10. Oktober 2019 / 16:34 Uhr

Plötzlich EM-Kandidat: Wie geht es für die vier Debütanten beim DFB weiter?

Plötzlich EM-Kandidat: Wie geht es für die vier Debütanten beim DFB weiter?

Tim Lüddecke und Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nadiem Amiri, Suat Serdar, Luca Waldschmidt und Robin Koch debütierte am Mittwoch gegen Argentinien in der deutschen Nationalmannschaft.
Nadiem Amiri, Suat Serdar, Luca Waldschmidt und Robin Koch debütierte am Mittwoch gegen Argentinien in der deutschen Nationalmannschaft. © imago images/Getty
Anzeige

Nadiem Amiri, Suat Serdar, Luca Waldschmidt und Überraschungs-Debütant Robin Koch: Bundestrainer Joachim Löw konnte (oder musste) gegen Argentinien vier neue Spieler ins kalte Wasser werfen. Wie haben sie sich gemacht? Und werden sie plötzlich sogar zur Alternative für die EM 2020?

Anzeige
Anzeige

Robin Koch schaute in all die Gesichter, die er zuvor zum großen Teil noch nie gesehen hatte. Bei seinem Klub, dem SC Freiburg, geht es medial wesentlich überschaubarer zu als bei der deutschen Nationalmannschaft; doch nun stand der 23-Jährige vor diesem Reporter-Pulk, der ihn auf dem Weg zum Mannschaftsbus abgefangen hatte. Sie alle wollten reden, über sein Debüt, das er am Mittwochabend im Dortmunder Signal-Iduna-Park beim 2:2 gegen Argentinien gegeben hatte – und das ihn ganz plötzlich sogar zum EM-Kandidaten hat werden lassen.

Einige märchenhafte Formulierungen bahnten sich so tags darauf ihren Weg in die deutschen Medien. Auch, weil Koch selbst natürlich bekundete, dass für ihn ein „Traum in Erfüllung gegangen“ sei. „Das versuche ich jetzt mitzunehmen.“ Als zentraler Spieler der deutschen Dreierkette hatte er gleich mal über die vollen 90 Minuten angedeutet, dass durchaus auf ihn zu zählen ist, sollte Bundestrainer Joachim Löw auch künftig über seine Nominierung nachdenken.

Nationalmannschaft: Alle Debütanten unter Joachim Löw

Klickt euch hier durch alle Debütanten von Bundestrainer Joachim Löw in der Nationalmannschaft - von Malik Fathi bis Mark Uth! Zur Galerie
Klickt euch hier durch alle Debütanten von Bundestrainer Joachim Löw in der Nationalmannschaft - von Malik Fathi bis Mark Uth! ©
Anzeige

Überraschungs-Debütant Koch: "Ich habe das noch gar nicht alles realisiert"

Ursprünglich hatte er ihn ja nur erstmals ins A-Team berufen, weil er durch personelle Ausfälle von insgesamt 13 Spielern dazu gezwungen war, in seinem konkreten Fall war das Pech vom Leverkusener Jonathan Tah (Magen-Darm) Kochs persönliches Glück. Und weil im Laufe des Mittwochs auch der von Löw bereits im Vorfeld mit einer Startelfgarantie ausgestattete Berliner Niklas Stark (ebenfalls Magen-Darm) passen musste, wurde der Freiburger gleich mal ins kalte Wasser geworfen. „Ich habe das noch gar nicht alles realisiert. Das ist alles so schnell gegangen“, berichtete der Neuling.

Mehr zum DFB-Team

Bis dato war er lediglich auf fünf Einsätze für die deutsche U21 gekommen, wohlgemerkt als Ergänzungsspieler, bei der EM spielte er ganze acht Minuten. Für frühere DFB-Teams war er nie eingeladen worden. Nun gab es vom Bundestrainer ein Sonderlob. „Der Robin Koch war sehr stabil, war selbstbewusst, hatte eine gute Ausstrahlung“, sagte Löw, „er hat keine Anzeichen von Nervosität gezeigt.“

Koch wird nicht gleich wieder vom DFB-Radar verschwinden

Nachdem Koch also erstmals auf dem Radar aufgetaucht ist, wird er dort auch nicht gleich wieder verschwinden. Der Sohn von Kaiserslautern-Ikone Harry Koch, der erst 2017 mit seinem Wechsel vom FCK zum SC Freiburg zum Bundesliga-Spieler wurde, gehört ab sofort zum natürlichen Kandidatenkreis für die EM im kommenden Sommer. Was auch damit zusammenhängt, dass Löw seine Besetzung (bis auf Abwehrchef Niklas Süle) in der Defensive noch nicht gefunden hat. Matthias Ginter, Tah und Antonio Rüdiger sind zwar fester Bestandteil seiner Planungen – konnten aber allesamt noch nicht konstant überzeugen.

In Dortmund konnte sich der Bundestrainer übrigens auch ein Bild von einigen Alternativen für die Offensive machen, allein, weil mit Luca Waldschmidt, Nadiem Amiri und Suat Serdar (bei dem sich eigentlich der türkische Verband große Hoffnungen auf den Zuschlag ausgerechnet hatte) drei weitere Spieler zu ihrem A-Debüt kamen.

Serdar und Amiri werden es bei Löw schwer haben

Bei ihnen kam Löw ebenfalls zu der Erkenntnis, dass sie es „verdammt gut“ gemacht hatten, womit er vor allem Waldschmidt gemeint haben dürfte, der bereits sein Gespür für spielerische Situationen, sowie einen feinen linken Fuß andeutete. Auch er dürfte weiterhin auf dem DFB-Radar bleiben. Serdar und Amiri werden es hingegen schwerer haben, wenn Spieler wie Toni Kroos, Leroy Sané, Julian Draxler oder Leon Goretzka nach ihren Verletzungen wieder zurückkehren. „Es ist gut, dass einige ihre Chance individuell sehr gut genutzt haben. Das gibt einem Trainer mehr Möglichkeiten“, sagte Löw – und kündigte bereits an, „Da können wir uns noch ein bisschen was erhoffen.“

Deutschland in Noten: Die Einzelkritik zum Unentschieden gegen Argentinien

Die deutsche Nationalmannschaft hat den Sieg gegen Argentinien verpasst und nur 2:2 gespielt. <b>SPORT</b>BUZZER-Redakteur Tim Lüddecke hat die deutschen Spieler mit Noten bewertet - klickt euch durch! Zur Galerie
Die deutsche Nationalmannschaft hat den Sieg gegen Argentinien verpasst und nur 2:2 gespielt. SPORTBUZZER-Redakteur Tim Lüddecke hat die deutschen Spieler mit Noten bewertet - klickt euch durch! ©

ANZEIGE: 50% auf dein Winter-Set! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus aller Welt