15. Juni 2021 / 22:55 Uhr

EM-Fehlstart für DFB-Team: Eigentor von Mats Hummels besiegelt Niederlage gegen Frankreich

EM-Fehlstart für DFB-Team: Eigentor von Mats Hummels besiegelt Niederlage gegen Frankreich

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die deutsche Nationalmannschaft musste sich gegen Frankreich knapp geschlagen geben.
Die deutsche Nationalmannschaft musste sich gegen Frankreich knapp geschlagen geben. © Getty Images (Montage)
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Die deutsche Nationalmannschaft hat zum Start der Europameisterschaft eine Niederlage einstecken müssen. In München unterlag das DFB-Team dem amtierenden Weltmeister aus Frankreich. Mats Hummels unterlief im ersten Durchgang ein Eigentor.

Trotz einer engagierten Leistung hat die deutsche Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft einen Fehlstart erwischt. Gegen Weltmeister Frankreich verlor das Team von Bundestrainer Joachim Löw mit 0:1 (0:1) und steht vor den nun anstehenden Spielen in der Vorrundengruppe F gegen Portugal (19. Juni) und Ungarn (23. Juni) unter Zugzwang, um den Einzug ins Achtelfinale sicherzustellen. Pechvogel des Abends war Mats Hummels, der die Niederlage mit einem Eigentor in der 20. Minute besiegelte. Das DFB-Team ist somit vorerst Dritter seiner Gruppe. An der Spitze thront Portugal, das am frühen Abend 3:0 in Ungarn gewonnen hatte.

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Löw hatte die beiden noch offenen Personalfragen wie erwartet beantwortet: Kai Havertz erhielt den Vorzug vor Leroy Sané und Joshua Kimmich begann auf der rechten Außenbahn. Der Bundestrainer setzte somit auf die gleiche Anfangsformation wie beim 7:1 im letzten EM-Test gegen Lettland – und tatsächlich schien sich diese Maßnahme auch gegen Frankreich zu bewähren. Vor 14.500 Zuschauern in der Münchner Allianz-Arena kam die deutsche Mannschaft durchaus ansehnlich in die Partie und bot dem Weltmeister die Stirn. Doch der Favorit zeigte sich gnadenlos effizient.

Nach rund einer Viertelstunde gingen die Franzosen mehr und mehr in die Initiative. Ein Kopfball von Paul Pogba strich nur knapp über das deutsche Tor (16.) und eröffnete eine kurze Phase, in der die "Équipe Tricolore" überlegen war. Die Folge: das 0:1. Nachdem Bayern-Profi Lucas Hernandez in der auch für ihn mindestens ein wenig heimischen Allianz-Arena auf der linken Offensivseite der Gäste zum Flanken gekommen war, lenkte Hummels den Ball ins eigene Netz. Für den BVB-Profi ein rabenschwarzer Beginn seines dritten Länderspiels nach der DFB-Rückkehr.

Deutschland in Noten: Die Einzelkritik gegen Frankreich

Die deutsche Nationalmannschaft hat die EM mit einem Fehlstart begonnen. Gegen Weltmeister Frankreich gab es zum Auftakt eine knappe 0:1-Niederlage. RND-Sportchef Heiko Ostendorp und Chefreporter Tobias Manzke haben die deutschen Nationalspieler in Noten bewertet. Zur Galerie
Die deutsche Nationalmannschaft hat die EM mit einem Fehlstart begonnen. Gegen Weltmeister Frankreich gab es zum Auftakt eine knappe 0:1-Niederlage. RND-Sportchef Heiko Ostendorp und Chefreporter Tobias Manzke haben die deutschen Nationalspieler in Noten bewertet. ©

Doch die deutsche Mannschaft reagierte auf den Fauxpas ihres Abwehrchefs keinesfalls geschockt. Unmittelbar nach dem Rückstand kam Thomas Müller mit dem Kopf nicht richtig an den Ball, brachte die Kugel aber zumindest halbwegs auf den französischen Kasten (22.). Im Anschluss zielte Toni Kroos aus jeweils guter Freistoß-Position zweimal zu ungenau (25. und 27.). Die Franzosen waren durch das Tempo ihrer Angriffsreihe um Kylian Mbappé zwar latent gefährlich, kamen bis zur Pause aber nicht mehr vielversprechend zum Abschluss. So ging die deutsche Auswahl sogar mit leichten Vorteilen in die Pause – aber eben auch mit einem Rückstand.

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich die DFB-Auswahl, wie von Löw vor dem Anpfiff angekündigt, weiterhin mutig – musste zunächst aber eine Schrecksekunde überstehen. Erneut ging es über Frankreichs linke Offensivseite, die Kimmich in der ihm zugeteilten Rolle phasenweise nicht wirklich in den Griff bekam, nach vorn. Der Abschluss von Adrien Rabiot klatschte schließlich gegen den Außenpfosten des deutschen Tores (52.). Dann wurde auch Löws Team wieder gefährlich. Ein Schuss von Serge Gnabry verfehlte sein Ziel knapp (54.). Es folgte die bis dahin beste Phase im deutschen Spiel, die trotz vieler guter Ansätze ungekrönt bleib.

Dann jubelte plötzlich Frankreich: Mbappé zirkelte den Ball ins deutsche Netz und ließ sich bereits feiern, bevor er vom spanischen Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande wegen einer Abseitsstellung zurückgepfiffen wurde (66.). Löw und Co. atmeten tief durch. Ein Zustand, der sich zwölf Minuten vor dem Ende wiederholen sollte. Mbappé raste in Höchstgeschwindigkeit auf das deutsche Tor zu, Hummels trennte den Weltklasse-Stürmer kurz vor dem Abschluss doch noch vom Ball und unterstrich seine – vom Eigentor abgesehen – gute Leistung (78.).


Löw hatte kurz zuvor Sané für Havertz und Timo Werner für Gnabry gebracht und auf Frische in der Offensive gehofft. Doch den vermeintlich entscheidenden Punch setzte Frankreich. Fünf Minuten vor dem Ende traf Karim Benzema – doch auch der Routinier wurde aufgrund einer Abseitsposition zurückgepfiffen. So hatte Deutschland bis zum Ende alle Chancen auf das Remis – verließ den Platz aber schließlich als Verlierer.

Wirbel hatte es derweil bereits vor dem Anpfiff gegeben. Unmittelbar bevor der spanische Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande die Partie gegen Frankreich in der Münchner Allianz-Arena anpfeifen wollte, landete ein Fallschirmspringer in der deutschen Hälfte. Auf dem Fallschirm des Mannes, der zuvor über das Stadiondach in den Innenraum geflogen war, dabei von der am Stadiondach installierten Spider-Cam ausgebremst wurde und die Zuschauerränge aufgrund dieser unfreiwilligen Richtungsänderung nur knapp verfehlte, standen die Worte "Kick Out Oil!" und "Greenpeace".

Der Mann landete neben dem deutschen Innenverteidiger Antonio Rüdiger, der sich nach der unsanften Landung prompt nach dessen Wohlbefinden erkundigte. Der Springer wurde von Sicherheitskräften abgeführt, die TV-Regie blendete die Szene aus. Die Partie konnte trotz des Zwischenfalls planmäßig angepfiffen werden. Die Hintergründe der Protestaktion blieben zunächst unklar. Die Umweltorganisation Greenpeace setzt sich seit ihrer Gründung vor 50 Jahren vorrangig für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz ein.