31. August 2019 / 15:40 Uhr

Deutschland Tour: Viel los am Etappenstart in Göttingen

Deutschland Tour: Viel los am Etappenstart in Göttingen

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Emanuel Buchmann ist auf dem Theaterplatz ein gefragter Start – der diesjährige Vierte der Tour de France muss ein Autogramm nach dem anderen geben.
Emanuel Buchmann ist auf dem Theaterplatz ein gefragter Start – der diesjährige Vierte der Tour de France muss ein Autogramm nach dem anderen geben. © Heller
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Die Deutschland Tour wollte sich am Sonnabendvormittag kaum ein Göttinger Radsportfan entgehen lassen: Großer Andrang herrschte am Start zur dritten Etappe auf dem Theaterplatz, wo sich die Fahrer einschrieben.

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Die Deutschland Tour hat zumindest das Radsport-Göttingen in ihren Bann gezogen: Tausende Fans kamen am Sonnabend zum Start der dritten Etappe der Tour nach Eisenach zum Start auf den Theaterplatz.

Es ist wie ein Sternmarsch auf Rädern, was sich da am Sonnabendvormittag in Richtung Platz vor dem Deutschen Theater bewegt: Der große Bus des belgischen Lotto Soudal-Teams quält sich eineinhalb Stunden vor dem neutralisierten Start um 13 Uhr durch den Verkehr auf der Kasseler Landstraße, vier Fahrer des Teams Gazprom Rusvelo sind auf ihren Rennmaschinen unterwegs und warten brav ab, bis die Ampel an der Groner Tor-Kreuzung auf Grün schaltet.

Göttingen ist Etappenort der Deutschlandtour 2019

Radsport der Extraklasse: Die Deutschlandtour 2019 macht Ende August auch in Göttingen Station. Zur Galerie
Radsport der Extraklasse: Die Deutschlandtour 2019 macht Ende August auch in Göttingen Station. © r/Deutschlandtour/dpa/Heller/Warda/R/Otto
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Einzig das Team Bahrain Merida hat leichte Orientierungsschwierigkeiten: Während der Materialwagen Höhe Friedland richtigerweise in Richtung Autobahn fährt, biegt der Bus nach Friedland ab – das Navi hat der Mannschaft von Tour de France-Sieger Vicenzo Nibali einen Streich gespielt, wie später ein Mitglied des Trosses verrät.

Zum obligatorischen Einschreiben auf dem Theaterplatz schaffen es Nibali und Co., die im hessischen Meinhard im vornehmen Schloss Hotel Wolfsbrunnen genächtigt haben, aber noch rechtzeitig. Spannender ist jedoch der Bereich um die Teambusse, die auf dem Parkplatz vor der Stadthalle postiert sind – hier kommen die Radsportfans voll auf ihre Kosten, denn hier sind die Stars hautnah zu erleben.

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Was auffällt ist, dass Profiradsportler mit einer totalen Entspanntheit und einer ausgesuchten Höflichkeit ausgestattet sind. Nicht ein Fan-Wunsch nach einem Autogramm oder einem Selfie bleibt unerfüllt.

Zu einer regelrechten Spießrutenfahrt wird der Weg vom Stadthallen-Parkplatz zur Einschreibungsprozedur auf dem Theaterplatz für Sprint-Star André Greipel, einem altgedienten Profi. „Ich kenne die Stadt noch von der Niedersachsenrundfahrt“, berichtet er. Aufgefallen ist ihm am Vortag trotz einer suboptimal verlaufenen Etappe die große Resonanz: „Ich habe ziemliche Schmerzen gehabt, aber mir ist aufgefallen, dass viele Leute da waren.“

Deutschland Tour: Kurz vor dem Start der dritten Etappe

Viele Leute umringen auch Emanuel Buchmann, den Überraschungsvierten der diesjährigen Tour de France. „In letzter Zeit nach der Tour ist die Begeisterung schon groß, aber ich finde das cool“, sagt Buchmann, während er vor dem Teambus Autogramme gibt. Der Hype geht ihm noch nicht auf die Nerven, im Gegenteil: „Schön, dass man so beliebt ist“, ergänzt er.

Emanuel Buchmann ist der Liebling der Fans

Ein kleiner Traum wird für Swen Weitemeier aus Lödingsen wahr, der mit Lebensgefährtin Svenja Thormann mit dem Rad da ist. Beide haben das Renntrikot des Buchmann-Teams Bora Hansgrohe an – Weitemeier ist seit Jahren Fan der Mannschaft. Am Freitag hatte er Geburtstag, und nun steht als verspätetes Geschenk Buchmann hinter ihm und signiert das Trikot. Außerdem gibt es noch ein Autogramm aufs Rad, und in bester Laune geht es zurück nach Lödingsen.

Deutschland Tour: Swen Weitemeier und Svenja Thormann
Deutschland Tour: Swen Weitemeier und Svenja Thormann © Warda

Unterdessen machen Radsportler von Tuspo Weende Selfies mit den deutschen Fahrern Simon Geschke, Nils Politt und Pascal Ackermann, Gewinner der ersten Etappe am Donnerstag. Trotz eines schwarzen Tages am Donnerstag ist Ackermann im Dialog mit den Fans, die sich schnell um ihn scharen, regelrecht zu Scherzen aufgelegt.

„Göttingen ist eine schöne Stadt, ich hatte ja gestern etwas Zeit, sie zu genießen“, sagt er, und die Fans lachen. Ob für ihn noch das grüne Trikot des besten Sprinters drin ist, will ein Tuspo-Fahrer wissen. „Nee, dann hätte ich gestern ankommen müssen“ – vorn dabei sein müssen. Das Team hat in Bad Lauterberg übernachtet, die dritte Etappe werde hart, prognostiziert Ackermann: „Da wird noch mal richtig Rad gefahren.“

Kurz vor dem Start zur dritten Etappe der Deutschland Tour

Als die Tour-Verantwortlichen die Fahrer zum Start bitten, ist dann Schluss mit Meet and Greet. Als der legendäre Tour-Teufel Didi Senft mit Dreizack einige ekstatische Sprünge vollführt, erntet er einen leicht verwunderten Blick von Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD), ebenfalls ein weißhaariger Bartträger. Dann geht’s los, die Handys surren und klicken. Als das letzte Begleitfahrzeug in Richtung Bühlstraße verschwunden ist, ist bereits nach einer halben Stunde der Theaterplatz so gut wie verwaist – und fast schon wieder alles abgebaut. Die Welt war zu Gast bei Freunden – bei Radsportfreunden.

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