31. Mai 2022 / 13:43 Uhr

DFB-Profi Leon Goretzka über die Nations League, die Philosophie von Flick und seine Verletzung

DFB-Profi Leon Goretzka über die Nations League, die Philosophie von Flick und seine Verletzung

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nationalspieler Leon Goretzka nahm im Quartier der DFB-Auswahl in Herzogenaurach ausführlich Stellung.
Nationalspieler Leon Goretzka nahm im Quartier der DFB-Auswahl in Herzogenaurach ausführlich Stellung. © IMAGO/Christian Schroedter
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Nach der ersten Einheit im Quartier der Nationalmannschaft in Herzogenaurach sprach DFB-Profi Leon Goretzka unter anderem über die bevorstehenden Partien in der Nations League, die Philosophie von Bundestrainer Hansi Flick und seine lange Verletzungspause. 

Vor der ersten Trainingseinheit auf dem Adi-Dassler-Platz bei Ausrüster Adidas drehten einige Nationalspieler noch ein paar Runden für einen guten Zweck. Beim sogenannten "Run for the oceans", mit dem die Adidas-Mitarbeiter jährlich auf die Verschmutzung der Weltmeere aufmerksam machen wollen, war auch Leon Goretzka dabei. Im Anschluss an die 2,3 Kilometer und die Einheit mit Bundestrainer Hansi Flick sprach der Bayern-Star am Dienstag über…

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…die anstehenden Spiele in der Nations League: "Wir sind alle voller Vorfreude, das spürt man schon. Es ist natürlich eher ungewöhnlich, nach der Saison noch mal so lange zusammen zu sein. Aber aufgrund der hochkarätigen Gegner freuen wir uns wirklich sehr."

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…das Cover von 11 Freunde, auf dem er für Respekt vor Schiedsrichtern wirbt: "Mir war das Thema schon sehr wichtig. Ich sehe da durchaus auch bei mir selbst Verbesserungspotenzial. Gerade im Amateurbereich ist das schon erschreckend, was da abläuft an Gewalt gegen Schiedsrichter. Darauf wollte ich aufmerksam machen, da jedes Spiel einen braucht, der es leitet. Sonst funktioniert es nicht."

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…die Situation um Robert Lewandowski: "Bei der Thematik hilft es überhaupt nicht, wenn ich meinen Senf auch noch dazu gebe. Das wird aktuell von genug Leuten diskutiert. Vielleicht nur einen Satz dazu: Ich glaube, dass es insgesamt - also für den FC Bayern und Lewy - eine unglaubliche Erfolgsgeschichte war. Allein um dieser Geschichte Respekt zu zollen, wäre ich froh, wenn beide Seiten ein bisschen Emotionalität rausnehmen und versuchen, eine gute Lösung für alle Beteiligten zu finden."

…das Standing der Nationalelf aktuell: "Eine gute Aussage treffen kann man erst nach den vier Spielen, denke ich. Die Spiele sind ein toller Gradmesser gegen Teams, die aktuell in der Weltspitze sind. Wenn man sich die letzten Turniere anschaut, waren wir da zuletzt nicht, wollen da aber natürlich wieder hin. Der Einsatz ist top, die Intensität im Training ist top, aber dennoch sind wir noch nicht da, wo wir hinwollen. Aber wir sind hochmotiviert, um diese nächsten Schritte zu machen. Wir sind auf einem guten Weg."

...die Probleme im Sturm: "Ich kann Teil der Lösung sein, indem ich auch Torgefahr ausstrahle. Aber ich denke, wir haben viele Spieler aus dem Mittelfeld, die sehr torgefährlich sind. Timo Werner hat beinahe in jedem Spiel getroffen. Ich glaube, dass er sich bei uns sehr wohl fühlt und wichtige Tore schießen kann."

…seinen Herz-Jubel bei der EM gegen Ungarn und das bevorstehende Spiel (11. Juni): "Ich bereite mich auf das Spiel genauso vor wie auf die anderen. Aber ich habe an diese Partie bei der EM schöne Erinnerungen, mit meinem Tor - nicht nur aufgrund der Geste."

…die Bedeutung der Nations League: "Wenn ich mir angucke gegen wen wir spielen – gegen diese Gegner hat man selten ein Freundschaftsspiel. Das sind echte Prestigeduelle. Der Wettbewerb sei mal dahingestellt, aber gegen diese Gegner will man immer gewinnen und ist immer hochmotiviert."

...den Fußball unter Hansi Flick: "Wofür wir stehen wollen, ist denke ich klar. Ich habe schon unter Hansi bei Bayern gespielt, in den eineinhalb Jahren habe ich seine Philosophie kennengelernt – der Fußball ist sehr intensiv, er will hoch pressen, frühe Ballgewinne, Power- und Tempofußball, der uns auf dem Platz und auch den Zuschauern extrem viel Spaß gemacht hat. Die Dinge sind sehr klar definiert, auch wenn wir natürlich immer an weiteren Feinheiten arbeiten."

…die Konkurrenz im defensiven Mittelfeld: "Unsere ganze Mannschaft ist qualitativ so gut besetzt, dass es fatal wäre, Stammplatzgarantien zu geben – ich würde mir als Trainer diese Handschellen auch nicht anlegen. Warten wir es ab. Fakt ist, dass wir diese Konkurrenzsituation auch im Training brauchen, das stärkt den Zusammenhalt und auch den Spirit."

…seine lange Verletzungspause: "Es war eine doofe Verletzung, bei der man nicht so genau wusste, was es ist, wann es weg geht. Zum Glück ist es jetzt vorbei. Ich habe keine Nachwehen, fühle mich körperlich sehr gut und bin bereit."

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