19. Juni 2021 / 19:52 Uhr

Kai Havertz, Robin Gosens und zwei Eigentore: Deutschland findet gegen Portugal zur EM-Form

Kai Havertz, Robin Gosens und zwei Eigentore: Deutschland findet gegen Portugal zur EM-Form

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die deutsche Nationalmannschaft hat sich bei der EM eindrucksvoll zurückgemeldet.
Die deutsche Nationalmannschaft hat sich bei der EM eindrucksvoll zurückgemeldet. © dpa
Anzeige

Starke Vorstellung gegen Portugal: Die deutsche Nationalmannschaft hat sich bei der EM für die Auftaktniederlage gegen Frankreich rehabilitiert und Kurs in Richtung Achtelfinale eingeschlagen. 

Anzeige

Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft mächtig an Fahrt aufgenommen. Vier Tage nach der 0:1-Auftaktniederlage gegen Weltmeister Frankreich kam das Team von Bundestrainer Joachim Löw zu einem bärenstarken 4:2 (2:1) gegen Titelverteidiger Portugal und hat den Einzug ins Achtelfinale nun fest im Visier. Mit einem Sieg im abschließenden Gruppenspiel am kommenden Mittwoch gegen Ungarn wäre das Ticket für die nächste Runde sicher gelöst. Auch ein Unentschieden oder gar eine Niederlage könnten am Ende zum Weiterkommen reichen.

Anzeige

Der Erfolg gegen Portugal kam zumindest mit Blick auf die ersten beiden Tore für die DFB-Auswahl ein wenig kurios zu Stande. Nachdem Superstar Cristiano Ronaldo die Gäste in der Münchner Allianz Arena in Führung gebracht hatte (15.), drehte Deutschland die Begegnung dank großer Mithilfe des Gegners: Ruben Dias (35.) und BVB-Profi Raphael Guerreiro (39.) trafen jeweils ins eigene Netz. Nach der Pause beteiligte sich dann auch Löws Team selbst am Toreschießen. Kai Havertz (51.) und Robin Gosens (60.) sorgten mit ihren Treffern für klare Verhältnisse. Portugal kam durch Diogo Jota (67.) noch einmal heran.

Löw war bei der Zusammenstellung der Startelf seinem Weg treu geblieben. Obwohl zahlreiche Experten und Beobachter nach der Niederlage gegen Frankreich Veränderungen gefordert hatten, setzte der Bundestrainer auf das gleiche System und das gleiche Personal. Eine Entscheidung, die sich schon früh auszuzahlen schien. Die Mannschaft entwickelte von Beginn an Druck und Tempo. Schon nach fünf Minuten sah es so aus, als gebe es eine schnelle Belohnung. Gosens hatte eine Flanke von Matthias Ginter sehenswert im gegnerischen Tor versenkt, wurde aber von Schiedsrichter Anthony Taylor (England) und dessen Videoassistenten zurückgepfiffen. Serge Gnabry stand vor dem Treffer hauchdünn im Abseits.

Das deutsche Team blieb dran. Havertz (10.) und Toni Kroos (12.) zielten jedoch jeweils zu ungenau. Mitten in diese Drangphase hinein platzte dann die Führung der Gäste. Im Anschluss an eine deutsche Ecke boten sich den Portugiesen große Räume: Über Bernardo Silva und Diogo Jota kam der Ball zu Ronaldo und der 36-Jährige vollendete aus kurzer Distanz. Löws Team musste sich von diesem Schock zunächst erholen und verlor in den folgenden Minuten ein wenig den Faden. Nach rund einer halben Stunde bäumte sich die Mannschaft dann aber auf beeindruckende Weise auf - erhielt in den entscheidenden Momenten aber auch kräftige Unterstützung des Gegners.

Deutschland in Noten: Die Einzelkritik zum Kantersieg gegen Portugal

Die deutsche Nationalmannschaft hat nach der Auftaktpleite gegen Frankreich im zweiten Spiel überzeugend gegen Portugal gewonnen. RND-Sportchef Heiko Ostendorp und Chefreporter Tobias Manzke haben die Leistung der DFB-Stars in Noten bewertet. Zur Galerie
Die deutsche Nationalmannschaft hat nach der Auftaktpleite gegen Frankreich im zweiten Spiel überzeugend gegen Portugal gewonnen. RND-Sportchef Heiko Ostendorp und Chefreporter Tobias Manzke haben die Leistung der DFB-Stars in Noten bewertet. ©

Portugal mit Eigentor-Doppelpack durch Dias und Guerreiro

Eine harte Hereingabe von Gosens kam in die Mitte und der von Havertz bedrängte Ruben Dias lenkte den Ball ins eigene Netz. Vier Minuten später war dann Guerreiro Portugals zweiter Pechvogel, als er nach einer Flanke von Joshua Kimmich unfreiwillig für das deutsche 2:1 sorgte. Noch vor dem Seitenwechsel folgten weitere Chancen durch Havertz (41.) und Gnabry (45.+3), so dass es für die DFB-Auswahl mit einer verdienten Führung in die Kabine ging.

Auch den zweiten Durchgang begann Löws Mannschaft schwungvoll und erhöhte früh auf 3:1 - und wie. Nach einer sehenswerten Kombination kam der Ball über Gosens zu Havertz, der den Ball über die Linie bugsierte und das Stammplatz-Duell mit Leroy Sané nun wohl endgültig für sich entschieden hat. Neun Minuten später traf dann auch Gosens und krönte seine starke Leistung. Portugal gab sich jedoch nicht geschlagen und verkürzte durch Jota. Auch im Anschluss mühte sich der Titelverteidiger nach Kräften, mehr als ein Pfostenschuss des ehemaligen Bayern-Profis Renato Sanches sprang aber nicht mehr heraus (78.)