20. Februar 2020 / 07:28 Uhr

DFB-Direktor Bierhoff für Senkung der Altersgrenze in der Bundesliga: "Bei gewissen Spielern macht es Sinn" 

DFB-Direktor Bierhoff für Senkung der Altersgrenze in der Bundesliga: "Bei gewissen Spielern macht es Sinn" 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Oliver Bierhoff befürwortet die Pläne der DFL, die die Senkung der Altersgrenze für Bundesligaspieler vorsehen. 
Oliver Bierhoff befürwortet die Pläne der DFL, die die Senkung der Altersgrenze für Bundesligaspieler vorsehen.  © imago images/Martin Hoffmann
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Eine mögliche Senkung der Altersgrenze in der Bundesliga wird von vielen Seiten kontrovers diskutiert. DFB-Direktor Oliver Bierhoff begrüßt den Plan der DFL, spricht sich jedoch für Kontrollmechanismen zum Schutz der Talente aus. 

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Der Deutsche Fußball-Bund würde eine Senkung der Altersgrenze in der Bundesliga begrüßen. "Wir reden von absoluten Ausnahmefällen, aber bei gewissen Spielern macht es Sinn", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff dem Fachmagazin Kicker. Der Direktor Nationalmannschaften und Akademie beim DFB sprach sich in der Debatte um den Vorstoß des Bundesligisten Borussia Dortmund jedoch für Kontrollmechanismen zum Schutz der Talente aus.

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"Es wird hinsichtlich der körperlichen Entwicklung der Spieler eine medizinische Kontrolle stattfinden müssen", forderte Bierhoff. Dies hätten auch "Praktiker in den Clubs, mit denen wir darüber gesprochen haben", bestätigt, sagte der ehemalige deutsche Nationalstürmer.

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Ende März soll über die Senkung der Altersgrenze entschieden werden

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) plant, die Altersgrenze im Profibereich herabzusetzen. Aktuell sieht die Regelung vor, dass Spieler bei ihrem Liga-Debüt das 18. Lebensjahr vollendet haben müssen oder zum jüngeren Jahrgang der U19 zählen. Bei Minderjährigen ist die schriftliche Zustimmung des gesetzlichen Vertreters erforderlich. Eine Regeländerung bedarf der Zustimmung der DFL-Vollversammlung der 36 Erst- und Zweitligisten. Auf der nächsten Tagung Ende März will der BVB offenbar einen Antrag dazu stellen.

Die jüngsten Bundesliga-Debütanten der Geschichte

Jamal Musiala (von links), Youssoufa Moukoko und Florian Wirtz zählen zu den jüngsten Bundesliga-Spielern der Geschichte. Zur Galerie
Jamal Musiala (von links), Youssoufa Moukoko und Florian Wirtz zählen zu den jüngsten Bundesliga-Spielern der Geschichte. ©

Joti Chatzialexiou, Sportlicher Leiter Nationalmannschaften beim DFB, sagte dem Kicker: "Für den einen oder anderen ist es gut, wenn er früh im Männerfußball spielt, sich an das Tempo und die Physis anpassen kann, aber es gibt auch andere, die noch etwas länger benötigen." Die Entscheidung müsse "von Fall zu Fall getroffen werden." Chatzialexiou appellierte an die Verantwortung der Clubs.

Leipzig-Coach Nagelsmann warnt: "Druck nicht zu sehr erhöhen"

Durch die Herabsenkung der Altersgrenze hofft die DFL, dass die Bundesliga im Wettbewerb mit anderen europäischen Topligen konkurrenzfähiger wird. In der spanischen Primera División, der italienischen Serie A und in der englischen Premier League dürfen die Spieler ab 16 Jahren auflaufen. Zuletzt gab Wunderkind Ansu Fati im Alter von 16 Jahren und 298 Tagen sein Debüt für den großen FC Barcelona.

Doch auch in der Bundesliga gibt es unterschiedliche Ansichten zum Thema. Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann will den Druck nicht zu sehr erhöhen: "Es wird sich viel über mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten von Führungspersönlichkeiten beklagt. Wenn ich die Spieler noch früher hochschiebe, sind sie noch mehr Druck ausgesetzt." Eines lässt sich prognostizieren: Sollte die Altersgrenze fallen, könnte Moukoko eine der großen Bundesliga-Attraktionen werden.