19. März 2019 / 07:48 Uhr

Debütantenball und Lammfell: So lief der erste DFB-Tag in Wolfsburg

Debütantenball und Lammfell: So lief der erste DFB-Tag in Wolfsburg

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Neuling Maxi Eggestein musste viele Interviews geben (r), Leroy Sané (r) machte mit seiner Jacke auf sich aufmerksam.
DFB-Neuling Maxi Eggestein musste viele Interviews geben (r), Leroy Sané (r) machte mit seiner Jacke auf sich aufmerksam. © imago images / regios24
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Die DFB-Neulinge Maximilian Eggestein, Lukas Klostermann und Niklas Stark wollten vor ihrem erstem möglichen A-Länderspieleinsatz keine Forderungen stellen. ManCity-Star Leroy Sané sorgte mit seiner Kleidung für Aufsehen.

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Die Fans am Wolfsburger Hotel Ritz Carlton hatten sich vorbereitet. Sie erkannten die DFB-Neulinge Maximilian Eggestein, Lukas Klostermann und Niklas Stark auf Anhieb und bekamen ihre Autogramm- und Selfiewünsche erfüllt. Während die Debütanten eher unauffällig zum Treffen der Fußball-Nationalmannschaft eintrudelten, sorgte ein anderer für Aufsehen: Leroy Sané erschien in einer Lederjacke (für 4500 Euro) – auf links gedreht mit weißem Lammfellfutter und Graffiti-Aufdrucken. Dazu ein Louis-Vuitton-Rucksack im Wert von 18 000 Euro. Dass beim DFB neue Bescheidenheit vorgelebt werden soll, war bis zum Star von Manchester City offenbar noch nicht durchgedrungen.

Lässig begrüßte Sané seine neuen Mitspieler, die auf das Kennenlernen mit dem Bundestrainer bis zum späten Abend warten mussten. Denn Joachim Löw musste sich kurzfristig einer Zahn-OP unterziehen und reiste erst nach dem Training an. Die erste Einheit sollte sein Assistent Marcus Sorg leiten.

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Tor: #1 Manuel Neuer (FC Bayern München) ©
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Eggestein: "Es war ein sehr angenehmes Gespräch"

In einem Telefonat hatte Löw die drei Spieler am vergangenen Donnerstag über ihre Nominierung informiert. „Es war ein sehr angenehmes Gespräch“, berichtete Eggestein, der – wie Klostermann – erst im zweiten Anlauf die unbekannte Nummer entgegennahm. „Es ist ein schönes Gefühl, dabei zu sein. Es ist alles noch etwas größer, es ist etwas mehr los als bei uns“, so der Mittelfeldspieler von Werder Bremen. „Ich will keine Forderungen stellen, sondern die Erfahrungen mitnehmen und aufsaugen, die ich hier sammeln kann.“ Eggestein, der mit dem Rückenwind des DFB-Aufgebots am Sonntag beim 3:1-Sieg der Bremer in Leverkusen überragte, bekommt die Rückennummer 7 des aktuell verletzten Julian Draxler.

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Trikotnummer? Stark: "Hauptsache, ich bin dabei"

Die anderen Debütanten treten in noch größere Fußstapfen: Herthas Stark läuft mit der Nummer 17 auf, die Jérôme Boateng trug. Leipzigs Klostermann trägt nun die 13 von Thomas Müller. „Ehrlich gesagt ist es mir egal, welche Trikotnummer ich habe – Hauptsache, ich bin dabei“, meinte Innenverteidiger Stark. „Ich möchte alle kennenlernen und will mich auch zeigen und anbieten.“

Die Ausbootung der drei Weltmeister war auch bei der ersten Zusammenkunft 2019 Thema. DFB-Direktor Oliver Bierhoff verteidigte den Kurs des Bundestrainers: „Es war der richtige Schritt, auch wie wir es gemacht haben. Die Nachricht hätte so oder so für Wirbel gesorgt. Ich war selbst Spieler, und dabei war mir Ehrlichkeit immer am wichtigsten. Darum ging es auch Jogi, er wollte seine Entscheidung den Spielern unbedingt persönlich mitteilen.“ Ein Hintertürchen für eine Rückkehr des Trios ließ er – wie Löw – offen: „Solange ein Spieler mir nicht sagt, dass er nicht mehr zur Verfügung steht, werde ich ihn auch nicht verabschieden.“

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DFB-Direktor Bierhoff bittet um Geduld

Ohne Müller, Boateng und Hummels, dafür mit Eggestein, Stark und Klostermann geht es am Mittwoch (20.45 Uhr, RTL) gegen Serbien, am Sonntag (20.45 Uhr, RTL) beginnt die EM-Quali mit dem Kracher in Amsterdam gegen die Niederlande. „Wir bauen gerade eine neue Mannschaft, haben viele junge, interessante Spieler mit Potenzial. Dass die drei dabei sind, ist auch ein Zeichen, dass wir an sie glauben. Wir wollen die Rahmenbedingungen schaffen, damit sie sich optimal entwickeln können. Ich hoffe, dass die Fans ihnen etwas Zeit geben und den einen oder anderen Fehler verzeihen“, bat Bierhoff um Geduld, fügte aber auch an: „Das ändert nichts daran, dass wir schnellstmöglich zurück in die Weltspitze und beim nächsten Turnier wieder eine gute Rolle spielen wollen.“

Bevor es 2020 (hoffentlich) zur „richtigen“ EM geht, steht für die U21 die Europameisterschaft in Italien an. Und dort könnten einige A-Nationalspieler (wie Eggestein, Sané, Thilo Kehrer und Julian Brandt) dann noch mal für das Team von Stefan Kuntz auf Titeljagd gehen.

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