21. März 2021 / 13:00 Uhr

Deutschlands beste Torhüterin feiert Pflichtspiel-Comeback nach fast zwei Jahren!

Deutschlands beste Torhüterin feiert Pflichtspiel-Comeback nach fast zwei Jahren!

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Almuth Schult war erstmals seit der WM 2019 wieder in einem Pflichtspiel dabei.
Almuth Schult war erstmals seit der WM 2019 wieder in einem Pflichtspiel dabei. © Imago Images
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Almuth Schult ist wieder da! Die 30-Jährige, die vor ihrer Schulter-OP und ihrer Schwangerschaft Deutschlands beste Torhüterin war, hat erstmals seit der WM 2019 wieder ein Pflichtspiel bestritten - und beim 1:0-Sieg des VfL Wolfsburg II in der 2. Liga bei Borussia Mönchengladbach ihren Kasten sauber gehalten.

Pflichtspiel-Comeback für Almuth Schult! Deutschlands ehemalige Nummer 1 stand beim 1:0-Sieg der U20-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg gegen Borussia Mönchengladbach beim Re-Start der 2. Liga über die volle Distanz im Tor. Ihr letztes Pflichtspiel hatte Schult im Tor der deutschen Nationalmannschaft absolviert – beim WM-Aus Ende Juni 2019 in Frankreich gegen Schweden. Für den VfL spielte sie ihre letzten Pflichtspiel-Minuten zuvor im Mai 2019. Um ihr altes Leistungsniveau nach Schulter-OP und Geburt ihrer Zwillinge wieder zu erreichen, wird die 30-Jährige zukünftig vermehrt bei der U20 Spielpraxis sammeln, aber weiterhin mit der ersten Mannschaft trainieren.

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Die erfahrene Torfrau war in Gladbach sofort wieder in ihrem Element, strahlte viel Selbstbewusstsein aus, peitschte die junge Mannschaft lautstark an und gab Tipps und Anweisungen. Im Profi-Kader muss sie sich in der aktuellen Reihenfolge der VfL-Keeperinnen hinter Katarzyna Kiedrzynek und Friederike Abt, die den Verein im Sommer verlässt, mit der Nummer 3 zufriedengeben.

Neben Schult stand in Gladbach auch Offensivspielerin Shanice van de Sanden in der Startelf, die beim VfL zuletzt im Februar im Kader stand. Aufgrund privater Gründe und anschließender Quarantäne hatte die Niederländerin lange Zeit nicht mit der ersten Mannschaft trainieren können. Die Wiedereingliederung "hat sie körperlich gut verkraftet", gab Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch bekannt - nun soll weiter an der fußballspezifischen Ausdauer gearbeitet werden. Für die U20 waren es in der Staffel Nord nach drei Spieltagen die ersten Punkte, das Tor des Tages erzielte Rita Schumacher in der 57. Minute.

"Keine einfachen Spiele mehr"

Die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg hatten bereits am Vortrag im DFB-Pokal-Viertelfinale mit 7:0 gegen Werder Bremen gewonnen. Im Halbfinale treffen die Niedersachsen am 3. oder 4. April nun auf den FC Bayern. Lerch weiß: "Bis auf ganz wenige Ausnahmen, sind wir den Bayern schon vor dem Finale in Köln begegnet, stets mit dem besseren Ende für uns. Und ganz ehrlich: Das sind Dinge, die kann man nicht beeinflussen."

Dementsprechend, so der 36-Jährige weiter, "nehmen wir es so hin. Im Pokal ist alles möglich, das haben wir in den letzten Finalspielen oder auch generell gesehen. Da kann immer der vermeintliche Favorit straucheln. Über die Favoritenrolle werden wir noch sprechen, aber wir freuen uns, noch einmal gegen Bayern spielen zu dürfen." Letztendlich "ist es zweitrangig, gegen wen es geht. Wir sind in einer Phase, in der es keine einfachen Spiele mehr gibt. Wenn man Titel gewinnen will, muss man eh jeden schlagen. Wann dieser Zeitpunkt ist, haben wir nicht in der Hand. Man kann sich sehr auf ein packendes Duell zweier Top-Mannschaften freuen."

Das Ergebnis gegen Bremen "war auch in der Höhe total verdient", fand Lerch nach Abpfiff, der aber auch mahnt: "Wir können das Ergebnis sehr gut einordnen, wenn man es im Gesamtkontext betrachtet. Ich möchte das auch nicht Kleinreden, aber Bremen hat unter anderem viel gewechselt und Stammkräfte geschont. Dazu hatten sie die zweite englische Woche in Folge, das hat man im Laufe des Spiels gemerkt." Dennoch "haben wir kaum etwas zugelassen, waren sehr kompakt und haben mehrere Torschützinnen. Die Mannschaft hat nicht nachgelassen und sich viele Torchancen erarbeitet. Wir haben ein gutes Erfolgserlebnis geschaffen. Das tut sehr gut und kommt genau zum richtigen Zeitpunkt."


Es war über 90 Minuten eine klare Angelegenheit und der Titelverteidiger ließ nichts anbrennen. Das fand auch Doppel-Torschützin Alexandra Popp. "Nach ein paar anfänglichen Schwierigkeiten, haben wir mit dem ersten Tor gut ins Spiel gefunden. Wir haben defensiv sehr gut gestanden und hatten nach vorne hin viel Druck und ein gutes Umschalten", freut sich die Kapitänin der deutschen Nationalmannschaft. Während in der Vergangenheit immer wieder die Chancenverwertung Thema war, platzte gegen die Bremerinnen der Knoten. Sieben Tore waren im Hinblick auf das, was kommt, "sehr wichtig", so die 29-Jährige, denn "das war gut fürs Selbstbewusstsein. Darauf können wir die kommenden Wochen auf jeden Fall aufbauen."

Dass es im Kader derzeit kaum Verletzungen zu beklagen gibt, sei auch ein Vorteil. "Man merkt, dass wir gut rotieren können und die Qual der Wahl haben. Jede einzelne Spielerin ist zu hundert Prozent da", lobt Popp, denn so könne man "wechseln, ohne Qualitätsverlust. Das spricht eindeutig für unseren Kader und von daher sind wir für das, was kommt, gut gewappnet."