24. September 2022 / 10:20 Uhr

Kommentar: Bundestrainer Hansi Flick muss nach der Ungarn-Niederlage Grundsatzfragen neu stellen

Kommentar: Bundestrainer Hansi Flick muss nach der Ungarn-Niederlage Grundsatzfragen neu stellen

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundestrainer Hansi Flick (links) muss nach Ansicht von RND-Sportchef Heiko Ostendorp einige Grundsatzfragen neu stellen.
Bundestrainer Hansi Flick (links) muss nach Ansicht von RND-Sportchef Heiko Ostendorp einige Grundsatzfragen neu stellen. © IMAGO/Beautiful Sports (Montage)
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Die deutsche Nationalmannschaft kassierte gegen Ungarn in der Nations League eine verdiente Heim-Niederlage. Für RND-Sportchef Heiko Ostendorp steht mit Blick auf den WM-Kader fest: Bundestrainer Hansi Flick muss einige Grundsatzfragen neu stellen.

Hansi Flick verliert selten die Fassung. Auch nach seiner ersten Niederlage im 14. Spiel wählte der Bundestrainer besonnene Worte. Dabei hätte man nach dem verdienten 0:1 gegen Ungarn durchaus erwarten können, dass der DFB-Coach auf den Tisch haut. Doch Flick weiß aufgrund seiner Erfahrung in seinen verschiedenen Funktionen als Assistent, Sportdirektor und Trainer ganz genau, wann es einer Ansage bedarf und in welcher Form.

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Klar ist, dass er nach dem enttäuschenden letzten Spiel vor heimischen Publikum, bevor es im November zur WM geht, dennoch einige Grundsatzfragen neu stellen muss und hoffentlich auch wird.

Wie soll das Abwehrbollwerk aussehen?

Neuer-Vertreter Marc-Andre ter Stegen zeigte als Einziger, dass auf ihn absolut Verlass ist, wenn er gebraucht wird. Bei Niklas Süle wurde dagegen einmal mehr deutlich, dass er nur dann Startelf-Potenzial besitzt, wenn er zu hundert Prozent fit ist - mit Verlaub: bei der WM warten andere Kaliber als Adam Szalai.

Auch David Raums Defizite wurden gegen eine Mannschaft deutlich, die es nicht mal nach Katar geschafft hat. Der Neu-Leipziger fühlt sich auf links in einer Dreier-/Fünferkette wohler, als in Flicks gesetzter Viererabwehrreihe.

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Mit Nico Schlotterbeck und Mats Hummels innen, Robin Gosens oder Thilo Kehrer links hinten hat der DFB-Coach immerhin Alternativen. Vermutlich wird er sie im ansonsten bedeutungslosen Spiel am Montag gegen England noch mal testen.

Sollte Musiala nicht eher gesetzt sein als Müller?

"Jamal gibt uns das gewisse Etwas", betonte Flick nach der Partie und entschuldigte sich beinahe dafür, dass er in der Startelf auf den Münchner Offensivallrounder verzichtete und ihn erst in der Schlussphase einwechselte. Seine Bayern-Kollegen Müller (als Kapitän), Leroy Sané (immerhin defensiv engagiert) und Serge Gnabry (zur Pause ausgewechselt) enttäuschten allesamt.

Ist Timo Werner im Sturmzentrum die richtige Wahl?

Bei seinem Heimspiel konnte einem der Champions-League-Sieger fast leidtun, weil er kaum Bälle bekam - was sein Trainer bereits im Vorfeld bemängelt hatte. Doch gegen die zweikampf- und kopfballstarken Ungarn zeigte sich wieder einmal, dass es gut wäre, zumindest einen bulligen Stoßstürmer als Alternative im Kader zu haben, was aktuell (noch) nicht der Fall ist. Allerdings gibt es auf absolutem Topniveau auch nicht viele Kandidaten. Trotzdem müsste die Partie den Bundestrainer eigentlich noch mehr dazu bewogen haben, sich genau so einen Typen in seinem 26er-Kader zu gönnen, wie er bereits angedeutet hatte.

"Vielleicht kam die Niederlage genau zum richtigen Zeitpunkt - jedenfalls besser, als bei der WM", sagte Flick Freitagnacht. Die Grundsatzfragen wird er trotzdem beantworten müssen.

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