21. Juni 2019 / 09:28 Uhr

Teamspirit, Applaus und ein Kabinen-Hit: Das macht die U21 bei der EM so stark

Teamspirit, Applaus und ein Kabinen-Hit: Das macht die U21 bei der EM so stark

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Luca Waldschmidt, Mo Dahoud und Nadiem Amiri hatten gegen Serbien richtig Spaß.
Luca Waldschmidt, Mo Dahoud und Nadiem Amiri hatten gegen Serbien richtig Spaß. © imago images / Revierfoto
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Für Stefan Kuntz steht fest: Der Erfolg der deutschen U21 bei der EM in Italien und San Marino definiert sich vor allem über den überragenden Teamgeist. Der sei "der Klebstoff zwischen allen", betonte der Bundestrainer nach dem Kantersieg gegen Serbien.

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Im Fußball gibt es diese Anzeichen, dass es innerhalb einer Gruppe einfach stimmt. In der deutschen U21-Nationalmannschaft waren und sind davon gleich eine ganze Reihe zu finden – nicht nur während des berauschenden 6:1-Siegs im zweiten EM-Gruppenspiel gegen Serbien. Sondern vor allem bei Dingen, die sich an diesem Abend im Stadio Nereo Rocco in Triest drum herum ereigneten.

Die deutschen Spieler, die zum Einsatz gekommen waren, waren allmählich schon alle in der Kabine eingetrudelt, als es für den Rest des Teams noch mal raus auf den Rasen ging, um eine Laufeinheit zu absolvieren. Nach ebenfalls verdient eingeläutetem Feierabend und wieder im Innenraum angekommen, gab es für die Ersatzspieler aber noch eine Überraschung. Sie wurden mit Applaus empfangen. Von den eigenen Mitspielern, denjenigen aus der Startelf. „Um ihnen ihren Respekt zu zeigen“, erläuterte U21-Coach Stefan Kuntz zufrieden.

Deutschland in Noten: So war die U21-Nationalmannschaft gegen Serbien in Form

Der SPORTBUZZER hat die Leistung der deutschen U21-Nationalmannschaft gegen Serbien bewertet. Zur Galerie
Der SPORTBUZZER hat die Leistung der deutschen U21-Nationalmannschaft gegen Serbien bewertet. ©
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"Es wäre schön, wenn viele Familien kommen und uns besuchen"

Dem 56-Jährigen geht in solch seltenen Momenten, wenn er Dinge wie diese der Öffentlichkeit preisgibt, sichtlich das Herz auf. Übrigens: Hintergrund der Laufeinheit für die Reservisten war, dass Kuntz die Mannschaft am Tag nach dem Spiel ungern trennen will – so wie nach der ersten Partie: in eingesetzte Spieler am Hotel (Regeneration) und nicht eingesetzte Spieler am Trainingsplatz (Spielersatzeinheit). „Wir wollen lieber zusammen regenerieren“, so der U21-Trainer, „und es wäre schön, wenn viele Familien kommen und uns besuchen“.

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Apropos, es war bereits nach Mitternacht, und die Partie schon lange abgepfiffen, als einige Nationalspieler am Stadionausgang noch ihre Liebsten und Freunde trafen, anstatt gleich mit ihren dicken Kopfhörern hinter die verdunkelten Scheiben des Mannschaftsbusses zu verschwinden. Es wurde geredet, gelacht – und sogar getauscht. Felix Uduokhai mischte sich etwa, nachdem sich seine Eltern verabschiedet hatten, kurzerhand in den Family & Friends-Pulk von Mitspieler Florian Neuhaus, wurde dabei von jedem mal geherzt. Randerscheinungen, die in der Summe dann aber schon außergewöhnlich sind.

"Bierkapitän" von Richard Bier: Der EM-Hit der deutschen U21

Doch zurück zum Kabinen-Innenleben. Dreifachtorschütze Luca Waldschmidt war gerade dabei, dem ARD-Hörfunk ein Interview („Wir haben alle Freude, auf dem Platz zu stehen, spielen miteinander Fußball“) zu geben, als er von Kollege Timo Baumgartl weggezerrt wurde. „Ich muss ihn kurz mitnehmen.“ In der Kabine wurde gerade sein Song gespielt. Beziehungsweise ihr Song, denn auch Marco Richter, der ebenfalls getroffen hatte – wie auch schon gegen Dänemark –, ist dafür verantwortlich, dass der „Bierkapitän“ von Richard Bier allmählich zum EM-Hit der DFB-Auswahl wird. „Wir hatten uns das so überlegt. Dass es jetzt so aufgeht, ist schon geil“, sagte Richter. Und tatsächlich: Immer mehr Mitspieler fangen an, sich nach anfänglicher Abneigung doch noch damit zu identifizieren. Sogar der Trainer meinte: „Die Jungs sollen ihren Spaß haben.“

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Kuntz sieht im DFB-Nachwuchs "keinen Horst Hrubesch"

Nachdem Waldschmidt (vier Treffer) und Richter (drei) inzwischen die Doppelführung an der Torschützenliste der U21-EM übernommen haben, ist ihnen dieser Wunsch ja auch kaum auszuschlagen. Ganz nebenbei bestätigen beide übrigens, dass Fußball-Deutschland auch ohne echte Nummer neun im Sturm (Kuntz: „Einen Horst Hrubesch sehe ich im Nachwuchs gerade nicht. Dann muss man anders spielen“) ganz gut zurecht kommt. Für den Coach ist klar, wieso auch das so gut funktioniert: „Es ist schon toll, wenn man da so viel individuelle Qualität hat. Aber der Klebstoff zwischen allen, das ist der Teamspirit.“

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