16. November 2020 / 12:33 Uhr

DFB-Neulinge Robin Koch, Philipp Max, Florian Neuhaus: Löws überraschende Teile fürs EM-Puzzle

DFB-Neulinge Robin Koch, Philipp Max, Florian Neuhaus: Löws überraschende Teile fürs EM-Puzzle

Heiko Ostendorp und Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die jungen Wilden beim DFB: Robin Koch (von links), Philipp Max und Florian Neuhaus haben sich bei ihren ersten Auftritten in der Nationalmannschaft bei Bundestrainer Joachim Löw für den EM-Kader empfohlen.
Die jungen Wilden beim DFB: Robin Koch (von links), Philipp Max und Florian Neuhaus haben sich bei ihren ersten Auftritten in der Nationalmannschaft bei Bundestrainer Joachim Löw für den EM-Kader empfohlen. © v. d. Laage/Action/Pictures/Imago Images (Montage)
Anzeige

In der Nationalmannschaft haben sich Robin Koch, Philipp Max und Florian Neuhaus im Eiltempo in den Vordergrund gespielt. Die Neulinge bieten Bundestrainer Joachim Löw zusätzliche Optionen in dessen Personal-Puzzle für den EM-Kader.

Anzeige

Wer hätte das gedacht? Die deutsche Nationalmannschaft schreibt tatsächlich mal wieder positive Schlagzeilen – trotz des Corona-Chaos rund um das Spiel gegen die Ukraine in Leipzig, trotz einiger verletzungsbedingter Ausfälle. Der 1:0-Sieg im Test gegen Tschechien und das 3:1 in der Nations League gegen die Ukraine zeigten, dass sich auch die zweite Garde des DFB durchaus sehen lassen kann und dass Bundestrainer Joachim Löw für sein EM-Puzzle durchaus genügend Teile zur Verfügung hat – er muss sie nur noch zusammenbasteln.

Anzeige

„Ab jetzt geht es um die EM-Plätze. Wir schauen genau hin“, hatte er vor dem Anpfiff am Samstag angekündigt, und die vergangenen Tage auch dazu genutzt, um seinen Spielern in diversen Einzelgesprächen zu vermitteln, was er mit Blick auf die Europameisterschaft im nächsten Jahr von ihnen erwartet. Gegen die Ukraine war Leon Goretzka der überragende Mann auf dem Platz, Timo Werner traf doppelt, außerdem Leroy Sané.

Mehr vom SPORTBUZZER

Die Puzzleteile, die man sich zuerst hinlegt, hat Löw längst beisammen. Namentlich haben Kapitän Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen im Tor, Matthias Ginter, Niklas Süle, Antonio Rüdiger, Marcel Halstenberg, Lukas Klostermann und Thilo Kehrer in der Abwehr, Joshua Kimmich, Toni Kroos, Ilkay Gündogan und Leon Goretzka im Mittelfeld sowie Leroy Sané, Serge Gnabry und Timo Werner in der Offensive ihr EM-Ticket bereits in der Tasche, sollten sie in den nächsten Monaten von schlimmeren Verletzungen verschont bleiben. Somit hätte der Bundestrainer nur noch acht offene Plätze für seinen Kader, mit dem er im nächsten Jahr um den Titel spielen will.

Bundestrainer Löw improvisiert wegen Verletzungspech

Durch die vielen Ausfälle – gegen die Ukraine fehlten insgesamt zwölf Spieler (!) – musste Löw wieder mal improvisieren und hat auch dadurch aus der Not heraus plötzlich einige neue Teilchen zur Verfügung. In der Defensive wusste Robin Koch einmal mehr zu überzeugen. Gegen Tschechien als Organisator der Dreierkette, gegen die Ukraine als eine Art Vorstopper. Löw schwärmte vom ehemaligen Freiburger, der bei seinem neuen Klub Leeds United bislang jede Minute in der Premier League absolviert hat: „Vom Robin bin ich sehr angetan, sogar begeistert. Er hat schon am Mittwoch eine Topleistung ohne Fehler abgeliefert, ist sehr zweikampfstark. Seine Entwicklung ist gut, er ist ein Spieler, der sich sofort höheren Aufgaben anpasst, hat das Niveau schnell adaptiert. Robin ist ein wichtiger Spieler in unserem Kader geworden, auf ihn ist Verlass.“

Philipp Max musste erst zur PSV Eindhoven wechseln, bevor er erstmals für die Nationalelf nominiert wurde. „Es war ein langer Weg, dafür habe ich hart gearbeitet“, sagte der Linksverteidiger, der bereits zu seiner Zeit beim FC Augsburg zum besten Vorbereiter der Bundesliga avancierte. Vor allem seine Offensivqualitäten zeigte er auch bei seinen ersten Länderspielen. Löw: „Er hat uns überzeugt in diesen beiden Spielen. Er hat viel Tempo, hat klasse Bälle nach innen gebracht. Er hat das gut gemacht, ich bin mit ihm absolut zufrieden. Philipp hat die Lücke, die wir links hatten, mehr als zufriedenstellend ausgefüllt.

Gladbachs Neuhaus "gehört die Zukunft"

Als dritter Gewinner darf sich bislang Gladbachs Florian Neuhaus fühlen, der gegen Tschechien wie schon bei seinem Debüt gegen die Türkei im Oktober mit Spielwitz, Technik und Torgefahr überzeugte. Allerdings dürfte er es aufgrund der extremen Konkurrenz im defensiven Mittelfeld mit Blick auf die Europameisterschaft dennoch schwer haben. Auf SPORTBUZZER-Nachfrage, ob man Neuhaus und Max 2021 wiedersehen werde, antwortete Löw zwar überraschend offensiv: „Davon können Sie ausgehen.“ Allerdings fügte er im Bezug auf Neuhaus hinzu: „Ihm gehört die Zukunft.“ An diesem Dienstag (20.45 Uhr, ARD) beim letzten DFB-Länderspiel des Jahres in Spanien können Löws Kandidaten weitere Argumente liefern.