09. September 2019 / 22:38 Uhr

EM-Qualifikation: Halstenberg und Gnabry schießen Deutschland zu Arbeitssieg in Nordirland

EM-Qualifikation: Halstenberg und Gnabry schießen Deutschland zu Arbeitssieg in Nordirland

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Torschütze Marcel Halstenberg (r.) nimmt die Gratulation von Toni Kroos entgegen. Auch Julian Brandt jubelt mit.
Torschütze Marcel Halstenberg (r.) nimmt die Gratulation von Toni Kroos entgegen. Auch Julian Brandt jubelt mit. © imago images / Revierfoto
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Dank Tor-Debütant Marcel Halstenberg kann die deutsche Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation wieder aufatmen. Der Abwehrspieler von RB Leipzig wuchtete die DFB-Elf mit einem strammen Schuss in Nordirland in Richtung Sieg.

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Schon am Nachmittag waren die Pubs (und die meisten Gäste) in der Innenstadt von Belfast rappelvoll. Die Fans der nordirischen „Green White Army“ tranken und sangen sich Stunden vor dem Anpfiff der EM-Qualifikationspartie gegen Deutschland warm. Es herrschte Feiertagsstimmung an diesem sonnigen Montag – kein Wunder: Schließlich ging der Fußballzwerg von der Insel als Tabellenführer in die Begegnung mit der Millionentruppe von Bundestrainer Joachim Löw.

Nationalelf macht „wichtigen Schritt“ – 2:0 gegen Nordirland

Die stimmgewaltigen nordirischen Anhänger, bei der Weltmeisterschaft in Russland als beste Fans ausgezeichnet, gaben auch unmittelbar vor dem Anstoß noch mal mächtig Gas. „Hier wird die Hütte brennen“, hatte Löw angekündigt. Und der Stadionsprecher wünschte sich „eine weitere magische Nacht.“ Die blieb aus. Die deutsche Nationalmannschaft gewann mit 2:0 durch Tore von Marcel Halstenberg von Bundesliga-Tabellenführer RB Leipzig (48. Minute) und Bayern-Star Serge Gnabry (90.+3). Ein Pflichtsieg. Angreifer Marco Reus’ erste Reaktion nach dem Abpfiff: „Die Mannschaft hat enormes Potenzial, muss aber auch noch viel lernen.“

Deutschland in Noten: Die Einzelkritik gegen Nordirland

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Die Atmosphäre von den Rängen übertrug sich zunächst auf den Platz. Dort warfen sich die Gastgeber in jeden Zweikampf, kämpften um jeden Meter – während der Favorit sich von Beginn an den Schneid abkaufen ließ. Kein Witz: Nordirland hatte mehr Ballbesitz, die erste Ecke, den ersten Torschuss – und die erste Chance zur Führung, als ausgerechnet der erfahrene Anführer Toni Kroos einen Fehlpass spielte, den Manuel Neuer gegen Conor Washington nur dank vollem Körpereinsatz ausbügeln konnte (7.). Dass der deutsche Torhüter damit mehr Präsenz zeigte, als seine Kollegen vor ihm, sagte alles.

DFB-Team im ersten Durchgang mit Problemen

Dabei hatte der Kapitän in den vergangenen Tagen gewarnt, dass im Fußball alles passieren kann. Letzten Sommer hatte der entthronte Weltmeister das schmerzlich erfahren. Eigentlich sollte das Vorrundenaus eine Ausnahme bleiben, der Umbruch vorangetrieben werden – und die DFB-Elf 2020 wieder um den Titel spielen können. Doch es wirkte, als habe die 2:4-Pleite am Freitag gegen die Niederlande tiefere Wunden hinterlassen als befürchtet. Die junge Truppe, in der Löw Halstenberg für den verletzt abgereisten Nico Schulz und den offensiveren Julian Brandt statt Jonathan Tah brachte, taumelte eine Halbzeit lang wie ein angeknockter Boxer.

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Brandt fiel einzig durch Fehlpässe auf, von den anderen drei Wirblern Marco Reus, Timo Werner und Gnabry war 45 Minuten lang fast nichts zu sehen. Die Mannschaft konnte sich bei Neuer bedanken, der nach einer Flanke von Stuart Dallas einen (verdienten) Rückstand verhinderte. Löw stand an der Seitenlinie und wirkte stinksauer. Seinem Gemütszustand entsprechend dürfte die Kabinenpredigt ausgefallen sein – und diese schien Wirkung zu zeigen. Ausgerechnet der bis dahin äußert schwache Halstenberg nagelte eine Direktabnahme herrlich in den Winkel (48.) und zog damit auch den Stimmungsstecker bei die der grün-weißen Party.

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Endlich erwachte die deutsche Offensive. Im Minutentakt gab es nun Chance um Chance. Erst schoss Lukas Klostermann drüber (50.), dann verpasste Gnabry das 2:0 (52.), anschließend scheiterten zunächst Werner (53.) und danach Kroos am starken nordirischen Torhüter Bailey Peacock-Farrell (56.). Weil es Deutschland aber in dieser Druckperiode – wie so oft in den letzten Monaten – verpasste, den Sack zuzumachen, blieb es weiter spannend. Plötzlich waren die Fans wieder da, weil ein Schuss von Stuart Dallas haarscharf am langen Pfosten vorbeirauschte (63.). Dann hätte beinahe Kai Havertz den Sieg eingetütet. Sekunden nach seiner Einwechslung köpfte er aber Millimeter am Tor vorbei. Erst Gnabry beseitigte in der Nachspielzeit die restlichen Zweifel. Das DFB-Team bleibt zumindest auf EM-Kurs. Das Motto des Abends dürfte lauten: Hauptsache

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