11. März 2021 / 14:11 Uhr

DFB-Bosse Keller und Bierhoff erklären Plan: So läuft die Suche nach dem Löw-Nachfolger

DFB-Bosse Keller und Bierhoff erklären Plan: So läuft die Suche nach dem Löw-Nachfolger

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Müssen einen neuen Bundestrainer finden: Fritz Keller (l.) und Oliver Bierhoff.
Müssen einen neuen Bundestrainer finden: Fritz Keller (l.) und Oliver Bierhoff. © IMAGO/Jan Huebner/Martin Hoffmann
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Es muss ein Nachfolger her: Nach 15 Jahren gibt Bundestrainer Joachim Löw seinen Posten im Anschluss an die EM 2021 auf. Nun ist es an DFB-Präsident Fritz Keller und besonders Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff, einen Nachfolger zu suchen. Das Duo erklärte die Suche am Donnerstag auf einer Pressekonferenz.

Der Rücktritt von Bundestrainer Joachim Löw nach der EM im Sommer trifft den Deutschen Fußball-Bund hart, aber keineswegs unvorbereitet. "Es is nicht so, dass man sich erst seit heute damit beschäftigt", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff auf einer Pressekonferenz des Verbandes am Donnerstag und gestand: "Wir hatten so einen Fall im Hinterkopf." Er sei von der Entscheidung nicht "wie von einem Blitz getroffen" worden.

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Der frühere Nationalspieler ist der Mann, der nach 15 Jahren einen Nachfolger für Löw identifizieren soll. Das erklärte Verbandspräsident Fritz Keller, der den scheidenden 61-Jährigen für dessen frühe Entscheidung lobte. "Du hast uns die Zeit gegeben, in aller Ruhe und aller Sorgfalt die Nachfolge vorzubereiten", sagte der frühere Freiburg-Boss. Bierhoff habe nun "den Auftrag erhalten, zu sondieren", so Keller weiter. Der DFB habe rund drei Monate vor Turnierbeginn nun "alle Zeit der Welt".

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Auch Bierhoff unterstrich dies: "Wir haben absolut keine Zeitnot", betonte er und sprach von einer "wichtigen Entscheidung für den Verband und Fußball-Deutschland". Nun gelte es, Gespräche zu führen und Eindrücke zu gewinnen. Man sei derzeit nicht auf einen Topkandidaten festgelegt. "Wir haben gute Trainer in Deutschland, im Ausland und im DFB", sagte Bierhoff. "Jetzt haben wir die Möglichkeit, uns das in Ruhe anzuschauen." Es gelte, "immer das Ding zu Ende" zu denken. Bei der Suche beschränkt man sich nicht nur auf vereinslose Coaches. Bierhoff: "Wir wollen nicht in bestehende Verträge eingreifen." Sollte man sich für einen vertraglich gebundenen Trainer interessieren, würde eine Kontaktaufnahme nur "in Abstimmung mit dem jeweiligen Verein" erfolgen. "Ansonsten würden wir bestehende Verträge respektieren", ergänzte Bierhoff. Eine zeitliche Vorgabe gebe man sich nicht, ein Nachfolger soll jedoch in jedem Fall vor den nächsten Länderspielen im September gefunden werden.

Klar scheint: Der neue Trainer wird wie bisher immer ein Deutscher sein. "Auch in Richtung ausländischer Trainer kann man sich umschauen. Ich sehe aber die Chancen eher gering, wenn ich mich auf dem Markt umschaue. Wir sollten als deutsche Nationalmannschaft auch einen deutschen Trainer sehen", sagte Bierhoff weiter.

Bierhoff stellt klar: Entscheidung "nicht nach Umfragewerten"

Der Direktor, der seit langer Zeit eng und vertrauensvoll mit Löw zusammenarbeitet, bekräftigte, keine Kandidaten kommentieren oder Zwischenstandsmeldungen abgeben zu wollen. Außerdem stellte er klar: "Wir werden unsere Entscheidungen nicht nach Umfragewerten treffen." Er umriss das Profil eines Bundestrainers wie folgt: Er müsse Spiele analysieren können, schnell auf Dinge reagieren und auch eine kommunikative Kompetenz haben - sowohl die Mannschaft als auch die Öffentlichkeit betreffend.

Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hatte zuvor ergeben, dass sich ein Viertel der Deutschen Klopp als Löw-Nachfolger wünscht. 24 Prozent der 1618 befragten Personen gab den Trainer des FC Liverpool als Wunschkandidaten an, neun Prozent nannten Löws früheren Assistenten Hansi Flick vom FC Bayern. Vier Prozent würden gerne U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz als neuen Bundestrainer nach der EM in diesem Sommer sehen, drei Prozent Julian Nagelsmann (RB Leipzig) und zwei Prozent Thomas Tuchel (FC Chelsea). Knapp die Hälfte der Befragten machte keine Angabe