01. Dezember 2022 / 23:07 Uhr

DFB-Star Havertz zieht nach WM-Aus traurige Bilanz: "Sind keine Turniermannschaft"

DFB-Star Havertz zieht nach WM-Aus traurige Bilanz: "Sind keine Turniermannschaft"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Trauriger WM-Abschied: Kai Havertz nach dem Abpfiff gegen Costa Rica.
Trauriger WM-Abschied: Kai Havertz nach dem Abpfiff gegen Costa Rica. © IMAGO/Moritz Müller
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Nach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft hat Kai Havertz traurige Bilanz gezogen. Bei "Magenta TV" sprach der Offensivspieler nach dem in der Endabrechnung bedeutungslosen Sieg gegen Costa Rica davon, das "wir keine Turniermannschaft mehr sind". 

Nationalspieler Kai Havertz hat nach dem erneuten Vorrunden-Aus der DFB-Auswahl bei der Weltmeisterschaft in Katar eine traurige Bilanz gezogen. Bei Magenta TV konstatierte der Offensivspieler am Donnerstagabend, "dass wir keine Turniermannschaft sind". Bereits 2018 in Russland war schon nach der Vorrunde Schluss gewesen, damals noch unter Bundestrainer Joachim Löw als Titelverteidiger. Mit dem 4:2-Sieg gegen Costa Rica erfüllten die Deutschen zwar ihre Pflicht, aufgrund des gleichzeitigen 2:1-Sieges Japans gegen Spanien reichte der erste deutsche Erfolg im laufenden Turnier aber nicht für den Achtelfinal-Einzug.

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Die Spanier, die gegen Deutschland am vergangenen Sonntag nicht über ein 1:1 hinausgekommen waren, galten gegen Japan als hoher Favorit, fielen durch die Niederlage aber noch auf Platz zwei in der Gruppe zurück. "Mit dem Ergebnis, das Spanien gemacht hat, hätten wir nicht gerechnet, ganz ehrlich", gab Havertz in der ARD zu. Ursächlich für das Scheitern des DFB-Teams war aus seiner Sicht aber die 1:2-Niederlage zum Turnierauftakt gegen Japan. "Im Endeffekt müssen wir uns an die eigene Nase packen. Wir hatten gegen Japan genügend Chancen, um das Spiel zu gewinnen, wir hatten gegen Spanien genügend Chancen, um das Spiel zu gewinnen", meinte Havertz, und ergänzte: "Wir haben uns das selbst zuzuschreiben, indem wir gegen Japan innerhalb von 15 Minuten zwei Gegentore bekommen, die nicht gehen." Man habe am Donnerstag gewonnen, "aber das Spiel gegen Japan hat alles kaputt gemacht".

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Der SPORTBUZZER hat die deutschen Nationalspieler gegen Costa Rica mit Noten bewertet. Zur Galerie
Der SPORTBUZZER hat die deutschen Nationalspieler gegen Costa Rica mit Noten bewertet. ©

"One Love"-Wirbel für Havertz keine Ausrede

Zwar drehte die deutsche Elf die Partie gegen Costa Rica nach zwischenzeitlichem 1:2-Rückstand noch. Aufgrund der japanischen Führung im Parallelspiel ahnte zumindest Havertz aber frühzeitig, wie es ausgehen würde. "Man sieht es ja auf der Stadionleinwand, an der Reaktion der Fans und der Leute auf der Bank. Da war vor Schlusspfiff schon klar, dass es nichts mehr wird", betonte der Profi des FC Chelsea.

Den Wirbel um nicht rein sportliche Themen bei dem umstrittenen Turnier in Katar, etwa um die von der FIFA unter Androhung von Sanktionen faktisch verbotene "One Love"-Kapitänsbinde als Zeichen für Menschlichkeit und Vielfalt, wollte Havertz aber nicht als Ausrede für das sportliche Abschneiden nehmen. "Das ist das Letzte, was jetzt zählt. Fußballerische Qualität geht bei so einem Turnier immer vor", entgegnete der 23-Jährige auf eine entsprechende Nachfrage: "Als Sportler sind wir Vorbilder, wir haben unseren Standpunkt mehrfach klargemacht. Wir wollten das Thema schon vor dem Japan-Spiel aus unseren Köpfen haben, das hat leider nicht geklappt."

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Katar steht unter anderem wegen möglicher Menschenrechtsverletzungen in der Kritik. Als Reaktion auf die restriktive Haltung der FIFA bei der "One Love"-Binde hatten die deutschen Spieler auf dem Mannschaftsfoto vor dem Japan-Spiel die Hand vor ihre Münder gehalten, danach auf weitere mögliche politische Signale aber weitgehend verzichtet.

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