20. März 2019 / 22:38 Uhr

Umbruch startet holprig: Goretzka bewahrt DFB-Team vor Niederlage gegen Serbien

Umbruch startet holprig: Goretzka bewahrt DFB-Team vor Niederlage gegen Serbien

Heiko Ostendorp
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Leon Goretzka erzielte gegen Serbien sein siebte Länderspiel-Tor
Leon Goretzka erzielte gegen Serbien sein siebte Länderspiel-Tor © imago images / Team 2
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Die verjüngte deutsche Nationalmannschaft hat im ersten Spiel nach der Ausmusterung des Bayern-Trios Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng noch keine Aufbruchstimmung verbreitet. Leon Goretzka bewahrte das DFB-Team von einer Pleite gegen Serbien.  

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Geht das schon wieder los? Auch zum Auftakt des Länderspieljahres gelingt der Nationalmannschaft kein Sieg. Beim 1:1 (0:1) gegen Serbien offenbarte das DFB-Team Schwächen, die man aus den vergangenen Monaten kannte und die eigentlich in die Mottenkiste verbannt werden sollten.

Es war das Spiel eins nach der Ära Boateng, Müller und Hummels. Merkwürdig, dass die drei Weltmeister von 2014 vor den Anpfiff mit einer Dankes-Choreografie vom Fanclub Nationalmannschaft verabschiedet wurden – dabei hatte Bundestrainer Joachim Löw in den vergangenen Tagen betont, dass es (noch) kein endgültiges Ende gäbe. Doch das Kuriositätenkabinett des DFB ging weiter. Ebenfalls vor dem Anstoß wurde Marco Reus als „Nationalspieler des Jahres 2018“ ausgezeichnet. Dabei machte er nur sieben Länderspiele, erzielte dabei nur einen Treffer. Andererseits stellt sich natürlich die Frage, wen man sonst hätte küren können nach dem Seuchenjahr mit dem Vorrunden-Aus bei der WM und dem Abstieg aus der Nations League?

Deutschland in Noten: Die Einzelkritik zum Spiel gegen Serbien

Die deutsche Mannschaft hat sich gegen Serbien schwer getan. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt, welcher DFB-Spieler Argumente sammeln konnte - und wer enttäuschte. Zur Galerie
Die deutsche Mannschaft hat sich gegen Serbien schwer getan. Der SPORTBUZZER zeigt, welcher DFB-Spieler Argumente sammeln konnte - und wer enttäuschte. ©
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Gegen Serbien setzte Löw seinen Umbruch weiter fort, brachte mit Leipzigs Lukas Klostermann einen Neuling auf der rechten Abwehrseite, der ein ordentliches Debüt feierte, kurz vor Schluss jedoch angeschlagen ausgewechselt werden musste. Der Beginn war vielversprechend – allerdings auch nur bis zum Gegentreffer. Nach einer Ecke landete der Ball zufällig bei Luka Jovic – und der Stürmer der Frankfurter Büffelherde setzte seinen Lauf auch im Nationaltrikot fort, köpfte zum 0:1 ein (12. Minute). Kapitän Manuel Neuer, der zunächst den Vorzug vor Marc-André ter Stegen bekam, war chancenlos.

DFB-Team startet ohne Reus und Kroos

Die junge deutsche Elf (zunächst ohne Toni Kroos und Reus) bemühte sich um einen ordentlichen Spielaufbau. Allerdings fehlte im letzten Drittel häufig der Zug zum Tor, oft waren die Versuche viel zu umständlich. Timo Werner hatte dennoch zweimal die Chance zum Ausgleich. Sein erster Abschluss war viel zu harmlos (22.), dann scheiterte er freistehend aus wenigen Metern am serbischen Torhüter Marko Dmitrovic (37.). Kurz vor dem Seitenwechsel hatte Adem Ljajic die Möglichkeit zum 2:0 für die Gäste, schoss aber über das deutsche Gehäuse. Mit einem Pfeifkonzert wurden die DFB-Stars in die Kabine verabschiedet – bis dahin hatten die 26 101 Zuschauer in der ausverkauften Arena noch Geduld bewiesen.

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Nach der Pause brachte der Bundestrainer ter Stegen (für Neuer) und Reus (für Havertz). Auffällig, wie positiv der Torhüter des FC Barcelona vom Publikum empfangen wurde. Zu diesem Zeitpunkt stand übrigens kein einziger Weltmeister von 2014 mehr auf dem Platz. Spielfreude, schnelles Umschalten und einen selbstbewussten Auftritt hatte Löw sich gewünscht. Die Partie sollte ein Neuanfang sein, um am Sonntag in Amsterdam gegen die Niederlande mit breiter Brust in die EM-Quali zu starten – daraus wurde nichts. In der Schule hätte man den Bubis wohl das Prädikat „stets bemüht“ verpasst. Gelingen wollte allerdings recht wenig.

Joker Goretzka sticht

Immerhin wurde das Löw-Team nach dem Wechsel torgefährlicher. Zunächst scheiterte Reus an Dmitrovic (59.), dann umkurvte Ilkay Gündogan den Serben-Keeper, seinen Ball kratzte Uros Spajic aber noch von der Linie (65.). So war es dem ebenfalls eingewechselten Leon Goretzka vorbehalten, das erste Tor 2019 zu erzielen. Er versenkte trocken von der Strafraumgrenze (69.). Am Ende bleiben Lichtblicke wie der quirlige Sané, der am Ende von Milan Pavkov hart gefoult wurde, wofür es glatt Rot gab, und der gefährliche Reus, aber auch viel Stückwerk. So dürfte es am Sonntag in Holland erneut schwer werden.

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