05. Juli 2022 / 22:14 Uhr

DFB-Star Ilkay Gündogan positioniert sich bei Reizthema Katar: "Bin ein Freund von Menschenrechten"

DFB-Star Ilkay Gündogan positioniert sich bei Reizthema Katar: "Bin ein Freund von Menschenrechten"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ilkay Gündogan hat beim strittigen Thema Katar eine klare Meinung.
Ilkay Gündogan hat beim strittigen Thema Katar eine klare Meinung. © IMAGO/ActionPictures
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Nationalspieler Ilkay Gündogan hat sich klar zum umstrittenen WM-Gastgeber Katar positioniert. "Ich bin ein Freund von Menschenrechten und kein Freund von Menschenrechtsverstößen", sagte Gündogan dem "DFB-Journal". Er halte es jedoch für legitim, wenn Spieler sich ganz auf den Sport konzentrieren wollen.

Ilkay Gündogan hat sich zurückhaltend zur Debatte um das WM-Gastgeberland Katar geäußert, gleichzeitig aber angedeutet, zu Missständen Position beziehen zu wollen. "Wir Spieler haben keinen Einfluss auf die Auswahl der WM-Gastgeber", sagte der beim englischen Meister Manchester City unter Vertrag stehende deutsche Nationalspieler im Interview mit dem DFB-Journal. Für ihn als Spieler gebe es nichts Größeres, als sich mit den Besten zu messen. "Davon unabhängig tun mir alle Menschen leid, die Unrecht erlebt haben und erleiden müssen. Wie könnte es auch anders sein? Ich bin ein Freund von Menschenrechten und kein Freund von Menschenrechtsverstößen", ergänzte Gündogan.

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Hier gebe es in Katar ein Problem, es sei aber kein Problem, das der Fußball geschaffen habe. "Nun die Fußballer in die Pflicht zu nehmen, dieses Problem zu lösen, halte ich für schwierig und auch für überfordernd. Das heißt aber nicht, dass ich schweigen werde - meine Meinung werde ich immer vertreten", fügte Gündogan hinzu.

Der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler deutete an, dass es aus seiner Sicht jedem Spieler selbst überlassen bleiben müsse, zu dem brisanten Thema Stellung zu nehmen. "Ich habe das Gefühl, dass es die öffentliche Erwartung gibt, dass sich alle Spieler möglichst markant zu Katar positionieren müssen. Auch wenn ich für mich selbst einen anderen Weg gewählt habe, halte ich es für legitim, wenn Spieler sich ganz auf den Sport konzentrieren und zu anderen Themen nicht im Detail äußern", so der frühere Profi von Borussia Dortmund. Das heiße nicht automatisch, dass man sich innerlich gar nicht damit befasse.

Katar wird seit Jahren von Menschenrechtsorganisationen wegen Menschenrechtsverletzungen kritisiert. Die FIFA um Präsident Gianni Infantino verteidigte die Wahl des Emirats als Gastgeber stets. Die deutsche Mannschaft hatte sich im März im Rahmen eines Treffens unter anderem mit Vertretern von Human Rights Watch umfassend über die Lage in dem Land informieren lassen und mit einer T-Shirt-Aktion für die Einhaltung von Menschenrechten geworben.

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