02. Mai 2020 / 22:51 Uhr

DFB-Arzt Tim Meyer von positiven Corona-Tests nicht überrascht: Keine Auswirkungen auf Neustart-Pläne

DFB-Arzt Tim Meyer von positiven Corona-Tests nicht überrascht: Keine Auswirkungen auf Neustart-Pläne

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Arzt Tim Meyer hat mit positiven Corona-Fällen in der Bundesliga gerechnet. Er sieht in den Tests eine Bestätigung des DFL-Konzepts.
DFB-Arzt Tim Meyer hat mit positiven Corona-Fällen in der Bundesliga gerechnet. Er sieht in den Tests eine Bestätigung des DFL-Konzepts. © imago images/Chai v.d. Laage/Herbert Bucco/Montage
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In Interviews mit "ARD" und "ZDF" hat sich DFB-Arzt und DFL-Task-Force-Chef Tim Meyer über die drei positiven Corona-Fälle beim 1. FC Köln geäußert. Diese hätten ihn angesichts der flächendeckenden Tests in der Bundesliga nicht überrascht. Falls sich Kritiker nun bestätigt fühlen sollten, könne er dies nicht verstehen.

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DFB-Arzt Tim Meyer, aktuell Task-Force-Boss der Deutschen Fußball Liga (DFL), hat sich gegen Kritik am DFL-Hygienekonzept nach den drei positiven Corona-Fällen beim 1. FC Köln gewehrt. "Wenn sich hier ein Kritiker bestätigt fühlt, dann hat er meines Erachtens völlig unrealistische Erwartungen. Wenn wir so viele Personen testen, dann werden dort ein paar positive dabei sein. Das ist sehr wahrscheinlich", sagte Meyer in der ZDF-Sportreportage. So seien knapp 2000 Spieler und Verantwortliche getestet worden. "Es ist nicht mal auszuschließen, dass es weitere positive gibt", ergänzte er in der ARD-Sportschau.

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Der 1. FC Köln hatte die drei positiven Tests am Fretagabend offiziell bestätigt und darauf verwiesen, dass die betroffenen Personen "symptomfrei" seien und nun eine 14-tägige häusliche Quarantäne antreten würden. Das Training könne "aufgrund der bereits seit dem 6. April praktizierten Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen im Gruppentraining wie geplant weiterlaufen". Dabei würde "der entsprechende Personenkreis weiter so getestet, wie es im medizinischen Konzept der 'Taskforce Sportmedizin/Sonderspielbetrieb' der DFL vorgesehen ist".

Fortsetzung oder Abbruch: So ist der Stand in den internationalen Topligen

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Nach positiven Corona-Tests in Köln: Tim Meyer spricht von "erreichtem Ziel"

Die Fortsetzung des Mannschaftstrainings trotz der positiven Corona-Tests hatte Kritik bei Politikern ausgelöst: "Wahrscheinlich 2 Spieler, 1 Mitarbeiter infiziert. Rest trainiert weiter. Wer mit Covid-19 trainiert, riskiert Schäden an Lunge, Herz und Nieren. Ich wundere mich, dass Spieler das mit sich machen lassen. Fussball soll Vorbild sein, nicht 'Brot und Spiele'", twitterte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Der sportpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, André Hahn, äußerte sich gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): "Das zeigt die ganze Kalamität dieser Sonderrolle, die man jetzt dem Profifußball einräumen will." Was der 1. FC Köln praktiziere, sei "eine Ungleichbehandlung gegenüber Normalbürgern".

Meyer verteidigte im ZDF das Vorgehen und sieht den angestrebten Bundesliga-Neustart nicht gefährdet. So bedeuteten die vorgenommenen Maßnahmen, "dass potenziell ansteckende Personen aus dem Kreis des Mannschaftstrainings ausgeschlossen werden können. Dies bedeutet dann für die, die noch dabei sind , einen erhöhten Grad an Sicherheit und medizinisch vertretbares Training", so Meyer, der in der ARD von einem Erfolg der seit Donnerstag durchgeführten flächendeckenden Corona-Tests in der Bundesliga sprach: "Wir wollten Personen finden, die ansteckend sind, um sie dann ausschließen zu können. Damit ist ein Ziel erreicht."

DFL plant Liga-Neustart noch im Mai

Der Neustart der Liga soll noch im Mai erfolgen. Dann mit Geisterspielen, wenn die Politik am kommenden Mittwoch grünes Licht gibt. Die DFL-Pläne stehen und fallen aber mit der Tragfähigkeit des medizinischen Konzepts. "Wir sehen jetzt im Alltag, dass unser Konzept frühzeitig Risiken erkennt und reduziert", wurde Task-Force-Chef Meyer, der ärztliche Direktor des Instituts für Sport- und Präventivmedizin an der Universität des Saarlandes bereits zuvor in einer FC-Mitteilung zitiert: "Wir sind überzeugt, dass wir den Spielern mit unserem Konzept die Ausübung ihres Berufs unter bestmöglichem Infektionsschutz ermöglichen können."