03. September 2020 / 18:29 Uhr

Sergio Ramos, Thiago, Rodrigo und Co.: Auf diese Spanien-Stars muss das DFB-Team achten

Sergio Ramos, Thiago, Rodrigo und Co.: Auf diese Spanien-Stars muss das DFB-Team achten

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Sergio Ramos, Thiago und Rodrigo gehören zu den spanischen Stars, die der DFB-Elf gefährlich werden können.
Sergio Ramos, Thiago und Rodrigo gehören zu den spanischen Stars, die der DFB-Elf gefährlich werden können. © imago images/Cordon Press/Miguelez Sports
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Härtetest nach langer Wartezeit: Für die deutsche Nationalmannschaft steht das erste Länderspiel seit knapp zehn Monaten an. Der Gegner lautet Spanien. Welche Spieler machen den Weltmeister von 2010 so gefährlich? Auf welche Stars muss Deutschland achten? Der SPORTBUZZER macht den Check.

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Die spanische Nationalmannschaft macht dieser Tage die Arbeit der Sportjournalisten des Landes so schwer wie selten zuvor. "Die sind schon ohne Schutzmaske kaum zu identifizieren, mit Maske dann ...", zitierte die Zeitung El Mundo einen der rätselnden Reporter im Trainingsquartier in Las Rozas nordwestlich von Madrid. Gemeint sind die vielen Nobodys, die Trainer Luis Enrique für die Nations-League-Duelle am Donnerstag gegen Deutschland in Stuttgart und drei Tage später gegen die Ukraine in Madrid berief. Gegen die DFB-Elf startet "La Roja" den ersten radikalen Neuaufbau seit der WM 2006 in Deutschland.

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Die Fachzeitung Diario AS und andere Medien sprechen sogar von einer "Revolution". Vom Weltmeister-Team von 2010 sind nur noch Kapitän Sergio Ramos (34) von Real Madrid, Sergio Busquets (32) vom FC Barcelona und Jesús Navas (34) von Europa-League-Sieger FC Sevilla mit dabei - und trotzdem können einige Spanier dem DFB-Team am Donnerstagabend (20.45 Uhr/ZDF) gefährlich werden. Der SPORTBUZZER checkt die Spanier.

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Ansu Fati

Er ist der Shootingstar der Spanier. Für den 17-Jährigen ist es nach zwei Einsätzen für die U21 die erste Berufung in die A-Nationalmannschaft. "Mit Ansu Fati ist es ganz einfach. Ich kenne ihn. Er hat das Niveau, in der Seleccion zu spielen. Ich möchte Ansu bei uns haben, er wird enorm wichtig für uns", sagte Trainer Luis Enrique kürzlich. Der schnelle Linksaußen vom FC Barcelona, der langfristig als Nachfolger des abwanderungswilligen Lionel Messi gilt, gab vor knapp über einem Jahr sein Debüt in der La Liga und überzeugte mit 7 Toren in 24 Spielen. Auch in der Champions League kam das Juwel 5 Mal zum Einsatz - mit seinem einzigen Turniertreffer in der Vorrunde gegen Inter Mailand schrieb das Offensiv-Juwel Geschichte: Im Alter von 17 Jahren und 40 Tagen krönte er sich zum jüngsten Torschützen in der Geschichte der Königsklasse und brach einen mehr als 22 Jahre alten Rekord. Gut möglich, dass Fati, der in Guinea-Bissau geboren wurde, die nächste Ära des FC Barcelona prägen wird. Nicht ohne Grund wird sein Marktwert laut transfermarkt.de auf 50 Millionen Euro geschätzt. Der pfeilschnelle Außenstürmer könnte - beflügelt von seinem Debüt - die deutsche Hintermannschaft vor Probleme stellen.

Sergio Ramos

Der Superstar von Real Madrid ist schon jetzt eine spanische Ikone. Trotz seines für einen Fußballer hohen Alters 34 Jahren spielt der Innenverteidiger seit Jahren auf absolutem Top-Niveau. Auch in dieser Saison gehörte Ramos wieder zu den besten Spielern der La Liga - und sicherte sich mit Teamkollege Toni Kroos, gegen den er nun spielen wird, den Meister-Titel in Spanien. Mit seinen 11 Toren in 35 Spielen (sechs davon per Elfmeter) war er in der vergangenen Saison hinter dem Franzosen Karim Benzema der zweitbeste Torschütze der Galaticos, und das als Verteidiger.


