07. Oktober 2020 / 22:39 Uhr

DFB-Team verspielt drei Mal Führung: Nationalmannschaft nur remis gegen die Türkei

DFB-Team verspielt drei Mal Führung: Nationalmannschaft nur remis gegen die Türkei

Tim Lüddecke und Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Türkei hat Deutschland in der Nachspielzeit noch ein Unentschieden abgetrotzt.
Die Türkei hat Deutschland in der Nachspielzeit noch ein Unentschieden abgetrotzt. © imago images/Schüler
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Die deutsche Nationalmannschaft hat ihren ersten Sieg im Jahr 2020 erneut verpasst. Im Testspiel in Köln gegen die Türkei kassierte die DFB-Auswahl in der vierten Minute der Nachspielzeit nach dreimaliger Führung den 3:3 (1:0)-Ausgleich.

Das prestigeträchtige Länderspiel zwischen Deutschland und der Türkei, das mit einem phasenweise spektakulären 3:3 (1:0) zu Ende ging, stand an diesem Abend wahrlich nicht im Vordergrund. Selbst die 300 Zuschauer, die im Rheinenergie-Stadion zugelassen waren, hatten statt des sportlich belanglosen Kicks ein anderes Gesprächsthema. Nämlich die Ereignisse, die sich tagsüber rund um den DFB abspielten.

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Auf dem Platz stand zudem eine deutsche Mannschaft, die so mit Sicherheit nie wieder zusammenspielen wird. Auch wenn man diesen Satz bereits im vergangenen Jahr häufig hören musste. Die Dreierkette vor Torhüter Bernd Leno bestand aus Emre Can, Robin Koch und Antonio Rüdiger, auf den Seiten verteidigten Benjamin Henrichs (rechts) und Nico Schulz (links). Im Mittelfeld bildeten Debütant Florian Neuhaus und Julian Brandt die Zentrale, davor sollte Kai Havertz die Fäden ziehen und Kapitän Julian Draxler die einzige Spitze, Luca Waldschmidt, füttern. Genau das passierte nach sieben Minuten, als der Neu-Lissaboner schön freigespielt wurde und Draxler nach dessen gehaltenem Schuss erfolgreich abstaubte – allerdings aus einer Abseitsposition.

Deutschland in Noten: Die Einzelkritik des DFB-Teams gegen die Türkei

Das DFB-Team traf am Mittwochabend in einem Testspiel auf die Türkei. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt, wie die deutschen Spieler in Form waren. Zur Galerie
Das DFB-Team traf am Mittwochabend in einem Testspiel auf die Türkei. Der SPORTBUZZER zeigt, wie die deutschen Spieler in Form waren. ©

Das Spiel plätscherte dahin. Und wie schon in den letzten beiden Spielen gegen Spanien und die Schweiz blieb es auf dem Feld fast so ruhig wie auf den Rängen. Bis auf Can gab kaum ein deutscher Spieler Kommandos, auch Joachim Löw war an der Seitenlinie högschd selten zu vernehmen.

Sein zusammengewürfeltes B-Team erarbeitete sich immerhin einige Chancen – doch die Fernschüsse von Brandt (27.) und Waldschmidt (41.) entschärfte der starke türkische Keeper Mert Günok. Praktisch mit dem Halbzeitpfiff war es dann doch soweit: Draxler wurde vom bis dahin blassen Havertz geschickt und lupfte zum 1:0 in die Maschen.

Man merkte einigen DFB-Spielern die fehlende Praxis an

Auch nach der Pause merkte man einigen DFB-Akteuren wie Rüdiger und Schulz die fehlende Spielpraxis an, immer wieder schlichen sich unnötige Fehler ein. Wie beim 1:1-Ausgleich, als sich Brandt von Torschütze Ozan Tufan abkochen ließ (49.).

Dann trat Neuhaus gleich zweimal in Erscheinung: zunächst erzielte er in seinem ersten Länderspiel nach Doppelpass mit Havertz sein erstes Tor (58.), verlor dann nach einem fragwürdigen Einsatz den Ball an Efecan Karaca, der zum 2:2 versenkte (67.). Wenige Minuten später durften sich auch sein Teamkollege Jonas Hofmann und sein Vorgänger Mahmoud Dahoud über ihre ersten DFB-Einsätze freuen, zunächst den schönen Treffer von Waldschmidt bejubeln (81.) und sich dann erneut über eine verschenkten Sieg ärgern: Kenan Karaman traf zum späten 3:3 (90.).


Am Donnerstag steht Regeneration an vor dem anstrengenden Trip in die Ukraine, der am Freitagmorgen beginnt. In Kiew muss das DFB-Team am Samstag (20.45 Uhr, ARD) nach zwei Auftakt-Remis in der Nations League unbedingt gewinnen, wenn man weiter Chancen auf den Gruppensieg haben will. Beim Gegner fehlen aufgrund von Covid-19-Infektionen sechs Stammspieler, darunter Mittelfeldstar Jewgeni Konoplijanka und alle drei Schlussmänner. Trainer Andrej Schewtschenko nahm deshalb den 45-Jährigen Torwart-Trainer Alexander Schowkowski in den Kader.

Noch in der Nacht nach der Partie reist die deutsche Mannschaft aus dem Risikogebiet zurück nach Köln, wo man zum Abschluss des Länderspiel-Dreierpacks am kommenden Dienstag die Schweiz erwartet - eigentlich. Denn auch bei den Eidgenossen gab es am Mittwoch den nächsten Coronafall zu verzeichnen. Nach Xherdan Shaqiri (FC Liverpool) erwischte es nun den Dortmunder Manuel Akanji.

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