23. November 2022 / 08:38 Uhr

Kommentar zum deutschen WM-Auftakt: Jetzt zählen nur noch Taten – sportliche und politische

Kommentar zum deutschen WM-Auftakt: Jetzt zählen nur noch Taten – sportliche und politische

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
RND-Sportchef Heiko Ostendorp blickt auf den WM-Start der deutschen Mannschaft.
RND-Sportchef Heiko Ostendorp blickt auf den WM-Start der deutschen Mannschaft. © IMAGO/Laci Perenyi (Montage)
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Durch das faktische Verbot der "One Love"-Binde durch die FIFA liegen auch hinter dem DFB-Team bereits turbulente WM-Tage. Am Mittwoch steht nun die erste sportliche Herausforderung gegen Japan an. RND-Sportchef Heiko Ostendorp sieht die deutsche Nationalmannschaft doppelt gefordert.

Dass Fußballer gerne wahlweise Plattitüden oder vollmundige Versprechungen von sich geben, die am Ende nicht gehalten werden, ist keine neue Erkenntnis dieser Weltmeisterschaft. So durfte man sich eigentlich nicht darüber wundern, dass Kapitän Manuel Neuer gegen Japan trotz diverser Ankündigungen – sowohl von Nationalspielern als auch vom DFB-Präsidenten höchstpersönlich – in Katar doch nicht mit der One-Love-Binde aufläuft. Schlimm genug. Doch ab heute wird sich zeigen, ob zumindest den weiteren Worten Taten folgen.

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Sportliche Taten? Zurück in die Weltspitze will die Mannschaft von Trainer Hansi Flick, die bei den letzten großen Turnieren so kläglich scheiterte. Aus in der WM-Vorrunde 2018. Aus im EM-Achtelfinale 2021. Mindestens unter die letzten Vier will man nun kommen, sogar der fünfte Titelgewinn sei das Ziel. So formulierte es zumindest der Spielführer ohne Herzchenbinde. Qualitativ sind diese Ansprüche ohne Frage gerechtfertigt, doch das waren sie bei den vergangenen Endrunden auch. Vieles wird davon abhängen, ob und wie gut der propagierte Zusammenhalt, die angeblich so tolle Stimmung und der Charakter der Truppe wirklich sind.

Politische Taten? "Wir stehen zu dem, was wir gesagt haben und glauben, dass wir diese Werte auch künftig und während des Turniers vertreten müssen und werden", so die neueste Ankündigung von Bernd Neuendorf. Übersetzt: Wir spielen nicht mit Binde, werden dennoch Zeichen setzen. Oha!

Wenn Neuer nach dem gewonnenen Finale ablehnen sollte, den WM-Pokal aus den Händen von Gianni Infantino entgegenzunehmen, hätte das DFB-Team sportlich und politisch Wort gehalten.

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