06. September 2020 / 22:35 Uhr

Nations-League-Fluch hält an: DFB-Team gibt Sieg auch in der Schweiz aus der Hand

Nations-League-Fluch hält an: DFB-Team gibt Sieg auch in der Schweiz aus der Hand

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Frust beim Kapitän: Toni Kroos und die deutsche Nationalmannschaft blieben auch in der Schweiz ohne Sieg.
Frust beim Kapitän: Toni Kroos und die deutsche Nationalmannschaft blieben auch in der Schweiz ohne Sieg. © Markus Gilliar/GES
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Die deutsche Nationalmannschaft und die Nations League - das scheint nicht recht zusammenzupassen. Im saisonübergreifend sechsten Anlauf wurde es erneut nichts mit dem ersten Sieg. Dieses Mal verspielte das DFB-Team eine Führung in der Schweiz.

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Im saisonübergreifend sechsten Anlauf hat die deutsche Nationalmannschaft erneut den ersten Sieg in der Nations League verpasst. Im St. Jakob-Park von Basel musste sich das DFB-Team mit einem 1:1 (1:0) gegen die Schweiz begnügen und gab dabei wie schon zum Auftakt am vergangenen Donnerstag gegen Spanien (1:1) eine Führung aus der Hand. Ilkay Gündogan hatte mit einem platzierten Schuss aus rund 16 Metern für das 1:0 gesorgt (14.), die Platzherren glichen in der zweiten Hälfte durch Silvan Widmer aus (58.). Schon in der vergangenen Spielzeit des Wettbewerbs war Deutschland in seinen Gruppenspielen gegen Frankreich und die Niederlande nicht über zwei Niederlagen und zwei Unentschieden hinausgekommen.

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Trotz seiner nach dem Remis gegen Spanien deutlich geäußerten Belastungs-Bedenken änderte Joachim Löw seine Startelf am Sonntag nominell nur auf zwei Positionen. Wie bereits am Samstag angekündigt, rückte Bernd Leno für Kevin Trapp ins Tor. Zudem stellte der Bundestrainer in der Abwehr um und brachte Matthias Ginter für Emre Can. Löw verriet unmittelbar vor der Partie, was er sich von der Kontinuität bei der Besetzung seiner Anfangsformation erhoffte. "Wir standen vor der Frage, ob wir auf vier oder fünf Positionen umstellen oder auf ganz wenigen. Aber gestern beim Abschlusstraining und auch heute morgen sind einige Spieler, die gegen Spanien gespielt haben, auf mich zugekommen und haben gesagt, dass sie bereit sind."

Deutschland in Noten: Die Einzelkritik gegen die Schweiz im Überblick

Die deutsche Nationalmannschaft gegen die Schweiz hier in der Einzelkritik. Zur Galerie
Die deutsche Nationalmannschaft gegen die Schweiz hier in der Einzelkritik. ©

Und tatsächlich schien die aufgebotene Elf dieser Ankündigung Taten folgen lassen zu wollen. Deutschland begann die Begegnung engagiert und mit Vorteilen - allerdings verengten die Platzherren die Räume geschickt, so dass gelungene Kombinationen im Spiel nach vorn eher eine Seltenheit blieben. Zwar präsentierte sich auch das DFB-Team defensiv kompakt, zu klaren Chancen kam man aber nicht. Einzig Leroy Sané sorgte mit einer Einzelaktion für ein wenig Gefahr, scheiterte mit seinem Versuch aber an Yann Sommer im Schweizer Tor (7.). Der Gladbacher war einer von insgesamt sechs Bundesliga-Profis in der Anfangself der Eidgenossen, die es zudem unter anderem mit Sommers Klubkollegen Breel Embolo im Angriff probierten.

Embolo und Seferovic sorgen für Gefahr

Der Stürmer war es auch, der in den ersten Minuten noch den meisten Eindruck in der deutschen Hintermannschaft hinterließ. Immer wieder setzte er seinen bulligen Körper geschickt ein, wirkliches Kapital konnten aber weder Embolo noch seine Teamkollegen aus den Aktionen schlagen. Nach rund 25 Minuten erspielten sich die Schweizer dann aber erste echte Möglichkeiten. Renato Steffen vom VfL Wolfsburg scheiterte an Leno (26.), der frühere Frankfurter Haris Seferovic säbelte in aussichtsreicher Position mehr oder minder am Ball vorbei (28.).

Das DFB-Team schlug zurück und hätte durch Julian Draxler eigentlich erhöhen müssen. Der Schuss des Profis von Paris St. Germain war jedoch viel zu unplatziert, so dass Sommer abwehren konnte. Sané brachte dann auch den Abprall er nicht am Keeper vorbei, stand aber ohnehin im Abseits (32.). Seferovic versuchte es vor der Pause noch mit einem Fernschuss, der von Ginter abgefälscht wurde und auf dem Tornetz landete (36.). Auch an der nächsten gefährlichen Aktion war der Angreifer von Benfica Lissabon verantwortlich. Nachdem er Niklas Süle abgeschüttelt hatte, traf er jedoch nur den Außenpfosten des deutschen Tores (42.).

Vorzeitiger Feierabend für Sané

Nach dem Seitenwechsel gönnte Löw dem neuen Bayern-Star dann einen vorzeitigen Feierabend und brachte Julian Brandt (46.). Der BVB-Profi bemühte sich umgehend, am Spiel teilzuhaben und die DFB-Elf schien die Partie immer mehr in den Griff zu bekommen. Draxler kam zweimal zum Abschluss (52. und 54.), brachte den Ball aber nicht im Tor unter. Die erste vielversprechende Kombination der Schweizer im zweiten Durchgang führte dann jedoch zum Ausgleich.

Embolo, der später verletzt ausgewechselt werden musste (72.), brachte den Ball vom linken Flügel auf den heranrauschenden Widmer, der von Gosens nicht eng genug bewacht wurde, und der Schweizer Außenbahnspieler versenkte die Kugel eiskalt. In der Folge blieben wirklich zwingende Aktionen auf beiden Seiten aus, wobei die Schweiz dem Sieg in der Schlussphase noch ein wenig näher schien.