26. September 2022 / 22:42 Uhr

DFB-Team trotzt Zwölf-Minuten-Horror: Deutschland erkämpft Unentschieden in England 

DFB-Team trotzt Zwölf-Minuten-Horror: Deutschland erkämpft Unentschieden in England 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kai Havertz rettete der deutschen Nationalmannschaft ein Remis gegen England.
Kai Havertz rettete der deutschen Nationalmannschaft ein Remis gegen England. © IMAGO/Sportimage
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Die deutsche Nationalmannschaft hat im letzten echten Härtetest vor dem Beginn der WM in Katar eine emotionale Achterbahnfahrt erlebt. Nach einer 2:0-Führung geriet man gegen England in Rückstand - und rettete am Ende zumindest noch ein Remis. 

Die deutsche Nationalmannschaft hat das so ersehnte Erfolgserlebnis vor Beginn der Weltmeisterschaft in Katar leichtfertig verspielt. Drei Tage nach dem enttäuschenden 0:1 gegen Ungarn gab das insgesamt verbesserte Team von Bundestrainer Hansi Flick gegen England eine 2:0-Führung aus der Hand und musste sich gegen den nun seit sechs Spielen sieglosen Vize-Europameister am Ende aber mit einem 3:3 (0:0) begnügen. Allerdings hätte es durchaus schlimmer können: Zwischenzeitlich hatten die Gastgeber die Begegnung zu ihren Gunsten gedreht. Der Reihe nach: Ilkay Gündogan (53., Foulelfmeter) und Kai Havertz (67.) sorgten für die ersten Tore der Partie, ehe England durch Luke Shaw (72.), Mason Mount (75.) und Harry Kane (83., Foulelfmeter) zurückschlug. Havertz setzte dann den Schlusspunkt (87.).

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Für den Ausgang der Nations League hatte die abschließende Partie der Vorrunde für beide Mannschaften keine Bedeutung mehr. Für das deutsche Team bestand schon vor dem Anpfiff keine Chance auf den Gruppensieg und die Teilnahme am Final-Four-Turnier im kommenden Juni mehr. England stand bereits als Tabellenletzter der Gruppe 3 und Absteiger in die Liga B fest. Die DFB-Auswahl kommt nun erst wieder auf dem Weg in die Wüste zusammen. Vier Tage vor dem Beginn der WM am 20. November steht noch ein letzter Test im Oman auf dem Programm. Am 23. November greift Flicks Mannschaft dann erstmals in Geschehen ein. Zum Auftakt geht es Japan. Anschließend warten Spanien und Costa Rica.

Der Bundestrainer hatte seine Startelf am Montagabend im Vergleich zur Pleite gegen Ungarn nominell auf vier Positionen verändert. Neben dem gelbgesperrten Antonio Rüdiger rotierten Thomas Müller, Serge Gnabry und Timo Werner aus der Anfangsformation. Stattdessen kamen Nico Schlotterbeck, Thilo Kehrer, Havertz und Jamal Musiala von Beginn an zum Zug. Gerade von dem Bayern-Youngster erhoffte man sich die zuletzt vermissten offensiven Impulse - und Musiala schien liefern zu wollen. Allerdings verpufften seine zuweilen fast ein überengagierten Bemühungen in der Anfangsphase wirkungslos.

Der 19-Jährige stand im ersten Durchgang fast sinnbildlich für den Rest seiner Mannschaft. Zwar waren in Sachen Einstellung und Willen keine Defizite auszumachen, doch mehr als lange Passstafetten ohne echten Raumgewinn gab es kaum. Um zu echten Torchancen zu gelangen, fehlte es über weite Strecken an Ideen und Tempo. Erst in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs kam Ersatz-Kapitän Joshua Kimmich mit einem Schuss aus rund 20 Metern zu einer echten Chance. Sein Versuch verfehlet das Ziel jedoch (45.+2).

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Die Platzherren beschränkten sich derweil zwar vornehmlich auf eine stabile Defensive, waren bei ihren gelegentlichen offensiven Nadelstichen aber gefährlicher als Flicks Mannschaft. Den größten Schreckmoment vor der Pause gab es nach 25 Minuten zu überstehen. Nach einem bärenstarken Pass von Luke Shaw aus der Tiefe narrte Raheem Sterling die deutsche Hintermannschaft und zwang Marc-André ter Stegen zu einer Glanzparade. Anschließend hatten Kane (27.) und erneut Sterling (44.) durchaus gute Möglichkeiten.

Mit Beginn des zweiten Abschnitts kam Werner für Jonas Hofmann ins Spiel. An der DFB-Führung war der Leipziger jedoch nicht beteiligt - diese leitete vielmehr Englands Abwehrchef Harry Maguire ein. Der Innenverteidiger leistete sich zunächst einen schlimmer Fehlpass und räumte den mit zunehmender Spieldauer besser werdenden Musiala anschließend im Strafraum ab. Schiedsrichter Danny Makelie benötigte trotz des klaren Foulspiels die Hilfe des VAR und entschied schließlich auf Elfmeter. Gündogan ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte sicher.

In der Folge suchte England nun vermehrt den Weg nach vorn, war in seinen Aktionen jedoch nicht zwingend genug. Den Deutschen boten sich indes mehr Räume, die Werner mit seiner Schnelligkeit nutzte. Zunächst zeigte sich der Leipziger nicht entschlossen genug und wählt statt des Abschlusses den Querpass (60.), dann rauschte sein Schuss knapp am Tor des Vize-Europameisters vorbei (62.). Fünf Minuten später legte das DFB-Team dann aber doch nach. Nach einer bärenstarken Balleroberung von Musiala gegen den erneut unglücklichen Maguire ging es blitzschnell nach vorn. Über Werner kam der Ball zu Havertz, der mit einem traumhaften Schlenzer vollstreckte.

England suchte nach einer Antwort - und fand sie. Flicks Mannschaft zeigte sich für einige Momente zu nachlässig in der Rückwärtsbewegung und ließ dem Gegner zu viel Platz um Aufbau. Eine Flanke von Reece James segelte durch den Strafraum zum auf dem linken Flügel gänzlich unbewachten Shaw, der ter Stegen mit ein wenig Glück überwand. Damit nicht genug. Nur drei Minuten später fehlte es den Deutschen in der Defensive erneut an Entschlossenheit. Bukayo Saka kurvte durch die DFB-Reihen, spielte den Ball zu Mount und die Kombination der beiden Joker führte zum Ausgleich.

Nun waren die Engländer endgültig am Drücker und drängten auf den Sieg. Der Sturmlauf brachte zum Erfolg. Ein Foul von Schlotterbeck gegen seinen Dortmunder Klubkollegen Jude Bellingham wurde vom VAR überprüft und führte schließlich zum zweiten Elfmeter der Partie. Kane bewies Nervenstärke und drehte das Spiel endgültig. Es war der dritte Treffer der "Three Lione" binnen zwölf Minuten. Doch Flicks Elf bewies Moral. Nick Pope im englischen Tor ließ einen Schuss von Serge Gnabry abprallen und Havertz staubte ab.

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