11. Juli 2019 / 18:28 Uhr

Deutschland rutscht ab: VfL-Coach Lerch sieht auch im Nachwuchs Probleme

Deutschland rutscht ab: VfL-Coach Lerch sieht auch im Nachwuchs Probleme

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Foto; Boris Baschin, Wolfsburg,SPORT, AOK-Stadion, Fußball, Finale der deutschen Meisterschaft der B-Juniorinnen, VfL Wolfsburg - SC Freiburg; Spiel, 22.06.2019,
Die B-Juniorinnen des VfL holten den Titel, aber werden sie genug gefordert? Wolfsburgs Frauenfußball-Coach Stephan Lerch sieht die Nachwuchsarbeit mit gemischten Gefühlen. © Boris Baschin
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In der Frauenfußball-Bundesliga ist der VfL Wolfsburg zusammen mit Bayern München das Maß aller Dinge, international ist die Konkurrenz deutlich größer. Olympique Lyon ist das Nonplusultra, Paris St.-Germain, FC Chelsea, Arsenal London, der FC Barcelona und Co. rüsten mächtig auf. Der VfL dürfe den Anschluss nicht verlieren, warnt auch VfL-Trainer Stephan Lerch zum Trainingsstart bei Deutschlands Top-Team.

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Die WM habe gezeigt, wie andere Nationen im Aufwind seien. „Nach wie vor glaube ich, dass unsere Liga eine der Stärksten ist. Ich würde sogar sagen, immer noch die Stärkste. Aber ob es jetzt England ist oder Spanien, die ich noch nicht so weit sehe aber am Kommen sind, auch Italien, was das Know-How und die Konstanz angeht, sind wir immer noch sehr gut aufgestellt", weiß Lerch. "Aber damit es auch so bleibt, muss auch neben dem Sportlichen weiter einiges passieren.“ Klar ist: Die Frauen-Bundesliga muss weiter aufpassen, den Anschluss an die Top-Nationen nicht zu verlieren.

Marketing, mediale Präsenz und Rahmenbedingungen vom DFB - das seien wichtige Aspekte, an denen es zu arbeiten gelte. Lerch: „Da muss der DFB noch viel machen, doch auch wir als Vereine werden weiter gefordert.“ Der 34-jährige Erfolgstrainer prangerte aber auch die Nachwuchsarbeit an. „Da müssen einige Strukturen verändert werden“, so Lerch, denn „die B-Juniorinnen-Liga ist sehr umstritten. Die sehe ich sehr kritisch, was das Niveau angeht.“

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Das beste Beispiel sei die 17-jährige Lena Oberdorf, die überraschend zum WM-Kader gehörte und bei ihren vier Einsätzen überzeugte. „Wenn man sieht, was sie für eine Leistung abgerufen hat, ist das Wahnsinn. Und sie hat bis vor einem Jahr noch bei den Jungs gespielt, nicht in einem reinen Mädchen-Team. Sie ist von den Jungs aus dann nach Essen in die Mannschaft", erinnert sich der VfL-Coach und ergänzt: "Wenn man sieht, wie sie in die Zweikämpfe geht und was sie für eine Dynamik mitbringt, dann muss man sagen, sollte man überlegen, im Nachwuchs mehr in diese Richtung zu gehen, was die Förderung betrifft.“

Ein weiteres Beispiel ist das Halbfinale der U17-Mädchen gegen Essen: Im Hinspiel gab es einen deutlichen 6:0-Sieg, im Rückspiel ein 7:1. „Da ist keine Leistungsdichte“, findet Lerch. Die Konsequenz? „Vielleicht sollte man ein Zweit-Spielrecht einbauen, so dass junge Talente auch noch bei Jungs mitspielen können. Oder möglicherweise Kooperationen starten, die es erlauben, dass Mädchen bei Jungs in gewissen Abständen mittrainieren können.“ Oder „einfach mal häufiger gegen Jungs spielen“.

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