13. Oktober 2020 / 22:36 Uhr

Trotz Aufholjagd und Hacken-Tor von Gnabry: Deutschland verpasst Sieg gegen die Schweiz

Trotz Aufholjagd und Hacken-Tor von Gnabry: Deutschland verpasst Sieg gegen die Schweiz

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die deutsche Mannschaft spielte gegen die Schweiz lediglich remis.
Die deutsche Mannschaft spielte gegen die Schweiz lediglich remis. © imago images/Horstmüller
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Gute Ansätze in der Offensive, zahlreiche Wackler in der Defensive: Die deutsche Nationalmannschaft muss sich gegen die Schweiz trotz einer starken Aufholjagd und eines Zauber-Tores von Serge Gnabry mit einem Unentschieden begnügen.

Die deutsche Nationalmannschaft hat den ersten Heimsieg in der Nations League auch im insgesamt vierten Anlauf verpasst. Drei Tage nach dem 2:1 in der Ukraine musste sich das Team von Bundestrainer Joachim Löw mit einem 3:3 (1:2) gegen die Schweiz begnügen und verpasste den mit einem Dreier möglichen Sprung an die Spitze der Gruppe 4. Dabei hatte es für den Weltmeister von 2014 zunächst sogar nach einer Niederlage ausgesehen. Mario Gavranovic (5.) und Remo Freuler (26.) waren vor Geisterkulisse im Kölner Rheinenergie-Stadion die ersten beiden Treffer der Partie gelungen. Dann trafen Timo Werner (29.) und Kai Havertz (55.) für Deutschland, ehe erneut Gavranovic (57.) und Serge Gnabry (60.) den Schlagabtausch abschlossen.

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Vor der Pause hatte das DFB-Team zwar die größeren Spielanteile, für mehr Gefahr sorgte allerdings die Schweiz bei ihren vereinzelten Offensivaktionen - auch begünstigt von der wackligen deutschen Abwehr um Antonio Rüdiger. Dabei hatte sich Löw vor der Partie noch angriffslustig gegeben, Kritik am eingeschlagenen Weg erneut zurückgewiesen und sich von einigen Umstellungen eine bessere Vorstellung als in den vergangenen Partien versprochen.

DFB-Team in Noten: Die Einzelkritik gegen die Schweiz

Das DFB-Team spielte am Dienstagabend in Köln gegen die Schweiz. Der SPORTBUZZER zeigt in der Einzelkritik, wie die deutschen Spieler in Form waren. Zur Galerie
Das DFB-Team spielte am Dienstagabend in Köln gegen die Schweiz. Der SPORTBUZZER zeigt in der Einzelkritik, wie die deutschen Spieler in Form waren. ©

Mit drei frischen Kräften und taktischen Änderungen im Vergleich zum Spiel am Samstag in Kiew schickte der 60-Jährige sein Team ins Rennen. So blieben Niklas Süle, der in der Ukraine den zum Anschluss führenden Elfmeter verschuldet hatte, Julian Draxler und Marcel Halstenberg zunächst auf der Bank. Für das Trio rückten die beiden Chelsea-Profis Havertz und Werner sowie Robin Gosens von Atalanta Bergamo in die Anfangsformation. Folge: Das Team agierte in der Abwehr mit einer Vierer- statt wie zuletzt mit einer Dreierkette. Joshua Kimmich sollte dabei eine entscheidende Rolle zufallen. Als zentraler Antreiber war der Bayern-Profi nach Löws Vorstellungen für "mehr Dynamik" zuständig.


Die Umsetzung dieses Plans gelang zunächst jedoch nur selten. Schon vor dem 0:1, bei dem die deutsche Hintermannschaft erstmals Zuordnungsproblemenoffenbarte, hätte die Schweiz durch Xherdan Shaqiri in Führung gehen können. Manuel Neuer vereitelte jedoch die Gelegenheit seines ehemaligen Münchner Teamkollegen (4.). Beim Tor von Gavranovic im Anschluss an die folgende Ecke war dann aber auch der Bayern-Keeper machtlos. Nachdem die Situation eigentlich schon geklärt war, kam der Ball zurück und Gavranovic köpfte die Schweizer Führung.

Nach dem Rückstand fehlte es dem DFB-Team an Tempo, das stattdessen die Gäste zeigten und einen Konter erfolgreich zum 2:0 abschlossen. Zuvor hatte sich Toni Kroos in seinem 100. Länderspiel den entscheidende Fehlpass im Mittelfeld geleistet. Doch Löws Mannschaft hatte eine Antwort parat, traf nach einer starken Einzelleistung von Werner noch vor der Pause zum Anschluss und kam auch nach dem Seitenwechsel entschlossen aus der Kabine. Bester Beleg: Havertz traf nach 49 Minuten den Pfosten des Gäste-Tores.

Auch in der Folgezeit drängten die Deutschen auf den Ausgleich - und wurden schließlich belohnt. Havertz fischte einen Querpass des früheren Hoffenheimers Fabian Schär, der in der Nachspielzeit per Gelb-Roter-Karte des Feldes verweisen wurde, aus der Luft, stürmte in Richtung des gegnerischen Tores und tat es seinem Chelsea-Kollegen Werner mit einem Schuss ins lange Eck gleich: Tor, 2:2. Wer nun glaubte, Kroos & Co. würden das Spiel endgültig an sich reißen und zu ihren Gunsten drehen, sah sich jedoch getäuscht. Grund: Erneute Unordnung in der Abwehr.

Nachdem Neuer einen Schuss des einstigen Frankfurters Haris Seferovic parierte, bekam die DFB-Elf die Situation nicht entscheidend bereinigt, so dass der Abpraller vor den Füßen von Gavranovic landete. Der Stürmer von Dinamo Zagreb donnerte die Kugel kompromisslos zur erneuten Führung der Schweizer unter die Latte. Aber Deutschland konterte und sorgte für den dritten Treffer der Partie binnen fünf Minuten. Dieses Mal nutzte Werner auf dem rechten Flügel sein Tempo, passte in die Mitte und Gnabry legte den Ball kunstvoll per Hacke am Gladbacher Yann Sommer vorbei ins Tor der Gäste. Deutschland versuchte nun vieles, um doch noch zum Sieg zu kommen. Zählbares sprang bei den Bemühungen allerdings nicht mehr heraus.