06. März 2020 / 22:59 Uhr

DFB im Fadenkreuz, Rummenigge "Bruder" von Dietmar Hopp: Nürnberg-Fans zeigen Schmähplakate

DFB im Fadenkreuz, Rummenigge "Bruder" von Dietmar Hopp: Nürnberg-Fans zeigen Schmähplakate

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
In Nürnberg zeigten die Anhänger Schmäh-Banner und unter anderem das DFB-Logo im Fadenkreuz. Eine Spielunterbrechung gab es nicht.
In Nürnberg zeigten die Anhänger Schmäh-Banner und unter anderem das DFB-Logo im Fadenkreuz. Eine Spielunterbrechung gab es nicht. © imago images/Zink/Sven Simon/dpa
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Die Fanszene des 1. FC Nürnberg hat beim Heimspiel gegen Hannover 96 deutlich Stellung gegen Mehrheitseigner Dietmar Hopp und den DFB bezogen. Als Reaktion auf die Spielunterbrechungen am vergangenen Wochenende zeigten die FCN-Fans in der Kurve eindeutige Plakate.

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Die Fanszene des 1. FC Nürnberg hat sich beim Heimspiel des Zweitligisten gegen Hannover 96 (0:3) am Freitag eindeutig gegen den DFB und Mehrheitseigner Dietmar Hopp von der TSG 1899 Hoffenheim positioniert. Mit mehreren Bannern reagierten die Anhänger wohl unter Federführung der Nürnberger Ultras auf die zahlreichen Spielunterbrechungen am vergangenen Wochenende als Reaktion auf die Anfeindungen gegen Hopp - allen voran bei der Hoffenheimer Partie gegen den FC Bayern München. Auslöser für den Unmut war eine vom DFB verhängte Kollektivstrafe gegen Fans von Borussia Dortmund gewesen, die nach Beleidigungen gegen Hopp für zwei Jahre von Partien in Sinsheim ausgeschlossen wurden.

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Ein Plakat zeigte das DFB-Logo im Fadenkreuz - dort war in den vergangenen Wochen mehrmals das Konterfei von Hopp abgebildet gewesen. Auf Spruchbändern stand "Dietmar Hopp, du bist nicht allein - Karl-Heinz Rummenigge könnte dein Bruder sein". Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München hatte sich nach den Schmähungen der Bayern-Fans genauso wie beide Mannschaften mit dem Hoffenheimer Mäzen solidarisiert und heftige Kritik an den eigenen Anhängern, die in Sinsheim mit ihren Anti-Hopp-Aktionen mehrere Spielunterbrechungen in Sinsheim provoziert hatten, geübt. Auch bei den Partien des BVB gegen den SC Freiburg, des 1. FC Köln gegen Schalke 04 (3:0) und Union Berlin gegen den VfL Wolfsburg (2:2) hatte es Bekundungen kontra Hopp gegeben.

Die Chronologie im Fall Hopp: So eskalierte der Hass gegen den Hoffenheim-Mäzen

Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp ist über die Jahre zur Hassfigur der aktiven Fanszenen geworden. Im Februar 2020 kam es zum Eklat. Doch was ist die Ursache für die Anfeindungen? Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die Chronologie des Hasses gegen Hopp! Zur Galerie
Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp ist über die Jahre zur Hassfigur der aktiven Fanszenen geworden. Im Februar 2020 kam es zum Eklat. Doch was ist die Ursache für die Anfeindungen? Der SPORTBUZZER zeigt die Chronologie des Hasses gegen Hopp! ©

Trotz Schmähplakaten in Nürnberg: Spielunterbrechungen bleiben aus

Andere Transparente in Nürnberg richteten sich am Freitag gegen die vermeintliche Unterstützung des DFB für Katar als WM-Standort 2022 beziehungsweise die aus Sicht der Ultras zu leise Kritik des Verbandes daran. „Bei einem alten, weißen Milliardär seid ihr betroffen. Bei Toten in Katar feiert ihr trotzdem: Dumme, verlogene Heuchler“, stand unter anderem auf einem Banner, dass wenige Minuten nach dem Anpfiff im Fanblock der Ultras gezeigt wurde.

In verbale Verunglimpfungen des Verbandes stimmten auch die mitgereisten Anhänger aus Hannover ein. Erneute Spielunterbrechungen oder gar ein Abbruch der Partie blieben aber aus. Zuletzt hatte es zwischen DFB, Deutscher Fußball-Liga (DFL) und einigen Fanvertretern - unter denen die Ultra-Gruppen aber nicht waren - eine leichte Annäherung gegeben. Die Ultras hatten ungeachtet dessen angekündigt, ihren Protest gegen die Verbände fortzusetzen.