Kaum ein Spieler zeigt in den großen Partien immer wieder seine enormen Leadership-Qualitäten so deutlich wie der Rekordnationalspieler Spaniens (170 Länderspiele). "Ich bin begeistert von seinen Führungsqualitäten und seinen menschlichen Eigenschaften", lobt Enrique. Als Kapitän der Furia Roja gewann die Real-Legende Ramos, die seit 2005 bei den Königlichen aktiv ist, mit Spanien die Weltmeisterschaft (2010) und zweimal die Europameisterschaft (2008, 2012). Für ihn wurde der Begriff Schlüsselspieler erfunden. Wenn die DFB-Elf Ramos bei Standards nicht unter Kontrolle hat, dürfte es klingeln.

Thiago

Genau, DER Thiago vom FC Bayern München! Der wechselwillige Mittelfeld-Star des Triple-Siegers könnte in Stuttgart sein vorerst letztes Spiel auf deutschem Boden bestreiten. Der FC Liverpool und Manchester United sind an den Dienten des 29-Jährigen interessiert. Anders als beim FC Bayern, wo er in dieser Saison nicht immer uneingeschränkter Stammspieler war, ist Thiago bei der Nationalmannschaft eine der Stützen der Mannschaft. 37 Länderspiele sprechen eine eindeutige Sprache für den Mann, der sich im Finalturnier der Champions League mit dem FCB zuletzt in Topform gezeigt hat. Zusammen mit Fabián bildet er ein ballsicheres Mittelfeld-Duo, gegen das es die Deutschen schwer haben werden.

Rodrigo

Er beherrscht aktuell die Schlagzeilen in England. Der Grund: Der 29 Jahre alte Stürmer wechselte erst kürzlich für die klubinterne Rekordablöse von 33,5 Millionen Euro vom FC Valencia zum Premier-League-Aufsteiger Leeds United. Rodrigo dürfte als einer der wenigen waschechten Stürmer im Spanien-Kader gegen Deutschland von Beginn an spielen. Auch wenn die vergangene Saison aufgrund von immer wieder auftauchenden Knieproblemen nicht so verlief wie erhofft (27 Spiele, vier Tore), gehört der neue Leeds-Star dennoch zu den torgefährlichsten spanischen La-Liga-Stürmern der letzten Jahre. Jetzt wo weder Diego Costa, noch Alvaro Morata oder Ex-BVB-Star Paco Alcacer zur Auswahl der Spanier gehören, muss sich Rodrigo gegen Deutschland beweisen, um die Nummer Eins im spanischem Sturm zu bleiben. Seit der WM 2018 stand bei der Nationalmannschaft lediglich Kapitän Sergio Ramos häufiger auf dem Platz. Sein Ehrgeiz könnte die Deutschen vor Probleme stellen.

Der DFB-Kader für die Nations-League-Spiele gegen Spanien und die Schweiz

Am 3. September trifft die Nationalmannschaft in der Nations League in Stuttgart auf Spanien, drei Tage später geht es in Basel gegen die Schweiz. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt den Kader von Bundestrainer Löw für die Partien – mitsamt drei DFB-Neulingen! Zur Galerie
Am 3. September trifft die Nationalmannschaft in der Nations League in Stuttgart auf Spanien, drei Tage später geht es in Basel gegen die Schweiz. Der SPORTBUZZER zeigt den Kader von Bundestrainer Löw für die Partien – mitsamt drei DFB-Neulingen! ©

Fabián Ruiz

Vorsicht vor seiner Spielintelligenz! Der zentrale Mittelfeldspieler des SSC Neapel ist mit seinen 24 Jahren bereits unverzichtbarer Bestandteil der Mannschaft von Gennaro Gattuso. Neben Kalidou Koulibaly, Lorenzo Insigne und Dries Mertens gehört der Spielgestalter Fabián zu den Leistungsträgern des italienischen Pokalsiegers. Und so langsam erkennt das auch Nationaltrainer Luis Enrique an. In "La Roja" kommt der 1,89 Meter große Mittelfeld-Dirigent bisher zwar erst auf sechs Länderspiele, wusste dort allerdings stets zu überzeugen. Die letzten fünf Partien hat Fabian allesamt über die volle Länge absolviert (drei Torbeteiligungen). Auf den als besten Spieler der U21-Europameisterschaft 2019 ausgezeichneten Neapel-Star wird zu achten sein. Im EM-Finale der Junioren gegen Deutschland erzielte er das 1:0 - wird er heute wieder erfolgreich sein?