26. März 2019 / 10:31 Uhr

DFB-Taktik von Bundestrainer Löw geht auf - Siegermentalität ist zurück  

DFB-Taktik von Bundestrainer Löw geht auf - Siegermentalität ist zurück  

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Engagiert an der Seitenlinie: Bundestrainer Joachim Löw.
Engagiert an der Seitenlinie: Bundestrainer Joachim Löw. © imago images / Jan Huebner
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Der starke Auftakt der DFB-Mannschaft in die EM-Qualifikation gegen Holland macht Mut. Die Nationalmannschaft hat wieder eine alte Tugend gezeigt: Den absoluten Siegeswillen.

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Bevor die Nationalspieler Sonntagnacht in den Mannschaftbus im Bauch der Johan- Cruyff-Arena stiegen, brachte es einer der neuen Anführer auf den Punkt: „Es hört sich vielleicht komisch an“, sagte Joshua Kimmich, „aber im Nachhinein ist das 3:2 wichtiger, als wenn wir 3:0 gewonnen hätten. Das schweißt zusammen“, so der Musterschüler von Joachim Löw. Was er damit genau meinte, liegt auf der Hand.

Bei aller Euphorie über den inzwischen fortgeschrittenen Umbruch des DFB-Teams und die durchaus guten Ansätze bei den vergangenen Länderspielen war den Deutschen etwas abhandengekommen, was sie jahrelang – wenn nicht länger – ausgezeichnet hatte: die Killermentalität, der absolute Siegeswille, das Niemals-Aufgeben. Und wenn es sein musste, hatte man häufig den Fußballgott auf seiner Seite, um eine verloren geglaubte Partie doch noch zu gewinnen.

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In Amsterdam war dieses Gefühl endlich wieder da. „Das tut der Seele und Moral gut“, sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff nach dem Last-minute-Siegtreffer vom Hoffenheimer Nico Schulz gegen die Niederlande im ersten Spiel der EM-Quali. Und auch Löw war „glücklich und zufrieden, weil wir Leidenschaft und Kampf gezeigt, den Glauben an den Sieg nie verloren haben“.

Klinsmann lobt: "Viel besser kann man es nicht spielen"

Endlich, wollte wohl auch Löw sagen. Endlich gelang es auch ihm wieder, seine Mannschaft taktisch top einzustellen, in der hektischen Phase nach dem 2:2-Ausgleich ruhig zu bleiben und die richtigen Wechsel zu vollziehen. So brachte er den angeschlagenen Edeljoker Marco Reus, der den Siegtreffer vorbereitete. Mit seiner etwas defensiveren Ausrichtung im 3-5-2-System hatte er richtig gelegen und die starken Niederländer damit überrascht. Die erste Halbzeit war das Beste, was die Fans in den letzten Jahren von der Nationalelf zu sehen bekamen. Oder wie es RTL-Experte Jürgen Klinsmann formulierte: „Viel besser kann man es nicht spielen.“

Gewinner und Verlierer der Länderspiele gegen Serbien und Holland

Der <b>SPORT</b>BUZZER benennt die Gewinner und Verlierer der Länderspiele gegen Serbien und Holland unter Bundestrainer Joachim Löw. Zur Galerie
Der SPORTBUZZER benennt die Gewinner und Verlierer der Länderspiele gegen Serbien und Holland unter Bundestrainer Joachim Löw. ©
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Endlich war Deutschland durch Leroy Sané mal wieder in Führung gegangen. Die Offensivrakete von Manchester City wirbelte die so hochgelobte holländische Abwehr mit Sturmpartner Serge Gnabry immer wieder durcheinander. Kein Zufall, dass es dem ebenfalls starken Gnabry vorbehalten war, mit einem Traumtor auf 2:0 zu stellen. „Was wir vor der Pause gezeigt haben, war überragend, auch fußballerisch“, lobte Löw. Endlich war sein Team gegen einen starken Gegner mal wieder Chef im Ring, ließ die Kugel laufen, leistete sich lange Zeit kaum unnötige Ballverluste. Toni Kroos, bei Real Madrid in die Kritik geraten, gab den Takt vor und wurde bestens unterstützt von Kimmich, der im defensiven Mittelfeld zum festen Partner an der Seite von Kroos zu wachsen scheint. Auf den Außenbahnen schalteten sich Thilo Kehrer und Schulz immer wieder mit ein, schlugen gefährliche Flanken, suchten selbst den Abschluss.

Die Pressestimmen zum Deutschland-Sieg in Holland

Leroy Sané und Nico Schulz sind nur zwei der siegreichen DFB-Spieler, die in der internationalen Berichterstattung gut wegkamen. Hier sind die Pressestimmen zum Deutschland-Sieg. Zur Galerie
Leroy Sané und Nico Schulz sind nur zwei der siegreichen DFB-Spieler, die in der internationalen Berichterstattung gut wegkamen. Hier sind die Pressestimmen zum Deutschland-Sieg. ©

Endlich rechtfertigte auch Manuel Neuer wieder das Vertrauen des Bundestrainers, ihn in den wichtigen Partien Marc-André ter Stegen vorzuziehen. Er hielt mindestens einen „Unhaltbaren“, strahlte Ruhe und Souveränität aus wie zu besten Zeiten. Bitter für die Nummer eins des FC Barcelona, dass sich in der Torwarthierarchie erst mal nichts ändert. Gut für Löw, dass keine neuen Diskussionen aufkommen.

„Ich hatte bereits vor der Partie ein gutes Gefühl, dass wir unsere PS auf die Straße bringen. Schon im letzten Jahr haben wir gegen Holland oder auch Frankreich gute Ansätze gezeigt, uns aber nicht belohnt“, resümierte Löw. Bis zum nächsten Quali-Spiel gegen Weißrussland (8. Juni in Borissow) hat er nun Ruhe und dann gegen schwächere Gegner wie eben die Weißrussen und Estland (11. Juni in Mainz) dazu Gelegenheit, Dinge einzustudieren – damit Deutschland 2020 endlich wieder titelreif ist.

Bekommt die Nationalmannschaft mit Joachim Löw die Kurve? Stimmt ab!

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