25. September 2022 / 09:59 Uhr

Nur noch drei Plätze vergeben: Bundestrainer Hansi Flick steht plötzlich vor einem Startelf-Puzzle

Nur noch drei Plätze vergeben: Bundestrainer Hansi Flick steht plötzlich vor einem Startelf-Puzzle

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Knapp zwei Monate vor der WM in Katar scheinen im Team von Bundestrainer Hansi Flick nur noch wenige Plätze fest vergeben zu sein.
Knapp zwei Monate vor der WM in Katar scheinen im Team von Bundestrainer Hansi Flick nur noch wenige Plätze fest vergeben zu sein. © Getty Images
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Die erste Niederlage im 14. Länderspiel unter Bundestrainer Hansi Flick könnte beim DFB-Team zwei Monate vor der WM noch einmal einiges durcheinander wirbeln. Nach dem 0:1 gegen Ungarn scheinen nur noch wenige Startelf-Plätze fest vergeben. 

Gut ein Jahr und 13 ungeschlagene Spiele unter Bundestrainer Hansi Flick bauten die Stimmung und die Hoffnung in Fußball-Deutschland nach zwei verpatzten Turnieren wieder auf – nun reichten 90 schwache Minuten, um fast alles wieder in Frage zu stellen.

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0:1 gegen Ungarn, Gruppensieg in der Nations League futsch – und plötzlich Angst mit Blick auf die WM in Katar, die in knapp zwei Monaten beginnt. Eigentlich dachte man, die deutsche Mannschaft sei weiter. Und eigentlich dachte der Bundestrainer, dass das Gerüst seiner Stammelf bereits steht. Eigentlich…

Flick gesteht taktischen Fehler ein

Denn nach dem teilweise katastrophalen Auftritt gegen taktisch kluge und körperlich starke, aber dennoch biedere Ungarn (nicht für die WM qualifiziert) hat Flicks Startformation nun einige Löcher. "Das haben wir uns natürlich ganz anders vorgestellt", gab der DFB-Coach zu und gestand seinen taktischen Fehler, mit zwei offensiven Außenverteidigern zu beginnen, selbst ein. Mit Blick auf die letzte Partie vor dem Abflug in die Wüste (14. November) am kommenden Montag in England (20:45 Uhr, RTL) sagte er: "Die Zeit der Experimente ist vorbei."

Geht man die Truppe durch, dürften tatsächlich nur noch wenige Plätze fix vergeben sein: Manuel Neuer im Tor, Antonio Rüdiger in der Innenverteidigung, Joshua Kimmich im zentralen Mittelfeld – und sonst? Die Besetzung des zweiten zentralen Abwehrmannes ist ebenso offen wie die der defensiven Außen und der kompletten Offensivabteilung. Auch den perfekten Partner für Kimmich hat Flick immer noch nicht gefunden. Zwar hat er auf allen Positionen genügend Alternativen, sagt selbst: "Die Qualität ist vorhanden." Doch rennt die Zeit weg, und eingespielt ist seine Wunschformation definitiv nicht.

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BVB-Verteidiger Süle wirkt nicht austrainiert

Nico Schlotterbeck wird in Wembley auf jeden Fall eine weitere Chance bekommen, da Rüdiger gesperrt fehlt. Will Niklas Süle sich gegen seinen BVB-Konkurrenten durchsetzen, muss er an seiner Fitness arbeiten – gegen Ungarn wirkte er erneut nicht austrainiert und teilweise sehr schwerfällig.

Da zwei offensive Außenverteidiger offenbar nicht funktionieren, wird Flick Jonas Hofmann oder David Raum opfern müssen. In England könnten Robin Gosens oder Thilo Kehrer noch mal Gelegenheit bekommen, sich zu zeigen.

Musiala zeigt auch beim DFB Stammplatz-Format

Ilkay Gündogan war am Freitagabend mal wieder sehr bemüht und hatte viele Ballkontakte, allerdings auch viel zu viele Fehlpässe. Zwar fehlt Leon Goretzka (Corona) in England, könnte mit Blick auf die WM aber den Vorzug im Zentrum bekommen.

Auch in der hochkarätig besetzten Offensivreihe mit Serge Gnabry, Thomas Müller, Leroy Sané und Timo Werner bewies keiner, dass er unantastbar ist – im Gegenteil. Flick: "Wir haben viel zu wenig Chancen herausgespielt." Einzig der eingewechselte Jamal Musiala zeigte mal wieder, dass er ebenfalls Stammplatzformat hat.

Natürlich wird der DFB-Coach nach seiner allerersten Pleite nicht alles über den Haufen werfen, muss er auch nicht. "Die zweite Halbzeit war deutlich besser. Da hat man gesehen, dass einige zurecht die Ansprüche haben, bei der WM zu spielen." Wen er genau damit meinte, verriet Flick allerdings nicht. Fakt ist, dass er die neuen Löcher in seiner Startelf dringend stopfen muss – sonst droht Deutschland die nächste Käse-WM.

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