05. Juni 2019 / 06:36 Uhr

So bereitet sich die deutsche U21 auf die EM in Italien und San Marino vor

So bereitet sich die deutsche U21 auf die EM in Italien und San Marino vor

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Luca Waldschmidt (links), Janni Serra (Mitte) und Maximillian Eggestein stehen im aktuellen Kader der U21.
Luca Waldschmidt (links), Janni Serra (Mitte) und Maximillian Eggestein stehen im aktuellen Kader der U21. © dpa
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Junioren-Nationalmannschaft im Trainingslager in Südtirol: Trainer Stefan Kuntz lässt intensiv trainieren, vermittelt gleichzeitig aber eine „Form von Familiengefühl“. Im Teamhotel gibt es etliche Motivationsanreize. Der finale Kader wird erst am Freitag bekanntgegeben. 

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Der Banner ist nicht zu übersehen. „Dein nächster Schritt“, steht dort auf dem Trainingsplatz, direkt hinter dem Tor – das Ziel also praktischerweise gleich mit im Blick. Auch im Mannschaftshotel ist kein Vorbeikommen an dieser Botschaft, gleich im Eingangsbereich ist sie als Aufschrift auf einem Teppich ausgelegt. Hier, in Südtirol, bereitet sich die deutsche U21-Nationalmannschaft aktuell auf die anstehende Europameisterschaft (16. bis 30. Juni) in Italien und San Marino vor. Als Titelverteidiger zwar, allerdings nur auf dem Papier – denn von dem Siegerteam ist nicht mehr allzu viel übrig.

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Quasi seit dem Schlusspfiff des 1:0-Finalsiegs am 30. Juni 2017 in Krakau gegen Spanien geht es für Trainer Stefan Kuntz darum, seine Mannschaft neu auszurichten. Das Trainingslager, das der DFB in der Gemeinde Natz-Schabs bezogen hat, steht dabei bis Dienstag auch unter besagtem Motto. „Und jeder soll da für sich seine Antwort finden“, erklärt der 56-Jährige, der dafür bekannt ist, gern an die Eigenständigkeit seiner Spieler zu appellieren. Seitdem Kuntz diese deutsche U21 im September 2016 übernommen hat, hat er in ihr immer auch eine weitere Instanz zu den Klubs gesehen, die die Jungprofis schulen soll – gerade in ihrer Persönlichkeit.

Das ist der vorläufige EM-Kader der deutschen U21-Nationalmannschaft

Jonathan Tah, Maximilian Eggestein, Mahmoud Dahoud und Alexander Nübel stehen im finalen EM-Kader der U21-Nationalmannschaft.  Zur Galerie
Jonathan Tah, Maximilian Eggestein, Mahmoud Dahoud und Alexander Nübel stehen im finalen EM-Kader der U21-Nationalmannschaft.  ©
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Auch in Südtirol wird derzeit an vielen Dingen gefeilt; der physischen Frische, der spielerischen Idee und der mannschaftlichen Geschlossenheit. Auf eine mehr als eineinhalbstündige erste Einheit am Dienstagmorgen folgten am frühen Abend noch mal zwei weitere Stunden, in denen ganz viel Wettbewerb (mal zwei gegen zwei, mal vier gegen vier) steckte – und eine entsprechend hohe Intensität. Kuntz, der sich das Ganze mit verschränkten Armen sehr genau anschaute, war am Ende immerhin zufrieden: „Klasse, Jungs!“, beendete er den Trainingstag klatschend. Der Mittwoch steht im Zeichen der Regeneration, der Nachmittag ist frei.

"Ein bisschen die Seele baumeln lassen"

Bei der U21 versucht der Trainer seinen Spielern immer auch eine „Form von Familiengefühl“ zu vermitteln. So konzentriert er die Einheiten leiten, so herzlich ist er anschließend im Umgang mit den Anfang Zwanzigjährigen. „Sie brauchen auch noch ein bisschen die Geborgenheit, in der sich jeder kennt und jeder wohlfühlt“, sagt er, „weil in dem Moment, in dem sie aus der Haustür rausgehen, sind sie öffentliche Personen“. In dem von Apfelbäumen umringten rund 800 Einwohner-Örtchen ist daher bewusst alles etwas überschaubarer – bis auf die aufregende Sicht auf die Berge. Auch die Spieler setzten sich am Dienstagmorgen lieber aufs Mountainbike, als mit dem Bus gefahren zu werden. „Da kann man auch noch mal ein bisschen die Seele baumeln lassen“, so Offensivakteur Johannes Eggestein.

Kader-Bekanntgabe erst am Freitagmorgen

25 Spieler sind mit ins Trainingslager gereist, Kapitän Jonathan Tah und sein Stellvertreter Lukas Klostermann weilen beim A-Team (wie übrigens auch Co-Trainer Toni Di Salvo, der den Ausfall von Bundestrainer Joachim Löw mitkompensiert), werden aber zum Turnier zur U21 stoßen. Für den finalen 23er-Kader wird Kuntz noch vier Spieler ausbooten müssen. Mit der Bekanntgabe ist nun doch erst am Freitagmorgen zu rechnen, weil das Trainerteam die Frist bis Donnerstag um 23:59 Uhr komplett ausnutzen wolle. Am Freitagabend steht dann gleich eine Bewährungsprobe (3x30 Minuten) gegen eine Südtirol-Auswahl an. Mit Nadiem Amiri (Außenbandriss) und Arne Maier (Innenbandverletzung) trainierten am Dienstag auch noch zwei Akteure dosiert, sind aber jeweils nach eigener Aussage optimistisch, dass es bis zum Turnierstart reichen wird.

Motivationsanreize im Trainingslager

Verteidiger Timo Baumgartl erklärt schon mal, dass sein angepeilter„nächster Schritt“ ist, „eine gute EM zu spielen“. Dafür werden die Junioren-Nationalspieler schon jetzt tagtäglich mit unterschiedlichen Motivationsanreizen konfrontiert, im Fitnessraum und überall dort, wo sie sich aufhalten. Neben etlichen eigenen Jubelbildern sind dort auch Sprüche („Wege entstehen dort, wo man sie geht“) zu finden, oder einzelne Wörter wie zum Beispiel: Teamgeist, Widerstandsfähig, Mut, Leidenschaft. Fünf Daten stehen zudem stellvertretend für die deutschen Spiele: Der 17. (gegen Dänemark), der 20. (gegen Serbien), der 23. (gegen Österreich) – sowie der 27. (Halbfinale) und 30. (Finale).

Und dann wären da noch folgende drei Wandaufschriften, die im Teamhotel manifestiert wurden: „U21 EM Italien“, klar. „Olympische Spiele Tokio 2020“, für die sich die deutsche Mannschaft mit dem Halbfinaleinzug qualifizieren würde. Als auch die „EM 2024 Deutschland“ – das wäre dann wohl erst der übernächste Schritt.

Hier abstimmen: Wie weit kommt Deutschland bei der U21-EM?

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