29. Juni 2021 / 19:51 Uhr

Ära von Joachim Löw beendet: England besiegelt EM-Aus von Deutschland

Ära von Joachim Löw beendet: England besiegelt EM-Aus von Deutschland

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Endstation England: Das DFB-Team ist im EM-Achtelfinale ausgeschieden.
Endstation England: Das DFB-Team ist im EM-Achtelfinale ausgeschieden. © Getty Images/IMAGO/ULMER Pressebildagentur (Montage)
Anzeige

Deutschland ist im Achtelfinale der Europameisterschaft gegen England ausgeschieden. Damit ist nach 15 Jahren auch die Ära von Bundestrainer Joachim Löw beendet. Raheem Sterling und Harry Kane besiegelten das Schicksal des DFB-Teams.

Der deutsche Traum vom EM-Titel ist geplatzt, die Ära von Bundestrainer Joachim Löw beendet. Das DFB-Team verlor das Achtelfinale gegen England in London mit 0:2 (0:0) und konnte seinem scheidenden Coach nicht das erhoffte Abschiedsgeschenk machen. Raheem Sterling (75.) und Harry Kane (86.) erzielten die Treffer für die Gastgeber, die in der nächsten Runde am kommenden Samstag in Rom auf die Ukraine treffen. Für Deutschland steht das nächste Pflichtspiel erst am 2. September an. In der WM-Qualifikation gegen Liechtenstein wird dann erstmals Löw-Nachfolger Hansi Flick auf der Bank des DFB sitzen.

Anzeige

Löw hatte mit seiner Startformation überrascht. So erhielt Chelsea-Stürmer Timo Werner in seiner Londoner Wahlheimat den Vorzug vor Bayern-Star Serge Gnabry. Die beiden anderen Veränderung im Vergleich zu mühevollen 2:2 zum Abschluss der Gruppenphase gegen Ungarn waren hingegen erwartet worden. Thomas Müller kehrte nach überstandener Knieverletzung zurück und verdrängte den zuletzt hart kritisierten Leroy Sané auf die Bank. Leon Goretzka, der die deutsche Mannschaft mit seinem späten Ausgleich gegen Ungarn erst ins Achtelfinale geschossen hatte, erhielt den Vorzug vor dem angeschlagenen Ilkay Gündogan.

Maßnahmen, die sich in der Anfangsphase auszahlten. Die deutsche Mannschaft erwischte vor 45.000 Zuschauern im Wembley-Stadion den besseren Start. Das Team präsentierte sich weitaus entschlossener und strukturierter als in ihrem letzten Vorrundenspiel, was schnell zu einer optischen Überlegenheit führte. Wirklich gefährlich wurde es für die Gastgeber jedoch nicht. Einzige kleine Ausnahme: Goretzka konnte von Declan Rice nach acht Minuten nur mit unfairen Mitteln gestoppt werden, Havertz setzte den anschließenden Freistoß aus 17 Metern in die Mauer.

Deutschland in Noten: Die Einzelkritik zum Spiel gegen England

Die deutsche Nationalmannschaft ist im EM-Achtelfinale gegen England ausgeschieden. Die Noten der DFB-Spieler zum 0:2 im Überblick. Zur Galerie
Die deutsche Nationalmannschaft ist im EM-Achtelfinale gegen England ausgeschieden. Die Noten der DFB-Spieler zum 0:2 im Überblick. ©

Nach rund einer Viertelstunde nahmen dann auch die Engländer aktiver am Geschehen teil. Manuel Neuer entschärfte einen Fernschuss von Raheem Sterling (16.). Harry Maguire zielte zweimal per Kopf zu ungenau (17. und 27.). Deutschland schlug zurück und kam durch Werner zu seiner besten Chance des ersten Durchgangs. Der Stürmer scheiterte nach feinem Pass seines Chelsea-Klubkollegen Kai Havertz aus spitzem Winkel aber an England-Keeper Jordan Pickford (32.).

In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs wurde es dann für die Hintermannschaft des DFB-Teams noch einmal mächtig brenzlig. Müller leistete sich einen Fehlpass und über Sterling sowie einem wirkungslosen Rettungsversuch von Ginter kam der Ball zu Harry Kane. Englands bei der EM bis dahin torloser Top-Stürmer legte die Kugel an Neuer vorbei - bevor er einschieben konnte, rettete Mats Hummels allerdings mit einer Weltklasse-Grätsche in höchster Not. So ging es in einer über weite Strecken von der Taktik geprägten Partie ohne Treffer in die Pause.

Zum zweiten Durchgang kam Löws Mannschaft dann wieder mit mehr Elan als der Gegner aus der Kabine. Bester Beleg: Havertz wuchtete den Ball per Direktabnahme auf das englische Tor - doch Pickford zeigte einen glänzenden Reflex (48.). Es sollte der letzte Höhepunkt für lange Zeit bleiben. Kein Team ging ins Risiko, man lauerte fast ausschließlich auf Fehler des Gegners. Nachdem sich wohl mancher schon auf eine Verlängerung eingestellt hatte, schlugen die "Three Lions" zu. Luke Shaw brachte den Ball flach in die Mitte, wo Sterling vollendete. Das DFB-Team suchte nach einer Antwort - und schien sie zu finden. Nach einem Fehler von Sterling und anschließendem Pass von Havertz stürmte Müller allein auf das englische Tor, verfehlte das Ziel jedoch knapp (81.). Kurz darauf machte England dann den Deckel drauf: Kane köpfte das 2:0.