen zu den Gewinnern in Gwangju.  © imago/Hentschel
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Die deutsche Wasserball-Nationalmannschaft erreichte bei der bei der WM in Südkorea das Viertelfinale und schloss das Turnier auf dem achten Platz ab. Die knappen Spiele gegen die größten Nationen zeigten, dass Deutschland wieder mithalten kann. Der DOSB zählt die Wasserballer nun zur erweiterten Weltspitze.

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Im ersten Viertel hat Moritz Schenkel von Waspo 98 den Ball wieder sehenswert mit dem Kopf abgewehrt. Das war dem Torwart der deutschen Wasserballer bei dieser WM schon einmal gelungen, zum Turnierauftakt rettete er damit einen Punkt gegen Japan und machte so den Viertelfinaleinzug möglich. Im Spiel um Platz sieben gegen Griechenland war die Parade zwar weniger wichtig - die Partie ging mit 6:11 (2:1, 2:3, 0:2, 2:5) verloren -, Schenkel zeigte aber, dass auf ihn Verlass ist. Der Keeper zählte mit Waspo-Teamkollege und DSV-Kapitän Julian Real zu den Gewinnern in Gwangju. Auch Hannovers Tobias Preuß überzeugte, als zweiter Torwart kam Kevin Götz in insgesamt drei Vierteln zum Einsatz.

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„Insgesamt war das ein tolles Turnier. Wir sind zurück in der Weltspitze.“

Schenkel war noch am nächsten Tag etwas bedröppelt, daran war aber nicht die Niederlage gegen die Griechen schuld. Zwei Menschen starben bei einem Unglück in einem Nachtclub nahe dem Athletendorf. Acht Sportler wurden verletzt, in erster Linie Wasserballer. Das US-Frauenteam hatte seinen Titel gefeiert. Beim Frühstückt sei die Stimmung daher bedrückt gewesen, so Schenkel.

Von den Deutschen war keiner mehr feiern gewesen, und das dürfte daran gelegen haben, dass diese WM ein immenser Kraftakt war. Die erste Platzierungspartie in der Runde um die Plätze fünf bis acht hatte die Mannschaft von Bundestrainer Hagen Stamm erst im Fünfmeterwerfen gegen Olympiasieger Serbien verloren. Zuvor hatten sie Weltmeister Kroatien (8:10) am Rande einer Niederlage und im Vorrundenduell mit dem neuen Weltmeister Italien (7:8) lange Zeit sehr gut gespielt. „Insgesamt war das ein tolles Turnier. Wir sind zurück in der Weltspitze“, sagte der Trainer.

Deutschland will sich für Olympia qualifizieren

Gegen Griechenland führten die Deutschen mit 2:0, waren zweieinhalb Viertel dran. Dann häuften sich individuelle Fehler. „Ich glaube, dass die Niederlage unsere Leistung hier nicht schmälert“, sagte Torhüter Moritz Schenkel. Gegen Ende sei sein Team offensiv nur mehr ein Papiertiger gewesen, bemerkte Stamm, dessen Sohn Marko mit zwei Treffern bester Werfer war.

Im nächsten Jahr will der DSV nach zwei verpassten Sommerspielen das Ticket für Olympia in Tokio lösen. Der Weg dahin ist weit, zunächst geht es ab Oktober um das EM-Startrecht. Dann muss Deutschland bei der Europameisterschaft in Budapest im Januar das beste noch nicht qualifizierte europäische Team werden oder sich einen Startplatz für ein Qualifikationsturnier in Rotterdam sichern. Italien schlug im WM-Finale Spanien mit 10:5, beide Teams sind in Tokio ebenso dabei wie Weltliga-Gewinner Serbien.

Deutschland wird durch das Erreichen des Viertelfinales vom DOSB zur erweiterten Weltspitze gezählt, dadurch gibt es mehr Fördergeld, die Anstrengungen können intensiviert werden. „Ich denke, unsere Chancen auf Olympia sind gut“, betonte Schenkel. „Ich will da jedenfalls unbedingt hin.“

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