16. Oktober 2018 / 22:36 Uhr

Deutschland verliert in der Nations League bei Weltmeister Frankreich

Deutschland verliert in der Nations League bei Weltmeister Frankreich

Robert Hiersemann und Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Leroy Sané ist geknickt: Deutschland hat in der Nations League gegen Frankreich verloren.
Leroy Sané ist geknickt: Deutschland hat in der Nations League gegen Frankreich verloren. © Getty
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Die deutsche Nationalmannschaft hat in der Nations League die nächste Niederlage kassiert. Das DFB-Team von Bundestrainer Joachim Löw zeigte sich gegen Weltmeister Frankreich aber deutlich schwungvoller als zuletzt.

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So negativ wie vor dem Anpfiff im Stade de France war die Stimmung in Fußball-Deutschland lange nicht. Eigentlich stritten sich die Gelehrten nur noch darum, wie hoch die Niederlage gegen die aktuell beste Mannschaft der Welt ausfallen würde – und wann es Joachim Löw dann an den Kragen geht. Doch der Weltmeister von 2014 gab beim Weltmeister von 2018 trotz der 1:2-Niederlage eine gute Antwort. Endlich!

Erst am vergangenen Samstag hatte das DFB-Team in Amsterdam beim 0:3 gegen die Niederlande einen neuen Tiefpunkt nach dem WM-Debakel von Russland erlebt, kassierte bereits die fünfte Pleite in diesem Jahr. Dazu blieb Deutschland in drei Pflichtspielen ohne eigenen Treffer, schoss in den letzten zwölf Länderspielen nur zehn Törchen. Die Quittung dafür bekamen die DFB-Stars auch in Paris zu spüren. Tagsüber war kein einziger Fan am Teamhotel – das hatte es ewig nicht gegeben. Und auch der deutsche Block im Stadion war nicht ausverkauft.

Deutschland in Noten: Die Einzelkritik zum Spiel gegen Frankreich

Die deutsche Nationalmannschaft hat gegen Frankreich in der Nations League gespielt. Wie haben sich die Spieler geschlagen? Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die Noten der DFB-Stars! Zur Galerie
Die deutsche Nationalmannschaft hat gegen Frankreich in der Nations League gespielt. Wie haben sich die Spieler geschlagen? Der SPORTBUZZER zeigt die Noten der DFB-Stars! ©
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Was auf dem Platz folgte, hatten sich alle gewünscht – aber kaum jemand für möglich gehalten. Der Bundestrainer bot endlich eine Mannschaft auf, die ihren Namen wieder verdiente. Er wirbelte seine Startelf ordentlich durcheinander, änderte sein Team auf fünf Positionen. Neben dem verletzt abgereisten Jérôme Boateng mussten Jonas Hector, Thomas Müller, Emre Can und Mark Uth raus, dafür begannen Niklas Süle, Thilo Kehrer, Leroy Sané, Serge Gnabry und Nico Schulz. Müller verirrte sich vor dem Anpfiff erst mal auf die falsche Ersatzbank ...

Das Durchschnittsalter der deutschen Startelf betrug 24,8 Jahre – die Mannschaft war rund zwei Jahre jünger als in Amsterdam (26,9 Jahre im Schnitt). Auch taktisch baute der Bundestrainer um, begann mit einer variablen Dreierkette, die in der Defensive zur Fünferkette wurde. Und in der Offensive wollte er gegen die rasenden Franzosen ebenfalls auf Tempo setzen. Diesmal ging Löws Plan lange Zeit auf.

Zwar zeigte der Weltmeister schon in der Anfangsphase, wie Hochgeschwindigkeitsfußball aussieht. Wenn Mbappé & Co. aufs Gaspedal drückten, ging ein Raunen durch das ganze Stadion. Doch die deutschen Bubis waren ebenfalls gefährlich. In der 13. Minute nahm Sané Fahrt auf. Sein Querpass landete am Arm von Presnel Kimpembe, es gab Elfmeter. Toni Kroos übernahm die Verantwortung und schob den Ball zum 1:0 ins Netz.

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Da war sie endlich mal wieder – die lang ersehnte Führung, die sich Löw zuletzt so sehr und vor allem so oft vergeblich gewünscht hatte. Fünf Minuten später war es erneut Sané, der nach einem Traumpass von Joshua Kimmich durchstartete und alleine aufs Tor lief. Doch statt selbst abzuschließen, legte er den Ball quer auf Timo Werner. Das Abspiel war am Ende zu ungenau und landete bei Frankreichs Torwart Hugo Lloris.

Es war auch am Dienstag nicht alles wieder gut, aber die verjüngte Elf machte es insgesamt gut und gibt Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Leider verpassten Matthias Ginter (24.) und Sané nach der Pause, den Sack vorzeitig zuzumachen. Und so kam Frankreich mit all seiner Power doch noch mal zurück. Zunächst scheiterte Mbappé an Manuel Neuer, dann köpfte Antoine Griezmann eine Flanke von Lucas Hernandez unhaltbar zum 1:1 ein (62.).

Nach dem Ausgleich wachten die 80 000 Fans auf, es entwickelte sich ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Doch Frankreich blieb cooler – und Griezmann verwandelte einen von Mats Hummels verursachten Foulelfmeter doch noch zum 2:1 (80.). Allerdings war höchst umstritten, ob der Bayern-Verteidiger seinen Gegenspieler wirklich zu Fall gebracht hatte. Damit bleibt Deutschland mit einem Punkt Letzter in der Nations League Gruppe A1 und kann den Abstieg aus eigener Kraft nicht mehr verhindern, sollte die Niederlande Frankreich schlagen. Dennoch: Die Diskussionen um Löw dürften zumindest bis zum nächsten Spiel in vier Wochen gegen die Niederlande verstummen.

Hier bewerten: Die deutschen Spieler gegen Frankreich!

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