02. Mai 2021 / 14:40 Uhr

DFB-Beben: Landes-Bosse fordern Präsident Keller zum Rücktritt auf – kein Vertrauen in Curtius

DFB-Beben: Landes-Bosse fordern Präsident Keller zum Rücktritt auf – kein Vertrauen in Curtius

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Präsidenten der Landes- und Regionalverbände sehen Präsident Fritz Keller (links) und Generalsekretär Friedrich Curtius nicht länger beim DFB.
Die Präsidenten der Landes- und Regionalverbände sehen Präsident Fritz Keller (links) und Generalsekretär Friedrich Curtius nicht länger beim DFB. © IMAGO/Sportfoto Rudel/Jan Huebner (Montage)
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Die Präsidenten der Landes- und Regionalverbände des Deutschen Fußball-Bundes haben DFB-Präsident Fritz Keller zum Rücktritt aufgefordert. Die Funktionäre entzogen Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius ihr Vertrauen, wie der DFB am Sonntag mitteilte.

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Der Krisengipfel beim Deutschen Fußball-Bund endet mit einem großen Knall. Wie der DFB am Sonntagnachmittag in einer Pressemitteilung bekannt gab, haben die Präsidenten der Landes- und Regionalverbände DFB-Präsident Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius das Vertrauen entzogen und Keller zum Rücktritt aufgefordert. Beide haben sich nach dem Votum Bedenkzeit erbeten. Kellers Vize Rainer Koch und Schatzmeister Stephan Osnabrügge wurde hingegen das Vertrauen ausgesprochen.

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Am Samstag und Sonntag hatten die Spitzen der Verbände in einem Kongresshotel in Potsdam konferiert. Grund für den Vertrauensverlust bei Keller: Der Präsident hatte seinen Vize Koch in einer Präsidiumssitzung in der vergangenen Woche als "Freisler" bezeichnet und damit mit dem berüchtigten Nazi-Richter Roland Freisler verglichen. Keller entschuldigte sich für den Eklat, das reicht jedoch offenbar nicht aus. "Eine derartige Äußerung ist völlig inakzeptabel und macht uns fassungslos. Sie wird auf das Schärfste verurteilt", teilten die Bosse mit. "Die Regional- und Landesverbände des DFB stehen für eine demokratische, tolerante und vielfältige Gesellschaft. Die Äußerung des Präsidenten ist mit den Grundsätzen und Werten der Verbände nicht vereinbar."

26 zu 9, zwei Enthaltungen: Klares Votum gegen Keller

"Zur Abwendung weiteren Schadens vom Verband" fordert die Konferenz Keller deshalb auf, von seinem Amt zurückzutreten, hieß es. Das Abstimmungsergebnis wurde gleich mitgeliefert: 26 der 37 Landesfürsten fordern Keller zum Rücktritt auf, es gab neun Gegenstimmen und zwei Enthaltungen. Der Ex-Freiburg-Präsident hatte einen Rücktritt nach Bekanntwerden seiner verbalen Entgleisung zunächst ausgeschlossen.

Auch Curtius, mit dem Keller in den vergangenen Monaten immer wieder über Kreuz lag, droht nun das Aus. 20 Landeschefs entzogen dem Generalsekretär das Vertrauen, nur 14 votierten bei drei Enthaltungen pro Curtius. Anders ist der Fall bei Koch (21 pro/13 gegen/3 Enthaltungen) und Osnabrügge (22/13/2), die Rückenwind von den Landeschefs erhielten. Die Berufung eines außerordentlichen Bundestages, auf im großen Plenum über die Personalien hätte abgestimmt werden können, lehnten die Landes- und Regionalpräsidenten bei einer Einhaltung einstimmig ab.