21. Januar 2021 / 23:12 Uhr

DHB-Team hadert nach Spanien-Niederlage mit Chancenverwertung: "Hat uns das Genick gebrochen"

DHB-Team hadert nach Spanien-Niederlage mit Chancenverwertung: "Hat uns das Genick gebrochen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hart attackiert: Die Spanier erwiesen sich für das deutsche Team um Philipp Weber (Mitte) und Kapitän Uwe Gensheimer (rechts) trotz zwischenzeitlicher Führung als eine Nummer zu groß. 
Hart attackiert: Die Spanier erwiesen sich für das deutsche Team um Philipp Weber (Mitte) und Kapitän Uwe Gensheimer (rechts) trotz zwischenzeitlicher Führung als eine Nummer zu groß.  © imago images/Bildbyran/Bergeld
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Die Enttäuschung bei den deutschen Handballern nach der Niederlage gegen Spanien zum Auftakt der WM-Hauptrunde war riesig. Vor allem die mangelhafte Chancenverwertung ärgerte die Mannschaft. Bundestrainer Alfred Gislason fand trotzdem auch lobende Worte.

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Die Ernüchterung war groß bei den deutschen Handballern. Durch die 28:32 (13:16)-Niederlage gegen Spanien zum Start der Hauptrunde ist klar, dass die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) das Viertelfinale bei der WM in Ägypten nicht mehr aus eigener Kraft erreichen kann, sondern auf Ausrutscher der Konkurrenz - neben Spanien vor allem Vorrunden-Gegner Ungarn und Polen - angewiesen ist. Kapitän Uwe Gensheimer war nach der Partie bedient und zog im ZDF Parallelen zu der unglücklichen 28:29-Niederlage gegen die Ungarn: "Das Schwierigste ist, zu verdauen, dass wir das Spiel auf diese Art und Weise verloren haben, weil ähnlich wie vor zwei Tagen viel mehr drin war."

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DHB-Team eine Viertelstunde "überragend"

Vor allem die vielen vergebenen Möglichkeiten im Angriff - nicht nur, aber auch in der Phase nach einer zwischenzeitlichen eigenen 25:22-Führung (43. Minute) - taten den Deutschen richtig weh. "Wir fangen an, mit zu viel Risiko zu spielen, nachdem wir eine Viertelstunde lang überragend gespielt haben. Viel besser kann man im Angriff nicht agieren", lobte Bundestrainer Alfred Gislason seine Truppe für den Lauf zu Beginn des zweiten Durchgangs. Dann aber kam der Bruch, knapp neun Minuten ohne eigenen Treffer. "Wir nehmen zu viel Risiko, Pässe, die direkt im eigenen Netz landen. Letztendlich verwerfen wir zu viele freie Bälle und machen es uns damit selbst kaputt", kritisierte der Isländer. In den letzten 13 Minuten seien genug Chancen da gewesen, "um das Spiel zuzumachen. Die Chancenauswertung hat uns das Genick gebrochen."

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Torwart-Routinier Johannes Bitter bemühte sich, das Positive herauszustellen. Er attestierte der Mannschaft gegen den favorisierten Europameister "ein geiles Spiel". Stolz fügte der Weltmeister von 2007, der im Laufe der Partie für Stammkeeper Andreas Wolff zwischen die Pfosten rückte, hinzu: "Dass wir drei Fehler gemacht haben, die uns das Genick brechen, kann passieren. Wir haben vorher die ballsicherste Mannschaft der Welt dominiert." Er glaube nicht, dass die Mannschaft "mit hängendem Kopf rausgehen" müsse.

Gislason: Konzentration auf Brasilien und Polen

Gislason hob lobend hervor, dass die Deutschen zumindest die gefürchtete offensive Deckung der Spanier richtig forderten. "Mit zunehmender Spielzeit haben wir das immer besser gelöst. Wir haben die Spanier gezwungen, aus der offensiven Abwehr wieder in eine 6:0-Formation zu wechseln." Was nichts daran ändert, dass das DHB-Team ab sofort auf die Resultate der Konkurrenz schauen muss. "Wir können uns nur auf die nächsten Spiele konzentrieren und hoffen, dass wir das mit guten Leistungen 60 Minuten durchziehen. Wir brauchen sehr viel Glück, um die Möglichkeit zu bekommen, ins Viertelfinale einzuziehen", wusste Gislason. Am Samstag geht es gegen Brasilien, am Montag folgt das Duell mit Polen (jeweils 20.30 Uhr).