07. September 2020 / 10:14 Uhr

Kommentar zu den DFB-Spielen gegen Spanien und die Schweiz: Zu leise – die lauten Bayern fehlen!

Kommentar zu den DFB-Spielen gegen Spanien und die Schweiz: Zu leise – die lauten Bayern fehlen!

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Für <b>SPORT</b>BUZZER-Reporter Patrick Strasser waren die DFB-Profis bei den jüngsten Auftritten zu leise.
Für SPORTBUZZER-Reporter Patrick Strasser waren die DFB-Profis bei den jüngsten Auftritten zu leise. © imago images/Poolfoto (Montage)
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Mit den Unentschieden gegen Spanien und die Schweiz ist die deutsche Nationalmannschaft zum Auftakt der Nations League hinter den Erwartungen geblieben. Dem Team von Joachim Löw hat dabei vor allem das lautstarke Auftreten der Führungsspieler vom FC Bayern gefehlt, meint SPORTBUZZER-Reporter Patrick Strasser.

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Es ist September und die deutsche Nationalelf von Bundestrainer Joachim Löw hat in diesem Kalenderjahr noch kein einziges Spiel gewonnen. Okay, ein wenig ketzerisch formuliert nach zwei Unentschieden in zwei Partien. Außerdem waren aufgrund der Corona-Pandemie sämtliche Länderspiele bis zum Beginn dieser Nations-League-Gruppenphase gestrichen worden.

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Da war das 1:1 gegen Spanien, das ein 1:0-Erfolg hätte sein müssen. Unterhaltsam, ansprechend, unglücklich. Am Ende beim Ausgleich in der 96. Minute hatte man inkonsequent verteidigt. Zwei Punkte verloren, Lehrgeld gezahlt, Erfahrung gewonnen. Nun das 1:1 in der Schweiz, bei einem Gegner, der vom Leistungsvermögen ein bis zwei Kategorien tiefer angesiedelt werden muss als die Spanier. Wieder unterhaltsam, anfangs recht ansprechend, dann aber riss der Faden. Pech war in Basel nicht im Spiel. Am Ende hatte die deutsche Mannschaft eher Glück, nicht noch verloren zu haben. "Das Spiel kann man eigentlich 2:0 oder 3:0 gewinnen. Wir hätten es eiskalt durchspielen müssen. Ich weiß nicht, ob es eine Qualitätsfrage ist, aber daran müssen wir arbeiten", schimpfte Ilkay Gündogan, der Torschütze zum 1:0. Wieder zwei Punkte verloren, wieder Lehrgeld gezahlt, eine Debatte gewonnen – angestoßen von Gündogan. Eine Debatte um die Qualität dieser Mannschaft.

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Natürlich vermisste man den Bayern-Block um Kapitän Manuel Neuer sowie Joshua Kimmich, Serge Gnabry und Leon Goretzka. Die Champions-League-Helden aus München steigen erst diese Woche nach einem zweiwöchigen Urlaub wieder ins Training ein. Mit dem Quartett fehlt ein wichtiges Gerüst, das nicht nur für Qualität, sondern auch für Führungsstärke (vor allem Torhüter Neuer und Sechser Kimmich) und lautstarkes Auftreten auf dem Platz steht. Gündogan wurde wegen der Fehler vor dem 1:1 erst hinterher am ZDF-Mikrofon deutlich: "Ich bin etwas angepisst. Sowas darf auf dem Niveau nicht passieren. Das ist ärgerlich und geht mir auf den Sack." Gut gebrüllt! Gut so!

Kroos ist zwar fußballerisch begnadet – aber auch nicht laut genug

Denn der für diese beiden September-Länderspiele neu zusammengestellten Mannschaft fehlten Lautsprecher, Antreiber. Kapitän Toni Kroos, technisch der beste Fußballer des Landes, diesmal Aushilfskapitän, ist nicht der exzentrische Charakter. Es war schlicht zu ruhig, zu leise auf dem Platz. Was Löw erkannte. "Manche sind etwas zurückhaltend, da können wir uns verbessern", sagte der Bundestrainer, "es ist eine Sache der Reife, sich gegenseitig zu coachen gibt Energie, ist eine große Hilfestellung."

Unterm Strich waren die beiden Länderspiele ein Rückschritt, bringen aber eine wichtige Erkenntnis: Vor allem Kapitän Neuer und Kimmich, der Kapitän der Zukunft fehlen. Zwei impulsive, lautstarke Spieler, kehren bei den Partien im Oktober zurück. Dann ist Schluss mit leise.