03. September 2020 / 22:43 Uhr

Gegentor in der 96. Minute! Deutschland verpasst Sieg gegen Spanien

Gegentor in der 96. Minute! Deutschland verpasst Sieg gegen Spanien

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Am Ende doch nur 1:1: Leroy Sané und Toni Kroos 
Am Ende doch nur 1:1: Leroy Sané und Toni Kroos  © imago images/Sven Simon
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Ein Last-Minute-Gegentor hat die deutsche Nationalmannschaft in der Nations League den Sieg gegen Spanien gekostet. In der 96. Minute glich Gaya die DFB-Führung durch Timo Werner aus.

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Nach knapp zehnmonatiger Corona-Pause hat die deutsche Nationalmannschaft ein am Ende ernüchterndes Comeback erlebt. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kam am Donnerstagabend in Stuttgart wegen eines Last-Minute-Gegentores nicht über ein 1:1 (0:0) gegen Spanien hinaus und musste sich zum Start der Nations League mit einer Punkteteilung begnügen. Timo Werner hatte vor leeren Rängen in der Mercedes-Benz-Arena auf Vorlage von Debütant Robin Gosens zur Führung getroffen (51.), Gaya glich in der sechsten Minute der Nachspielzeit aus. Im zweite Spiel des Wettbewerbs am kommenden Sonntag in Basel trifft das DFB-Team auf die Schweiz.

Löw hatte in seiner Anfangsformation erwartungsgemäß auf den 107. Debütanten seiner Amtszeit gesetzt: Gosens von Atalanta Bergamo begann auf dem linken Flügel und sollte mit seiner dynamischen Spielweise dabei helfen, den vom Bundestrainer ausgegebenen Matchplan umzusetzen. "Ich möchte Präsenz und Aggressivität auf dem Platz sehen. Wenn man die Spanier machen lässt, läuft man immer hinterher. Wir wollen versuchen, früh zu pressen", hatte der DFB-Coach unmittelbar vor der Begegnung im ZDF als Marschroute ausgegeben.

Deutschland gegen Spanien in Noten: Die Einzelkritik zum Durchklicken

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Die deutsche Nationalmannschaft in der Einzelkritik. ©

Sein Team, in dem die Bayern-Profis Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Manuel Neuer und Leon Goretzka sowie die beiden Leipziger Lukas Klostermann und Marcel Halstenberg wegen der Belastung beim Champions-League-Finalturnier im vergangenen Monat fehlten, schien ihm von Beginn an folgen zu wollen. Zwar erspielte sich die DFB-Elf um Kapitän Toni Kroos keine klare Überlegenheit, aber immerhin ein deutliches Chancenplus.

DFB-Team beißt sich an de Gea die Zähne aus

Zunächst hieß es dabei: Paris gegen David de Gea. Erst prüfte PSG-Profi Thilo Kehrer den spanischen Keeper (12.), dann scheiterte auch Kehrers Klubkollege Julian Draxler an de Gea (16.). Die dritte gute Möglichkeit hatte der neue Bayern-Star Leroy Sané, der es mit einem Schlenzer versuchte, aber ebenfalls im Schlussmann von Manchester United seinen Meister fand (19.). Zählbares sprang bei den streckenweise ansehnlichen Bemühungen zunächst also nicht heraus. Die Partie hätte für die Deutschen zu diesem Zeitpunkt aber auch eine andere Wendung nehmen können. Denn: Die Gäste kamen einem Treffer noch ein Stückchen näher.

Nach einem verunglückten Rückpass von Emre Can und einem Missverständnis zwischen Neuer-Vertreter Kevin Trapp und Niklas Süle hätte Rodrigo Moreno den Ball nur noch im verwaisten Tor unterbringen müssen. Doch der Spanier zögerte und Trapp luchste ihm die Kugel mit einer bärenstarken Grätsche vor dem eigenen Strafraum doch noch ab (14.). Nach 20 Minuten neutralisierten sich die Mannschaften dann zusehends - echte Chancen wurden weniger, die Aktionen auf beiden Seiten insgesamt ungenauer und kaum noch zwingend. Wobei die geschickt gestaffelten und gewohnt passsicheren Spanier phasenweise das Kommando übernahmen. Aber einzig Rodrigo kam noch zu einem vielversprechend zum Abschluss, konnte Trapp aber nicht überwinden (45.).

Ansu Fati debütiert bei Spanien

Nach der Pause wechselte der spanische Nationaltrainer Luis Enrique dann die Zukunft seines Teams ein: Der erst 17-jährige Ansu Fati vom FC Barcelona gab sein Debüt für die Selección. Jubeln durfte aber das DFB-Team. Nach einer glänzenden Spieleröffnung von Ilkay Gündogan brachte Gosens den Ball zunächst gekonnt unter Kontrolle und gab ihn dann aus vollem Lauf in die Mitte. Hier bewies Werner seine Torjägerqualitäten und erzielte mit seinem zwölften Länderspiel-Tor das 1:0. Kurz darauf sah es gar nach einem Doppelschlag aus: Doch Bayern-Profi Thiago rettete gegen Sané (53.).

Die Spanier mühten sich im Anschluss um den Ausgleich, zeigten einige gute Aktionen, brachten den Ball aber kaum einmal wirklich zwingend auf das Tor von Trapp. Löws Mannschaft setzte hingegen zunehmend auf temporeiches Tempospiel, für das sich die beiden Top-Sprinter Sané und Werner auch in der 61. Minute prädestiniert zeigten. Sané zog die Hintermannschaft der Gäste auf sich und spielte zu Werner, doch der Neu-Londoner traf aus spitzem Winkel nur das Außennetz. Nachdem alles nach einem Sieg für die Deutschen aussah, glich Gaya doch noch aus.

Nach der Partie in der Schweiz geht es für die Nationalmannschaft im kommenden Monat mit einem Länderspiel-Dreierpack weiter. Neben einem Test am 7. Oktober in Köln gegen die Türkei stehen die Nations-League-Partien in der Ukraine (10. Oktober in Kiew) und gegen die Schweiz (13. Oktober in Köln) auf dem Programm.