17. Juli 2021 / 12:21 Uhr

Torunarigha gegen Honduras laut DFB rassistisch beleidigt: Olympia-Generalprobe endet mit Spielabbruch

Torunarigha gegen Honduras laut DFB rassistisch beleidigt: Olympia-Generalprobe endet mit Spielabbruch

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nach einer rassistischen Beleidigung gegen DFB-Profi Jordan Torunarigha musste der Test gegen Honduras abgebrochen werden.
Nach einer rassistischen Beleidigung gegen DFB-Profi Jordan Torunarigha musste der Test gegen Honduras abgebrochen werden. © IMAGO/Schüler/Matthias Koch (Montage)
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Das deutsche Olympia-Testspiel gegen Honduras ist mit einem Eklat zu Ende gegangen. Wenige Minuten vor dem Ende der Partie wurde Verteidiger Jordan Torunarigha nach DFB-Angaben rassistisch beleidigt. Daraufhin entschied sich die DFB-Auswahl, das Spielfeld beim Stand von 1:1 zu verlassen.

Das einzige Testspiel der deutschen Fußball-Auswahl vor den Olympischen Spielen in Japan ist mit einem Eklat zu Ende gegangen. Wie der DFB am Rande der Vorbereitungspartie gegen Honduras mitteilte, entschied sich das DFB-Team des zuständigen Bundestrainers Stefan Kuntz dazu, das Spielfeld fünf Minuten vor Schluss zu verlassen, nachdem Hertha-Spieler Jordan Torunarigha laut Verbandsangaben rassistisch beleidigt worden war. Über die Hintergründe wurde zunächst nichts bekannt. In Wakayama hatte es gegen die Mittelamerikaner unter Ausschluss der Öffentlichkeit in einem Test-Format über dreimal 30 Minuten kurz vor Schluss 1:1 gestanden, nachdem Felix Uduokhai den honduranischen Führungstreffer ausgleichen konnte. Die Partie gegen Honduras ist der einzige Test der deutschen Equipe vor dem Eröffnungsspiel gegen Brasilien am kommenden Donnerstag.

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Die Honduraner, die in der Olympia-Gruppe B auf Neuseeland, Südkorea und Rumänien treffen, hatten im ersten Drittel des Spiels das Führungstor geschossen. Kuntz bot gleich zu Beginn eine Mannschaft auf, die zum Auftakt gegen Brasilien in der deutschen Gruppe D (ebenfalls dabei sind die Elfenbeinküste und Saudi-Arabien) die wahrscheinliche Startelf sein dürfte: Im Tor stand Florian Müller, die Viererkette wurde von Benjamin Henrichs, Amos Pieper, Felix Uduokhai und David Raum gebildet, im Mittelfeld agierten Maximilian Arnold, Anton Stach und Arne Maier hinter den drei Offensivkräften Nadiem Amiri, Marco Richter und Max Kruse.

Im zweiten Drittel rotierte Kuntz, brachte mit Keven Schlotterbeck und Torunarigha zwei neue Innenverteidiger sowie mit Eduard Löwen, Cedric Teuchert und Ragnar Ache drei weitere Offensivkräfte für Maier, Richter und Stach. Nach einem torlosen zweiten Drittel tauschte der Bundestrainer erneut: Nun stand Svend Brodersen im Tor, in der Viererkette verteidigten nun Löwen, Pieper, Schlotterbeck und Torunarigha, im Mittelfeld agierten Maier, Uduokhai und Stach, in der Offensive Teuchert, Ache und Richter.

Nach Uduokhai-Ausgleich: DFB berichtet von rassistischen Beleidigungen

Während der letzten 30 Minuten wechselte Kuntz auch seinen dritten Keeper Luca Plogmann ein, der für Brodersen ins Spiel kam. Die Botschaft: Alle Spieler mitnehmen, ihnen Spielzeit geben und an die Bedingungen in Japan gewöhnen. Nachdem Uduokhai zwischenzeitlich das 1:1 markieren konnte, kam es zum Eklat: "Nachdem unser Spieler Jordan Torunarigha rassistisch beleidigt wurde, hat die deutsche Mannschaft gemeinsam das Feld verlassen", schrieb der DFB auf Twitter. So ging die Partie fünf Minuten vor dem ursprünglich geplanten Abpfiff unrühmlich zu Ende. Weitere Angaben machte der DFB zunächst nicht, laut Spox und Goal seien die Beleidigungen von einem gegnerischen Spieler gekommen.

Inwieweit die Partie gegen Honduras in rein sportlicher Hinsicht als Standortbestimmung taugt, wird das erste Olympia-Spiel gegen Brasilien zeigen. Die Partie am 22. Juli (13.30 Uhr, ARD und Eurosport) ist gleichzeitig die Wiederauflage des Finalspiels von 2016, das die Südamerikaner im Elfmeterschießen für sich entscheiden konnten und sich damit die Goldmedaille sicherten. Gespielt wird im International Stadium in Yokohama, der Spielstätte des WM-Endspiels von 2002, das damals Brasilien durch Tore von Ronaldo und Rivaldo mit 2:0 gegen die deutsche Mannschaft gewann.