23. Juni 2021 / 22:57 Uhr

Leon Goretzka rettet Deutschland gegen Ungarn: DFB-Team zittert sich ins EM-Achtelfinale

Leon Goretzka rettet Deutschland gegen Ungarn: DFB-Team zittert sich ins EM-Achtelfinale

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Leon Goretzka rettete die DFB-Auswahl mit seinem späten Tor gegen Ungarn.
Leon Goretzka rettete die DFB-Auswahl mit seinem späten Tor gegen Ungarn. © dpa (Montage)
Anzeige

Mit großer Mühe und dank Leon Goretzka hat sich Deutschland gegen Ungarn ins EM-Achtelfinale gezittert. Der eingewechselte Bayern-Profi erzielte in der Schlussphase den für das Weiterkommen dringend benötigten Ausgleich.

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich ins Achtelfinale der Europameisterschaft gezittert. An einem turbulenten Abschluss-Spieltag der Gruppe F, an dem die DFB-Auswahl zumindest virtuell mehrmals ausgeschieden war, erkämpfte sich das Team von Bundestrainer Joachim Löw ein 2:2 (0:1) gegen Außenseiter Ungarn und kam als Gruppenzweiter weiter. In der Runde der letzen 16 wartet am 29. Juni in London nun England. Ungarn, das sich tapfer gegen das Aus gewehrt hatte, ist hingegen ausgeschieden. Adam Szallai (11.) und Andras Schäfer (68.) hatten die Gäste zweimal in Führung gebracht. Kai Havertz (66.) und Leon Goretzka (84.) glichen jeweils aus.

Anzeige

Vier Tage nach dem furiosen Auftritt beim 4:2 gegen Portugal gelang es Deutschland kaum einmal, an diese Leistung anzuknüpfen. Löw musste auf den angeschlagenen Thomas Müller in der Startelf verzichten und sorgte mit der Wahl des Ersatzes für eine kleine Überraschung. Statt Goretzka, der nach seiner Muskelverletzung zuletzt wieder voll im Training war, erhielt Leroy Sané eine Chance von Beginn an. "Ich denke, er brennt heute im Spiel. Wir wollen ja auch offensive Akzente setzen", erklärte der Bundestrainer seine Entscheidung. Die Worte des Coaches schienen jedoch zu verhallen.

Die Mannschaft kam nur schwer in die Partie und hatte große Probleme, sich gegen die eng gestaffelten Ungarn Räume zu erspielen. Der Außenseiter agierte zunächst abwartend, um dann eiskalt zuzuschlagen und durch eine Bundesliga-Kombination in Führung zu gehen. Nach einem langen Pass des Freiburgers Roland Sallai entwischte der Mainzer Adam Szalai seinen Bewachern Matthias Ginter und Mats Hummels und versenkte den Ball mit einem sehenswerten Kopfball.


Das DFB-Team suchte nach einer Antwort und schien diese im strömenden Regen auch zu finden. Es folgte die vielleicht beste Phase der Deutschen, in der Hummels die Latte des gegnerischen Tores traf (21.) und Ginter aus kurzer Distanz an Peter Gulacsi scheiterte (22.). Wirklich Zwingendes oder gar Zählbares sprang vor der Pause aber nicht heraus. Dem deutschen Spiel fehlte es an Dynamik und Ideen. Die Ungarn hielten mit einer disziplinierten Leistung dagegen und erlaubten sich kaum eine Schwäche.

Daran änderte sich auch nach der Pause erstmal nichts. Löws Team mühte sich vergeblich, Ungarn präsentierte sich unaufgeregt und effizient - bis eine Standardsituation und ein Gulacsi-Patzer dann doch für kurze Momente der Hoffnung sorgten. Nach einer Freistoß-Hereingabe von Toni Kroos segelte der Keeper von RB Leipzig am Ball vorbei, Hummels köpfte und Havertz drückte die Kugel schließlich über die Linie. Zu diesem Zeitpunkt war Deutschland dann doch in der nächsten Runde. Der Augenblick dauerte nur 17 Sekunden. Vom Anstoß weg trugen die Ungarn den Ball nach vorn, die deutsche Hintermannschaft agierte unaufmerksam und Schäfer sorgte für das 2:1 der Gäste.

Müller, der unmittelbar vor dem Treffer in die Partie gekommen war, starrte kurz ins Leere und versuchte dann, seine Kollegen noch einmal anzupeitschen - mit Erfolg. Denn: Löws zweiter Joker stach. Goretzka, neun Minuten vor Müller eingewechselt, wuchtete einen Abpraller aus rund 15 Metern ins Netz - 2:2. Die Ära von Löw, der nach der EM seinen Hut nimmt und von Hansi Flick abgelöst wird, geht mindestens bis zum Achtelfinale weiter.