06. September 2019 / 22:36 Uhr

Malen und Wijnaldum besiegeln Deutschland-Niederlage: DFB-Elf gibt Spiel gegen Holland aus der Hand

Malen und Wijnaldum besiegeln Deutschland-Niederlage: DFB-Elf gibt Spiel gegen Holland aus der Hand

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Erste DFB-Pleite in der EM-Quali: Donyell Malen erzielt das 3:2 für Holland gegen Deutschland.
Erste DFB-Pleite in der EM-Quali: Donyell Malen erzielt das 3:2 für Holland gegen Deutschland. © Getty Images
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Erste Niederlage für Deutschland in der EM-Qualifikation: In Hamburg muss sich die DFB-Elf gegen Holland trotz Führung geschlagen geben. Donyell Malen von der PSV Eindhoven und Georginio Wijnaldum vom FC Liverpool besiegeln die deutsche Pleite gegen den Erzrivalen.

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Sie schienen schon auf dem Weg zur EM 2020 zu sein, das Ticket für das Turnier im kommenden Sommer war bereits im Druck, als die deutsche Nationalmannschaft am Freitag in Hamburg im Qualispiel gegen die Holland dank des Treffers von Serge Gnabry zur Pause – nicht unverdient – 1:0 führte.  Doch dann riss in der zweiten Halbzeit der Faden. 58. Spielminute: Ausgleich durch Frenkie de Jong. Und dann wurde es ein bitterer Abend für die DFB-Auswahl – vor allem für Jonathan Tah, der das 1:2 per Eigentor erzielte. Toni Kroos konnte noch per Handelfmeter das 2:2 machen. Dann aber schlugen die Holländer zu, 2:3 Donyell Malen (79.), 2:4 Georginio Wijnaldum in der Nachspielzeit.

Bundestrainer Joachim Löw nach der Partie: „Wir haben unter unseren technischen Möglichkeiten gespielt. Holland war über 90 Minuten die klar bessere Mannschaft. Wir haben verdient verloren. Man hatte nie das Gefühl, dass wir das Spiel trotz Führung unter Kontrolle hatten.“

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Die deutsche Nationalmannschaft hat gegen die Niederlande nach zwischenzeitlicher Führung eine Niederlage erlitten und in Hamburg den Sprung auf den ersten Platz der Quali-Gruppe verpasst. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt, wie die deutschen Spieler in Form waren. Zur Galerie
Die deutsche Nationalmannschaft hat gegen die Niederlande nach zwischenzeitlicher Führung eine Niederlage erlitten und in Hamburg den Sprung auf den ersten Platz der Quali-Gruppe verpasst. Der SPORTBUZZER zeigt, wie die deutschen Spieler in Form waren. ©
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Plötzlich und völlig unverhofft kommt wieder Spannung in diese Gruppe C. Am Montag geht es für die Nationalelf in Belfast gegen die Nordiren, die ihre bisherigen vier Qualifikationsspiele allesamt gewonnen haben. Holland hat drei Punkte weniger, allerdings auch ein Spiel weniger. Knifflig.

Bundestrainer Löw war vor dem Spiel noch optimistisch

Vor seinem Bank-Comeback, nachdem er die beiden Qualifikationsspiele im Juni in Weißrussland (2:0) und gegen Estland (8:0) wegen einer Arterienquetschung wegen eines Unfall beim Hanteltraining verpasst hatte, gab Löw Optimisten: „Wir haben den Umbruch über die vergangenen paar Monate sehr gut hinbekommen. Die Automatismen greifen immer besser.“ Und: „Wir können jetzt wieder mehr Zug zum Tor entwickeln.“ Das alles sagt man nicht, wenn man sich seiner Sache nicht sicher ist. Seine Mannschaft dokumentierte Löws Worte nicht über die gesamte Spieldauer. Phasenweise schon. Das reichte nicht.

Die Holländer machten es den Gastgebern vor: Mit schnellem, mutigem Fußball. Variables Spiel, Wechsel der Systeme, mal Dreierkette, mal Fünferkette in der Defensive, Handlungsschnelligkeit, Reagieren in den Umschaltsituationen. Immer im höchsten Tempo. Teilweise war es eine Lehrstunde.

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Die Schlüsselszenen der Partie: Ein dicker Patzer des gebürtigen Hamburgers Jonathan Tah, der in der Dreierkette den verletzten Antonio Rüdiger vertrat, führte zum Ausgleich durch Frenkie de Jong, der Neuer aus kurzer Distanz versetzen konnte (59.). Danach war ein Bruch im deutschen Spiel zu erkennen, die Gäste übernahmen die Initiative gegen verunsicherte Deutsche.

Mut wird nicht immer belohnt, Übermut schon gar nicht. Bundestrainer Joachim Löw, erstmals seit März wieder bei seiner Nationalelf, hat über den Sommer offenbar viel Zutrauen in seine Mannschaft gewonnen.

In Hamburg wurde schon in der ersten Halbzeit deutlich, wie viel Emotion auf beiden Seiten dabei war. Viel stand auf dem Spiel, viel Gift war auf dem Platz. Herbstliche 17 Grad, die offenbar aufs Gemüt der Fans schlugen (recht maue Stimmung), zeigte die Hamburger Videowand an – umso hitziger war es auf dem Rasen.

Holland-Trainer Koeman: "*In der zweiten Halbzeit waren die Deutschen dann müder"*

Fouls, Nickligkeiten, Rudelbildung, böse Worte. Joshua Kimmichs Rambosprung in de Ligt löst eine Rangelei aus, bei der Tah und Memphis Depay aneinander geraten. Kimmich und Depay sahen Gelb. Womit Kimmich gut bedient war. Was an diesem schwarzen DFB-Abend am Ende nur eine Randnotiz war – während die Niederländer jubelten.

Ihr Trainer Ronald Koeman erklärte hinterher, wie sein Team das Spiel noch drehen konnte; „Ich habe meinen Spielern gesagt, dass sie dran bleiben und den Stürmern weniger Räume bieten sollen. In der zweiten Halbzeit waren die Deutschen dann müder. Ein großer Unterschied war, dass wir mehr für den Sieg als Deutschland getan haben. Ich war überrascht, dass sie uns den Ball so oft abgegeben haben.“

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Die Holländer machten es den Gastgebern vor wie es geht: Mit schnellem, mutigem Fußball.Variables Spiel, Wechsel der Systeme, mal Dreierkette, mal Fünferkette in der Defensive, Handlungsschnelligkeit, perfektes Reagieren in den Umschaltsituationen. Und immer im höchsten Tempo. Teilweise war es eine Lehrstunde.

Am Freitagabend in Hamburg wurde schon in der ersten Halbzeit deutlich, dass beide Teams zuletzt ein wenig zu oft die Klingen gekreuzt hatten.

Viel stand auf dem Spiel, viel Gift war auf dem Platz. Herbstliche 17 Grad, die offenbar aufs Gemüt der Fans schlugen (recht maue Stimmung) zeigte die Hamburger Videowall an – umso hitziger war es auf dem Rasen. Harte Fouls, Nickligkeiten, Geschubse, Rudelbildung, böse Worte – viel böses Blut. Joshua Kimmichs Rambo-Sprung in Matthijs de Ligt löst die Rangelei aus, bei der dann Jonathan Tah und Memphis Depay aneinander geraten. Kimmich und Depay sahen Gelb. Womit Kimmich gut bedient war. Was jedoch an diesem schwarzen DFB-Abend am Ende nur eine Randnotiz war.

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